ÖBB-Railjet 2: JC 71301 / 71201 / 71211 / 71221

Text folgt


Modellvorstellung

Der railjet der neuen Generation und der nightjet der neuen Generation gehören einer fast gemeinsamen Wagenfamilie an. Für die Umsetzung der sog. DANI-Züge (Tag- und Nachtzüge) sind mehrere Wagenbauarten erforderlich, die eine gemeinsame Plattform bilden. Zwei Hersteller haben sich zunächst die Modellumsetzung gekümmert und dabei ausgemacht, daß der Mitbewerber Roco den siebenteiligen Nachtzug nachbildet und Jägerndorfer Collection das Modell des neunteiligen Railjet 2 umsetzt. Verzögerungen bei der Umsetzung und wie das Leben eben so will, werden von beiden Vorbildern auch zwei Modellnachbildung irgendwann in den nächsten zwei Jahren existieren.

Jägerndorfer Collection hat die Modellumsetzung im Jahr 2022 im Rahmen der Bekanntgabe seiner Jahresneuheiten verlautbart. Die Neukonstruktion des Tageszuges bedeuten für das Familienunternehmen enorme Investitionen in die Werkzeuge, sodaß für den Beginn jeweils eine Garnitur in der High-End-Edition vorgesehen war, zu welcher sich später noch die Basic-End-Edition dazugesellte.

Da die Garnitur neunteilig im Einsatz steht, hat sich der Hersteller ein sinnvolles Modellkonzept einfallen lassen. Für die vorbildgerechte Nachbildung sind werden drei verschiedene Wagensets angeboten:

72300 bzw. 71301 – Dreiteilige Grundpackung (Set 1)
72200 bzw. 71201 – Zweiteilige Ergänzungspackung (Set 2)
72210 bzw. 71211 – Zweiteilige Ergänzungspackung (Set 3)
72220 bzw. 71221 – Zweiteilige Ergänzungspackung (Set 4)

Die dreiteilige Grundpackung wird herstellerseitig in vier verschiedenen Modellausführungen gefertigt, wobei zwischen der Produktschiene „High-End-Edition“ und „Basic-Edition“ zu unterscheiden ist. Die High-End-Modelle sind werkseitig mit einer LED-Innenbeleuchtung und mit einer stromführenden Kupplung versehen. Im Steuerwagen ist eine Decoderschnittstelle des Typs PluX22 verbaut. Das normale Zweileiter-Gleichstrom-Modell mit der Artikelnummer 72300 ist mit einem UVP von € 374,90 versehen, während das Digitalmodell für das Zweileiter-Gleichstromsystem den erhöhten UVP von € 479,90 aufweist. Die Dreileiter-Wechselstrom-Ausführungen werden unter die Artikelnummern 12300 bzw. 12302 zum UVP von € 404,90 bzw. € 494,90.

Die Modelle der Basic-Edition weisen andere Artikelnummern auf und sind in der Ausführung ohne Decoder unter den Artikelnummer 71301 bzw. 11301 zum UVP von € 299,90 bzw. € 329,90 erhältlich. Diese Modelle sind weder mit einer elektrischen Kupplung noch mit einer LED-Innenbeleuchtung versehen.

Jägerndorfer hat für seinen Railjet 2 auch eine dazu passende Taurus-Lokomotive angekündigt. Im Neuheitenkatalog findet sich ein Modell einer Railjet-1216. Diese Modellausführung ist mit den Artikelnummern 29700/29702 bzw. 19700/19702 belegt.

Der Hersteller liefert die Modelle des Railjet 2 in der gleichen Verpackungsform aus wie diese schon bei den jüngeren Elektrotriebwagen der Eihen 4746/4748 der Fall is oder auch vom Vindobona bekannt ist. Die Modelle verteilen sich entweder als Dreier- oder Zweiteiligen Ergänzungssets. Zum Lieferumfang gehört eine ausführliche Betriebsanleitung mit Hintergrundinformation auch zum Vorbild. Das Ersatzteilblatt ist in der Betriebsanleitung berücksichtigt.

