Die Eurofima-Wagen: Piko 58530 / 58531 / 58532 / 58533 / 58534 / 58535

In den 1970er Jahren wurden elf Prototyp-Wagen neuer Personenwagen konstruiert, die als Vorläufer zu den heutigen im Oberbegriff genannten „Eurofima“-Wagen zählen. In weiterer Folge wurde dann der Serienwagen entwickelt. Dieser Wagentyp hat die korrekte Bezeichnung UIC-Z-Wagen. Die Wagenfamilie wird aber vielfach irrtümlich auch als „Eurofima“-Wagen bezeichnet. Unter Eurofima ist jedoch eine Finanzierungsgesellschaft zu stehen, die im Eigentum mehrerer Bahnverwaltungen steht und für die Finanzierung von Rollmaterial verantwortlich ist.

Mehrere Bahnverwaltungen haben noch während der 1970er Jahre größere Stückzahlen vom „Eurofima“-Wagen in Dienst gestellt. Beim Wagenmaterial handelt es sich um Abteilwagen erster Klasse mit neun Abteilen bzw. 2 Klasse mit elf Abteilen, die allesamt klimatisiert waren und international einsetzbar sind. Zu den beschaffenden Bahnverwaltung gehörten die Deutsche Bundesbahn (DB), die Italienischen Staatsbahnen (FS), die Österreichischen Bundesbahnen, die Schweizerischen Bundesbahnen, die Belgischen Staatsbahnen (SNCB) und die Französischen Staatsbahnen (SNCF). Die meisten Wagenserien wurden in reinorange abgeliefert. Bei den SBB wurde eine Serie an Liegewagen beschafft, die blau lackiert waren. Die französischen Wagen orientierten sich am Corail-Lackierungsschema. Der Fuhrpark der DB wurde im TEE-Farbschema gehalten. Sämtliche Wagen wurden im Laufe der Jahre bei allen Bahnverwaltung zu einem späteren Zeitpunkt mit neuen Farbschemen versehen.


Modellvorstellung

Piko reiht sich als weiterer Produzent und Hersteller dieser so wichtigen Wagentype für Europa ein, wiewohl die letzte Neukonstruktion eines Mitbewerbers auch schon gut zehn Jahre zurückliegen. Schaut man noch weiter in die Vergangenheit, so war es Roco, der in den 1980er Jahren die ersten langen und maßstäblichen Schnellzugwagen den Markt revolutionierte. Heute sind die maßstäblich konstruierten Schnellzug- bzw. Personenwagen nicht mehr wegzudenken und haben das Sortiment an 1:100-Wagen längst überflügelt.

Die Eurofimawagen wurden vom Sonneberger Hersteller als Neukonstruktion des Jahres 2020 ins Neuheitenprogramm aufgenommen. Der Hersteller hat bei Modellausführungen der DB, der SBB, der ÖBB und der FS in den jeweiligen Ursprungslackierungen angekündigt. Von den Modellen der ÖBB und der FS werden beide Wagenklassen realisiert.

Die Auslieferung der neukonstruierten Wagen erfolgt in der bekannten Piko-Verpackung für Wagen. In der Kartonverpackung ist eine zweiteilige Blisterverpackung eingelegt, mitgeliefert wird ein Zurüstbeutel und eine Betriebsanleitung. Der Zurüstbeutel beinhaltet vier Anbauteile, die die silber-farbigen Trittstufen der Schwenkschiebetüren betreffen. Piko empfiehlt die Montage dieser Teile nur beim Fahrzeugeinsatz ab dem Radius R2 (mind. 422 mm) oder bei Vitrinenmodellen. Zudem sind die Modelle für den nachträglichen Einbau einer LED-Innenbeleuchtung ausgelegt. Für die Montage lassen sich die Gehäuse seitlich speitzen und nach oben abnehmen. Die Konstruktion ist selbstverständlich mit einer Kurzkupplungskulisse versehen, leider werden die neuen Modelle noch nicht mit der neuen Piko-Kurzkupplung bestückt, wie dies bei Mitbewerbermodellen längst Usus ist.

