Doppeltragwagen T 3000 – Piko 54770 / 54771 / 54772 / 54773

Die sechsachsigen Containertragwagen der Bauart T 2000 – Sdggmrss 736 – wurden bereits bei der aus Lieferung des Roco-Modelles umschrieben. Auf Basis des T 2000 wurde der T 3000 weiterentwickelt und aus seinen Grundkonzept abgeleitet. Die Neukonstruktion des T 3000 erlaubte eine Optimierung des Fahrzeuges auf neuere Containerbauarten und Wechselbehälter und ermöglichte auch den Transport für MEGA-Trailer. Damit ergibt sich bei diesem Wagentyp derzeit der größte Hüllraum nach UIC 596-5 für Gelenktaschenwagen. Um diese Eigenheit zu erlangen, wurden beim T 300 die Drehgestelle tiefergesetzt und entsprechen dem Typ Y25Ls(s)i1 mit einem Raddurchmesser von 920 mm. Durch diese Modifikation wurde erstmals eine Innenhöhe von 3 m erreicht. Die Anordnung der Stützböcke und der Taschen wurde so angeordnet, daß die Sattelaufliefer jeweils mit ihrer Frontseite zur Pufferseite des Wagens zeigen. Auf dieser Seite sind auch die Stützböcke für die Zugsattelzapfen angeordnet. Über zusätzliche, klappbare ISO-Aufsetzzapfen eignet sich der T 3000 auch zum Transport von Containern und Wechselbehälter. Die Doppeltaschenwagen T 3000 sind bei mehreren Eisenbahnverkehrsunternehmen eingestellt und kommen im internationelen KLV-Zügen, speziell in den bekannten EKOL-Zügen der gleichnamigen, türkischen Spedition zum Einsatz.


Modellvorstellung

Ohne große Pompöse und völlig unauffällig fand sich im Neuheitenblatt 2016 die Ankündigung dieser Formneuheit bzw. Neukonstruktion. Für dieses Jahr war eine Variante des Eisenbahnverkehrsunternehmen Kombiverkehr mit EKOL-Aufliegern sowie eine Variante von DB Schenker mit ebenfalls zwei Aufliegern angekündigt. Beide Wagen wurden zum UVP von € 79,99 angekündigt. Der Kombiverkehr-Wagen ist unter der Artikelnummer 54770 erhältlich, die Ausführung von DB Schenker als 54771.

Als Premierenmodell steht die Ausführung des schwarzen Kombiverkehr-Wagens zur Verfügung. Piko liefert das Modell in einer zweifachen Kartonschachte, in welcher der Wagen gut gesichert in einer zweiteiligen Blisterbox eingelegt ist. Der T 3000 sowie die beiden Auflieger sind getrennt in der unteren Plastikschale eingelegt, mitgeliefert wird auch eine Betriebsanleitung zur Erläuterung der Handhabung des Stützbockes.

Die beiden Wagentaschen sind vollständig aus Metall gefertigt, wobei im nach unten abgerundeten Tascheneinzug sowie in den nach oben gezogenen Auflageflächen saubere Gravuren vorzufinden sind. Einzelne Anbauteile sind aus Kunststoff gespitzt und am Modell eingesetzt. Ebenfalls aus Kunststoff gefertigt sind die drei Drehgestelle. Die Neukonstruktion ist mit einer Kurzkupplungskulisse versehen. Beim Talbot-Wagengelenk der beiden Taschenhälften hat sich Piko etwas ganz besonderes einfallen lassen, indem sich diese Hälften unter Zugeinwirkung zunächst ca. 5 mm voneinander trennen und dann die zweite Wagenhälfte mitreißt. Eine im Mitteldrehgestell eingebaute Feder zieht beide Wagenhälften wieder autark zusammen. Piko begründet diese eigenartige Konstruktion damit, daß man bei der Neukonstruktion ein Modell entwickeln wollte, welches in allen möglichen Radien bedenkenlos einsetzbar ist. Unklar ist allerdings aus derzeitiger Sicht, wie anlagentauglich sich diese „Hilfskonstruktion“ auf Dauer erweist.

Für den Transport von Containern, für die normalerweise entsprechende, nach oben ragende Einrastzapfen existieren, wählte Piko seinen eigenen Weg der Beladungsbefestigung. Da sämtliche, bisher lieferbare Container von Piko eigens konstruierte Einsteckzylinder nach unten aufweisen, wurde diese Herstellereigenheit auch bei der Neukonstruktion angewandt. Daher finden sich beim T 3000 von Piko nur acht umlegbare und im Fahrzeugrahmen eingesetzte sowie bewegliche „Klappriegel“. Die Anordnung dieser vier Reihen ist zwar korrekt, das Vorbild weist jedoch mehrere dieser umlegbaren Befestigungskörper auf, stattdessen finden sich im Modell an der passenden Stelle entsprechende Löcher zum Hineinstecken bzw. Arretieren der Container. Warum Piko die NEM 380 dabei mißachtet, war Gegenstand einer Anfrage, die jedoch bis dato unbeantwortet blieb. Am 11. November 2016 wurde dann mitgeteilt, daß man sich bei der Modellkonstruktion ausschließlich auf das eigene Containersystem orientierte.