Die Wendezuggarnitur besteht aus neun Wagen. Das Railjet 2-Wagenset 1 (Artikelnummer 71301) besteht aus den drei Modellen wie dem Steuerwagen Bfmpz 73 81 80-91 9xx, dem 2. Klasse Mittelwagen Bmpz 73 81 22-91 8xx und dem 1. Klasse Endwagen Ampz 73 81 19-91 1xx. Im Wagenset 2 (Artikelnummer 71201) finden sich die Modelle eines 2. Klasse Mittelwagens Bmpz 73 81 22-91 7xx und des 2. Klasse Multifunktionswagen Bbmpvz 73 81 28-91 4xx. Das Wagenset 3 (Artikelnummer 71211) umfaßt einen weiteren 2. Klasse Mittelwagen Bmpz 73 81 22-91 6xx und den 2. Klasse Bistrowagen BRmpz 73 81 85-91 3xx. Unter der Artikelnummer 71221 steht das Wagenset 4 mit einem 2. Klasse-Mittelwagen Bmpz 73 81 22-91 5xx und einem 1. Klasse-Mittelwagen Ampz 73 81 19-91 2xx zur Verfügung. Die Mittelwagen der 2. Klasse sind alle ident ausgeführt und verfügen über einen Niederflur- und Hochflurbereich, währenddessen der Steuerwagen als Hochflurwagen ausgeführt ist. Der Multifunktionswagen und auch der Bistrowagen ist mit beiden Fußbodenhöhen über SOK ausgestattet, währenddessen der 1. Klasse Endwagen als Hochflurwagen ausgebildet ist und der zweite Mittelwagen 1. Klasse wiederum mit beiden Ebenen versehen ist. Bei allen Modellen ist die aufwendig umgesetzte Inneneinrichtung mit Abteilen oder Großraumbestuhlung umgesetzt.

Zur Ausführung gelangte die Garnitur 07. Alle neuen Modelle gelten im Fahrbetrieb als eine Einheit und weisen daher im Revisionsraster die Abnahmedaten mit den Angaben 8 REV Sm 21.06.24 auf. Die Modelle weisen in der vorliegenden Basic-Edition eine NEM-Kurzkupplungskulisse auf. Serienmäßig werden die Modelle ohne eingesteckter Kupplung ausgeliefert.

Die Modelle sind aus Kunststoff gefertigt und weisen feine Gravuren auf. Die Gehäuse sitzen auf dem Chassis mit integrierter Inneneinrichtung. Die Gehäuseteile lassen sich durch beidseitiges Spreizen nach oben abziehen. Der Wagenkasten nimmt einen Teil der Wagenschürze auf und sitzt bündig auf dem unteren Teil des Wagenbodens auf. Da die Modelle über keine serienmäßige LED-Innenbeleuchtung verfügen, sind auch keine entsprechenden baulichen Vorkehrungen getroffen worden; gemeint ist damit eine hochstehende Platine in den Wagenmodellen oder auch eine stromführende Kupplung. Anders verhält es sich beim Steuerwagen. Der Steuerwagen weist hinter dem ersten Drehgestell eine Digitalschnittstelle PluX22 auf. Die Modelle sind sauber lackiert und auch bedruckt. Für jedes Modell liegt noch ein eigener Zurüstbeutel mit zwei Standardkupplungen bei.

Um die neun Wagen in den vier Sets richtig zusammenzustellen, ist nachstehende Tabelle zu beachten:

ÖBB-Reihe 1216 oder 1293
JC 71301/3 = 73 81 19-91 107-6 Ampz
JC 71221/2 = 73 81 19-91 207-4 Ampz
JC 71211/2 = 73 81 85-91 307-1 BRmpz
JC 71201/2 = 73 81 28-91 407-9 Bbmpvz
JC 71221/1 = 73 81 22-91 507-2 Bmpz
JC 71211/1 = 73 81 22-91 607-0 Bmpz
JC 71201/1 = 73 81 22-91 707-8 Bmpz
JC 71301/2 = 73 81 22-91 807-6 Bmpz
JC 71301/1 = 73 81 80-91 907-3 Bfmpz

Fahrverhalten und die Farbendiskussion

Kurz nach dem Erscheinen der neuen Modelle ist in der Drehscheibe-Online die Diskussion hinsichtlich der Fahreigenschaften und der Verwendung von fehlerhaften Farben losgegangen.

Die Fahreigenschaften wurden soeben getestet, wobei die Aussagen nur für die Modelle der Basic-Edition gelten. Es wurden drei verschiedene Szenarien gefahren. Der erste Einsatz erfolgte im geschobenen Zustand, wobei durch das Anpressen der Lok auf die Wagen es zu ständigen Touchierungen der Wagenübergänge einerseits und in Kurven quasi zum „Überpuffern“ der beidseits befindlichen Leitungsimitationen kommt. Dabei scheinen sich die montierten Bauteile zu verhaken, was dann in der Folge zu Entgleisungen führt. Dies ist einmal bei der Ausfahrt aus dem kleinen Schattenbahnhof basiert, deren Kurvenradius nicht all zu eng ist. Dabei stellte sich heraus, daß der geschobene Einsatz auf unserer Anlage mit dem Blocksteuerbetrieb nicht funktioniert. Sobald die Garnitur in den nächsten Block einfährt, fällt das Signal im ausfahrenden Block auf Halt und regelt den Teilabschnitt vor dem Signal herunter, sodaß die Garnitur zum unfreiwilligen Stehen kommt.