Das neue Wagenmodell ist aus Kunststoff gefertigt und weist zahlreiche feine und tiefe Gravuren auf. Die Wagenenden sind verjüngt umgesetzt, im Wagenmodell sind die Griffstangen als eigene Teile bereits werkseitig eingesetzt, allerdings wurde auf die Nachbildung des Heizkabels verzichtet bzw. gar nicht erst vorgesehen. Als gelungen darf die Nachbildung der Wagenschürze mit den Lüftergittern und sonstigen Apparaturen (Umstellhebel, Bremssteller udgl.) angesehen werden, ebenso auch die Türgriffe und die Schaugläser bei den Türen. Der Kasten mit dem Zuglaufschild erweist sich als Hingucker, insbesondere der silberne Versperrriegel ist als besonderes Detail erwähnenswert. Die Lüftergitter sind feinmaschig graviert und ausgeführt. Die Fenster sitzen paßgenau, teilweise sind Imitationen der Gummifassungen erkennbar. Die Fensterstege sind zierlich ausgeführt, die Lüfterklappen betonen diese Zierlichkeit. Der Blick auf die Stirnwände läßt zunächst aufgedruckte Zugschlußlampen vermuten. Der Lampenring ist mehrfarbig aufgedruckt, die roten Lichtimitationen bestehen aus paßgenauen, rot eingefärbten und eben aufliegenden Kunststoffscheiben. Der Wagenboden ist vorbildgerecht nachgebildet und zeigt verschiedene Aggregatgruppen mit allen Detailierungen. Lackierung und Bedruckung der Modelle ist tadellos.

Die Detailangaben zu den jeweiligen Modellen werden bei den Bildern angeführt, alle Modelle werden zum UVP von € 59,99 angeboten.


Bilder 58530

Der Avmz 207 ist der einzige DB-Wagen, den Piko als Modell angekündigt hat und auch als erstes Modell auslieferte. Der in TEE-Farben gehaltene Wagen ist mit der Betriebsnummer 61 81 19-90 541-2 beschriftet. Am Wagen wird als Heimatbahnhof München-Pasing angegeben, im Revisionsraster stehen die Daten REV Om 02.12.81. Im aufgedruckten Zuglaufschild wird der IC 586 Ernst Barlach von München Hbf nach Hamburg-Altona ausgewiesen, unmittelbar daneben ist noch die Wagennummer 72 aufgedruckt. Somit paßt das Modell ideal zu den früheren Wagensets.


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Der SBB-Wagen gehört der 1. Wagenklasse an und gehört zur Wagengattung Am. Die Betriebsnummer lautet auf 61 85 19-70 519-7. Der Reinorange lackierte Wagen ist mit dem grauweißen Absetzstreifen versehen und ist mit dem großen SBB-Logo und den Initialien des Unternehmens in allen drei Sprachen versehen. Am Modell ist keine Heimatdienststelle aufgedruckt, sehr wohl aber die Revisionsdaten, die wie folgt lauten: REV 2 Ol 15.02.80. Als weitere Fahrzeugbeschriftungen sind die Wagennummer 112 und der Zuglauf „Schaffhausen – Zürich HB – Gotthard – Chiasso – Milano C“ zu nennen.


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Im Neuheitenprogramm wurden von den UIC Z1-Wagen auch die Ausführungen der ÖBB in reinoranger Farbgebung angekündigt. Die Modelle orientieren sich im Ablieferungszustand, wobei Piko darauf geachtet hat, keine Wagennummern zu verwenden, die bislang schon als Modelle erschienen sind. Das Modell des 2. Klasse-Wagens ist mit folgenden Fahrzeuganschriften versehen: Gattungsbezeichnung Bmoz, Wagennummer 61 81 21-71 048-6, Heimatbahnhof: Wien Westbf., Revisionsanschriften REV Wn 13.04.77. Das Modell ist sauber lackiert und bedruckt, kurios erscheint nur die aufgedruckte Ordnungsnummer 149 am Modell, die in keinem direkten Zusammenhang steht. Das Modell ist ohne aufgedruckten Zuglaufschild generell frei verwendbar. Die silbernen Klapptritte liegen als Zurüstteile bei.


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Als Ergänzung für den Bmoz steht die Ausführung als 1. Klasse-Wagen zur Verfügung. Das Modell entspricht einer anderen Bauform und weist als solche größere Abteile auf. Der ÖBB-Eurofima-Wagen ist mit der Gattungsbezeichnung Amoz, der Wagennummer 61 81 19-71 004-3 bei gleichem Heimatbahnhof beschriftet. Im Revisionsraster stehen die Angaben REV WN 06.04.77. Als aufgedruckte Ordnungsnummer ist die 141 aufgedruckt. Auch dieses Modell wird ohne aufgedrucktes Zuglaufschild ausgeliefert. Der UVP beträgt wie bei den zuvor ausgelieferten Modellen € 59,99.


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