Zum Lieferumfang gehören noch zwei Sattelauflieger mit der Aufschrift „www.ekol.com“. Hersteller der Sattelauflieger ist Herpa. Die Fahrzeuge sind aus Kunststoff gefertigt und passen problemlos in die Wagentaschen hinein. Beide Auflieger weisen unterschiedliche Beschriftungen auf.

Der Doppeltragwagen T 3000 ist schwarz lackiert, auf ihm finden sich folgende Fahrzeuganschriften wie die zwölfstellige Wagennummer 37 80 495 6 093-1 und TEN D-KOMBI  Sdggmrss. Die Revisionsanschriften lauten: 6 REV TVP 20.04.13. Einzelne Anbauteile wie der Zettelhalter oder die Umlegehebel der Bremstafel sind erhaben nachgebildet und verschiedenfarbig lackiert.


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Piko 54771 – T3000 von DB Schenker

Als zweites Modell dieser Neukonstruktion ist die Modellausführung von DB Schenker in der verkehrsroten Lackierung zu nennen. Das Modell entspricht in der Umsetzung dem oben beschriebenen Modell, und es wird mit zwei Herpa-Sattelauflieger von „DB Schenker“ ausgeliefert. Die Herpa-Sattelauflieger können bei Anblick nicht verschweigen, daß diese optisch sehr billig wirken, zugleich sind die Aufleger unvollständig bedruckt.

Die Wagennummer des verkehrsrot lackierten T3000 von DB Schenker lautet auf 31 80 499 2 001-6. Die Halterkennung ist auf D-DB ausgestellt. Als Wagengattung ist Sdggmrss 738 angeschrieben. Der Preis beträgt wiederum € 79,90. Dem Modell liegt ein Zurüstbeutel bei. Darin befinden sich mehrere Ersatz-Klappriegel, welche man aus der Führung herausnehmen kann. Durch die verkehrsrote Lackierung werden weitere Details dieser Neukonstruktion sichtbar.


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Piko 54773 – T3000 von Wascosa

Obwohl der moderne Güterverkehr immer monotoner wird, was den Einsatz von Fahrzeugtypen betrifft, wird er stattdessen bunter. Das Markenzeichen der Schweizer Waggonvermietungsgesellschaft Wascosa AG, Luzern, ist die Tatsache, daß ihre Fahrzeuge eine orange Farbgebung aufweisen.

Ein solches Modell hat Piko im Rahmen seiner Jahresneuheiten 2017 ins Programm genommen und als erstes der beiden Modellankündigungen ausgeliefert. Der Wascosa-Wagen entspricht in der Modellausführung seinen Vorgängern, sei es in der Konstruktion oder in der Ausführungsqualität der Lackierung bzw. Bedruckung. Mitgeliefert werden zwei Sattelauflieger der Schweizer Spedition „schöni“.

Die Wagennummer des orange lackierten T3000 von Wascosa lautet auf 33 85 495 5 121-0. Die Halterkennung ist auf TEN CH-WASCO ausgestellt. Die Wagengattung lautet auf Sdggmrs. Der Preis beträgt diesmal € 89,99 und ist wohl das teuerste aller Modelle dieser Produktserie. Dem Modell liegt ein Zurüstbeutel bei. Darin befinden sich mehrere Ersatz-Klappriegel, welche man aus der Führung herausnehmen kann. Die Revisionsanschriften lauten: 6 REV TVP 16.08.13 + 3M.


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Piko 54772 – T3000 von Wascosa

Die vierte Modellvariante gelangt Anfang Oktober 2017 in den Fachhandel und ist zum UVP von € 84,99 erhältlich. Bei der vorliegenden Modellausführung handelt es sich wiederum um einen Privatwagen von Wascosa, der aber an das Eisenbahnverkehrsunternehmen TXL vermietet ist. Die Wageneinheit ist schwarz lackiert, dem als Beladung zwei Sattelauflieger der Spedition „Fixemer“ beiliegen. Es sind wiederum Herpa-Fahrzeuge.

Das Modell trägt die vollständige Betriebsnummer 33 85 495 5 004-8 und das Halterkürzel CH-WASCO. Als Wagengattung ist wiederum Sdggmrs angeschrieben. Die Anschriften sind gut deckend, sauber und auch unter der Lupe gut lesbar aufgetragen, teilweise sogar mehrfarbig ausgeführt. Am Revisionsraster stehen die Daten 6 REV TVP 14.06.13 +3M.


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