Weitere Entgleisungen sind dann im Hauptbahnhof beim Verschieben der Garnitur über den weitläufigen Bahnhofskopf gekommen, dabei sind mehrere Wagen wohl infolge von „Überpufferungen“ entgleist. Das Knistern infolge der Teileberührungen war laufend zu vernehmen.

Die Garnitur wurde zweimal im gezogenen Zustand über die Anlage gefahren, wobei schon zu bemerken war, daß die verwendete Zuglok (Roco 1293) bei den Rampenstrecken und des Gewichts des Neunwagenzuges – wie beim Vorbild – leistungsmäßig an die Grenzen kommt. Im ersten Fall, als der Steuerwagen gleich hinter der Lok gereiht war, setzte sich die Garnitur nach dem Frei werden des Signals nicht mehr ohne Fremdhilfe in Bewegung, außerdem hielt der Zug durch den etwas bremsenden Steuerwagen weiter entfernt vom Signal. Besser verlief die Probefahrt, als der Steuerwagen am Zugschluß ging. Hierbei kam es zu keinen besonderen Betriebseinschränkungen. Nachdem die Garnitur mehrere Runden auf der Anlage gefahren ist, wurde beim Einpacken der Modelle konstatiert, daß ein überwiegender Teil der Kurzkupplungskulissen keine Rückfederung in die Grundstellung mehr hatte. Warum dies so ist, wurde noch nicht festgestellt, möglicherweise sind die Federn zu schwach dimensioniert und fädeln sich dadurch aus.

In mehreren Beiträgen wurde das Aussehen der neuen Garnitur von JC kritisiert, indem der Hersteller falsche Farben auf die Modelle aufgetragen hat. Auf den ersten Blick erscheint die Garnitur schon als sehr dunkel lackiert, doch wenn man einen Farbvergleich mit einem Roco-Modell anstellt, relativiert sich so manche Aussage rasch (Anmerkung: für den Vergleich stand keine Railjet-Garnitur von JC zur Verfügung). Wenn man beide Fahrzeuge vergleicht, sieht man leichte Farbnuancen in den verwendeten Farbtönen.

Der weitere Blick richtig sich an die korrekte Ausführung der Farbtrennkanten beim Kopf des Steuerwagens, aber auch bezüglich der Dachfarbe und der verwendeten Farbe bei den Drehgestellen. Das Dach sollte den gleichen Farbton wie die „Brille“ um die Frontscheiben aufweisen, schwieriger wird schon die Einschätzung der Farbgebung der Drehgestelle, denn diese wirken farblich heller.

Bei diesem Bild erkennt man die Farben der Drehgestelle und des Daches besser, die sind eindeutig im Farbton Schwarz lackiert. Schlecht getroffen ist auch die Führung der Farbtrennkante um die Stirnfenster, die leider zu nahe am Fensterrahmen verläuft und somit den Gesamteindruck mindert. Der Kühlergriff ist dieses Mal – gegenüber dem hauseigenen Vectron – besser getroffen, kurios erscheinen die beiden Aufbauten über dem Führerhaus, die beim Vorbild schon vorhanden sind, aber nicht derartig imposant in Höhe stehen. Wieso die drei querliegenden Griffstangen in lichtgrau lackiert sind, weiß wohl auch nur der zuständige Sachbearbeiter. Die Rückschaukamera hinter dem Führerstand weist eine eigenartige Bauteilform auf.

Conclusio: Es ist wieder einmal unverständlich, wieso es gerade bei der Lackierung zu diesen Fehlern gekommen ist? Meine Vermutung ist, daß man sich bei Einzelheiten am Design des ÖBB-Nightjet orientiert hat? Oder es wurden dem Hersteller vom Datenlieferant des Vorbildes falsche Fakten übermittelt?

Bilder JC 71301/1

Steuerwagen A-ÖBB Bfmpz 73 81 80-91 907-3


Bilder JC 71301/2

Railjet 2-Mittelwagen 2. Klasse, beschriftet als Bmpz 73 81 22-91 807-6


Bilder JC 71301/3

1. Klasse Railjet 2-Endwagen Ampz 73 81 19-91 107-6


Bilder JC 71201/1

Railjet 2-Mittelwagen 2. Klasse, beschriftet als Bmpz 73 81 22-91 707-8


Bilder JC 71201/2

Railjet 2-Multifunktionswagen Bbmpvz 73 81 28-91 407-9


Bilder JC 71211/1

Railjet 2-Mittelwagen 2. Klasse, beschriftet als Bmpz 73 81 22-91 607-0


Bilder JC 71211/2

Railjet 2-Restaurant-Wagen BRmpz 73 81 85-91 307-1


Bilder JC 71221/1

Railjet 2-Mittelwagen 2. Klasse, beschriftet als Bmpz 73 81 22-91 507-2


Bilder JC 71221/2

Railjet 2-Mittelwagen 1. Klasse, beschriftet als Ampz 73 81 19-91 207-4