Arnold HN2663: DR 18 201

Für die Erprobung neuer Fahrzeuge und als Bremslokomotive benötigte die Versuchsanstalt Halle nach dem Kriege dringend schnelle Lokomotiven. Die meisten Schnellzuglokomotiven waren nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland verblieben. Für die genannten Versuchszwecke wurden die beiden noch vorhandenen, „großrädrigen“ ausgebessert und umgebaut. Die neue Lokomotive 18 201 entstand aus einer der Schnellfahr-Tenderlokomotive der Baureihe 61. Der Umbau erfolgte im Jahr 1961 aus Teilen der 61 002 und der H 45 024. Der Kessel stammt von der Reihe 22. Weitere besondere Merkmale sind eine Riggenbach-Gegendruckbremse, ein Giesl-Ejektor und eine leichte Stirnverkleidung. Eine Ölhauptfeuerung wurde erst 1967 eingebaut.


Modellvorstellung

Die bekannte DR-Schnellzuglokomotive 18 201 wurde von Arnold im Jahr 2025 als Neukonstruktion angekündigt. Arnold hat dabei die erste Original-Lackierung ohne der Zierlinie und mit Kohlentender angekündigt. Neben dieser Modellausführung wurde auch ein Modell einer grünen Lokomotive mit der EDV-Nummer 02 0201-0 in chromoxidgrüner Farbgebung und die 18 201 mit der rubinroten Farbgebung. Beide Modelle wurden mit dem zusätzlichen Öltender angekündigt und weisen die Artikelnummern HN2664 (S) bzw. HN2665 (S). Arnold fertigt das gegenständliche Modell ebenfalls in zwei Ausführungen, und zwar mit und ohne Sound. Der UVP des Modells ist mit € 259,90 bzw. € 379,90.

Verpackung

Arnold liefert seine Neukonstruktion in einer zweiteiligen Blisterbox aus. Im Unterteil ist eine Plastikeinlage eingesetzt, indem das Modell eingelegt ist. Dieses ist zusätzlich in eine dünne Folie umwickelt. Zum Lieferumfang gehört natürlich auch eine Betriebsanleitung, welche klein gefaltet seitlich in der Plastikeinlage in einem freien Spalt hineingesteckt ist. Es sind zwei Papiere, einerseits das Ersatzteilblatt und Wartungsblatt und andererseits die Betriebsanleitung. Die Schriftgröße läßt dabei sehr zu wünschen übrig, denn ohne Vergrößerungsglas sind die Angaben für Sehschwache Personen schwer zu entziffern. Es sollte hierbei mehr auf Barrierefreiheit gesetzt werden.

Technik

Die technischen Komponenten sind im Modell untergebracht. Die Fahrzeugplatine ist im Tender untergebracht. Auf der Platine ist eine sechspolige Digital-Schnittstelle nach NEM 651 integriert, in welche später ein Digitaldecoder mit richtigem Loksound eingesetzt werden kann. Das Tendergehäuse ist auf dem Chassis geklipst. Um dieses abzuziehen, ist seitliches Spreizen der Seitenwände erforderlich. Für diesen Schritt wird es ggf. erforderlich zu sein, die Lok vom Tender zu trennen, was durch das Lösen einer Schraube in der Mitte des ersten Tenderdrehgestelles mit anschließenden aushängen der Kardanwelle möglich ist.

Die Antriebskomponenten sind ebenfalls im Tendergehäuse untergebracht. Ein kleiner Motor verfügt über einseitig aufgezogene Wellenstummel zur Fahrzeugmitte hin. Die Kraftübertragung erfolgt über diesen Wellenstummel auf die letzte Kuppelachse. Alle Kuppelachsen sind mit einem mittigen Zahnrad versehen, sodaß die Kraftübertragung nicht nur über die letzte Kuppelachse und die Stangen erfolgt, sondern über alle Kuppelachsen, die jeweils mit einem Zahnrad versehen sind. Demzufolge sind alle Treibachsen über dieses Zahnradgetriebe verbunden und werden somit angetrieben. Die Neukonstruktion gestattet zwischen Kessel und Fahrwerk noch eine freie Durchsicht. Die letzte Kuppelachse ist beidseitig mit Haftreifen bestückt. Alle Achsen sind im unterschiedlichen Ausmaß seitenverschiebbar, aber keine ist gefedert. Das Modell ist rückseitig mit einem NEM-Normschacht versehen, und es lassen sich auch die Kupplungen tauschen.

Fahrverhalten

Die DR-Schnellzuglokomotive bringt ein Eigengewicht von 131 Gramm auf die Waage. Die 18 201 verfügt über eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. 221 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 23 % zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 50 % – ist sie um ca. 27 % zu langsam.

Optik

Das optische Erscheinungsbild wird vielfach durch die windschnittige Halbverkleidung der 18 201 vorgegeben, wobei der Hersteller bei der Modellumsetzung auf die Komponenten Metall und Kunststoff setzt. Der Langkessel ist aus Metall gefertigt. Die besondere Kesselform ist hervorragend wiedergegeben. Die Kesselleitungen sind bei dieser Baugröße allesamt am Langkessel angespritzt. Der Gitterrost am Dach ist ebenfalls angraviert und weist an der Oberseite eine Art Rautenmuster auf. Sehr schön getroffen ist auch der vordere Teil des Rahmens mit seiner Teilverkleidung. Die seitlichen Abdeckungen in der Teilverkleidung hinterläßt nur sehr zarte Gravuren zur Darstellung dieser Bauteile. Zierlich umgesetzt wurden auch die einzelnen Abdeckungen am Tender, die Nietreihen bzw. die extra angesetzten Tenderaufstiegsleitern.

Der weitere Blick ist auf das Laufwerk gerichtet. Das Modell ist mit sehr feinen Speichenrädern aus Metall versehen, ebenso aus Metall gefertigt ist das Gestänge der Maschine. Die filigrane Umsetzung samt markanter Bauteile im Steuerungsbereich sind als wahre Augenweide festzuhalten. Metallräder sind auch beim seitenverschiebbaren Vorlaufdrehgestell und im zentral gelagerten Nachlaufdrehgestell zu finden. Die dreidimensionale Durchbildung ist auch bei den Drehgestellen des Tenders schön erkennbar.

Farbgebung und Beschriftung

Die grüne Schnellzuglokomotive der DR ist vorbildgerecht lackiert, in diesem Aussehen verkörpert das Modell einen speziellen Zeitraum. Die Anschriften der Lok entsprechen der Epoche IIII und sind in weißer Farbe ausgeführt. Die bekannte Versuchslokomotive ist als 18 201 beschriftet. Die Lokomotive ist beim Bw Halle P in der RBD Halle beiheimatet. Als letztes Untersuchungsdatum findet sich die Angabe Br. Unt. Mei 31. 5.61. Sämtliche Anschriften sind silbern ausgeführt und unter der Lupe lesbar.

Beleuchtung

Das Modell verfügt über eine LED-Beleuchtung. Der Lichtwechsel erfolgt richtungsabhängig zweimal weiß.


Bilder