Trix/Minitrix 16155 / 16156: DB 150

Die Deutsche Bundesbahn beschloss kurz nach ihrer Gründung in den 1950er Jahren, mehrere, nach einheitlichen Konstruktionsprinzipien erstellte Fahrzeugtypen für unterschiedliche Einsatzspektren zu beschaffen. Für den schweren Güterverkehr wurde ab 1957 eine sechsachsige Type beschafft, von denen bis 1973 insgesamt 194 Lokomotiven bei den Herstellern Henschel, Krauss-Maffei und Krupp (mechanischer Teil) und AEG, BBC und SSW/Siemens (elektrischer Teil) gebaut und in Dienst gestellt wurden. Der Bau der BR 150 erfolgte in mehreren Baulosen, sodass einzelne Liefertranchen ein unterschiedliches Erscheinungsbild aufweisen können. Derartige Unterschiede betreffen u. a. die Lampenfassungen an der Front, die Verwendung unterschiedlicher Lüftergitter am Lokkasten, die Verwendung von Verschleißpufferbohlen oder auch die Dachpartie mit unterschiedlich ausgeführten Dachaufbauten.

Die Lokomotiven waren bis zur Beschaffung der nochmals stärkeren, ebenfalls sechsachsigen Baureihe 151 unangefochten im Betriebsdienst zu sehen. 2003 schied die letzte Lokomotive aus dem Bestand der DB AG aus. Die 19,49 m langen Triebfahrzeuge erreichten ein Dienstgewicht von 126,0 bzw. 128,0 t und erbrachten eine Dauerleistung von 4.410 kW bei 80 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit war mit 100 km/h bemessen.


Modellvorstellung 16155

Claus Ballsieper als Produktmanager bei Minitrix ist stets bemüht, sein Sortiment sinnvoll und abwechslungsreich zugleich zu gestalten und wartet immer wieder mit interessanten Überraschungen auf. Seine Sortimentspflege erlaubt es auch, besondere Modelle für die N-Bahner aufzulegen.

2017 wurde die Baureihe 150 als Clubmodell auserkoren, indem eine Modellausführung unterschiedlichen Frontlampen angekündigt war, wie dies auch bei einigen Maschinen im Vorbild der Fall war. Eine Fahrzeugfront wies Einfachlampen auf, die andere Doppellampen. Diese Verschiedenartigkeit entstand infolge von Unfallausbesserungen in den Ausbesserungswerken. Diese besondere Modellausführung bietet Trix als Einmalserie seinen Trix-Club-Mitgliedern unter der Artikelnummer 16155 zum UVP von € 279,99 an.

Verpackung

Das Minitrix Clubmodell 2017 wird in einer größeren Kartonverpackung ausgeliefert. Dies liegt daran, weil das Modell in einer Holzschatulle verpackt ist und diese mehr Volumen einnimmt. Die Holzschatulle ist in der üblichen Umverpackung eingelegt. Die Betriebsanleitung sowie weitere Dokumente, u. a. das Zertifikat, sind im anderen Fach abgelegt. Die Lok ist ein einer paßgenauen Plastikeinlage mit Deckel verstaut und in einer Folie umwickelt. Es liegt dem Modell ein Zurüstbeutel mit Teilen für die Pufferbrust bei.

Technik

Das Lokgehäuse aus Kunststoff ist ein Bauteil und wurde auf dem Chassis aufgesteckt. Zur Abnahme des Gehäuseteils genügt das leichte auseinanderspreitzen der Seitenwände. Die Fahrzeugplatine ist am Chassis mit zwei Schrauben befestigt und verfügt über eine 14polige Digitalschnittstelle.

Im Metallrahmen unter der Platine wurde der fünfpolige Mittelmotor mit Schwungmasse untergebraucht. Die Kraftübertragung erfolgt über die beidseitigen Wellenstummel auf das Zahnradgetriebe in den Drehgestellen. Es werden die Achsen 1, 3, 4 und 6 angetrieben, die Achsen 2 und 5 sind als reine Laufachsen ausgeführt. Die dritte Achse weist beidseitig Haftreifen auf. Die Auslieferung erfolgt mit Kurzkupplungskulisse.

Fahrverhalten

Die Fahreigenschaften der 102 Gramm schweren Hochgeschwindigkeitslokomotive können sich ohne weiteres sehen lassen. Das Modell durfte seine Proberunden auf einem Gleisoval auf dem kleinsten Radius des „piccolo“-Gleissystems von Fleischmann erbringen.

Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 139 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 39 % zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 50 % um gerade einmal ca. elf % zu niedrig.

Optik

Das Modell der Baureihe 150 weist saubere Gravuren im Kunststoffgehäuse auf. Die erhabenen Fahrzeugteile an den Seitenwänden und auch die Türpartien sorgen für eine optische Aufwertung des Modells. Die Türgriffstangen sind angraviert und wurden farblich nachbehandelt. Die Lüftergitter sitzen paßgenau in den Seitenwänden, ebenso sind die Fenstereinsätze bündig eingelegt. Das Dach ist vollständig und korrekt wiedergegeben. Auch hier finden sich saubere Gravuren wieder. Die Drehgestelle sind dreidimensionl durchgebildet.

Farbgebung und Bedruckung

Die vorliegende Clubmodell ist im Farbschema der 1970er Jahre gehalten und ist in den Farben Ozeanblau/Beige lackiert. Die Lackierung weist gerade in der Trennkante leichte Ausfransungen auf. Die Aluringe der Lampengläser könnten sauberer dargestellt werden. Die Anschriften sind sauber aufgetragen und unter der Lupe gut lesbar. Das Clubmodell trägt die Betriebsnummer 150 012-3 und ist beim Bw Nürnberg 2 und der BD Nürnberg beheimatet. Das Revisionsraster weist die Daten REV MF X 28.04.86 auf.

Beleuchtung

Die sechsachsige Güterzuglokomotive wird mit warmweise LED ausgeliefert. Im Digitalbetrieb lassen sich die Lampen einzeln schalten, und es existieren noch weitere Schaltfunktionen.


Bilder 16155


Modellvorstellung 16156

Als weitere Variante der sechsachsigen Güterzuglokomotive wurde für das Jahr 2018 eine Lokomotive ohne Regenrinne in orientroter Lackierung ins Programm aufgenommen, die die Lok im Betriebszustand von 1992 zeigt. Das Modell ist unter der Artikelnummer 16156 und zum UVP von ebenfalls € 279,99 erhältlich.

Die orientrot-lackierte Lokomotive mit dem Frontlatz erhielt die Betriebsnummer 150 014-9. Die Lok ist als Farb- und Beschriftungsvariante, aber insbesondere als Formvariante zum Clubmodell ins Sortiment genommen worden. Die vorliegende Lok verfügt über Einfachlampen und Klatte-Lüftergitter.

Das Modell ist sauber lackiert und bedruckt. Die Farbtrennkanten sind bei diesem Modell besser ausgeführt. Die Lok ist beim Bw Nürnberg 2 stationiert. Die Revisionsdaten lauten auf: REV MF X 08.05.91.


Bilder