Fleischmann 825010: T2000

Die konstruktive Entwicklung des T 2000 ist der Ausfluß einer europäischen Verkehrspolitik, indem der Eisenbahnverkehr stets dem Straßengüterverkehr hinterhinkte. Italien hob 1981 das Gesamtgewicht eines Sattelzuges auf 44 Tonnen an. EU-weit wurde das LKW-Gesamtgewicht auf 40 t sowie im Strassenvor- und nachlauf des KLV auf 44 t angehogen. Die bisherigen Taschenwagen waren für diese Gewichte nicht mehr konzipiert. Der T1 hatte eine Lastgrenze bei 33 Tonnen (später durch Umbau auf 37 Tonnen angehoben) und gilt als Urmutter aller Taschenwagen. Der Wagen wurde ab 1973 als Skss-z 707 in einer Stückzahl von 700 Waggons bei der DB sowie in baugleicher Ausführung von anderen Bahnverwaltungen beschafft. Der Wagen hatte eine LüP von 16.440 mm und eine Lastgrenze von 33 Tonnen. 1980 wurde das UIC-Gattungskennzeichen auf Sd(g)kms(s) 707 geändert. Der T2 war nur in Italien zugegen und wird daher nicht weiter betrachtet.

Da die Lastgrenze durch die geänderten Verhältnisse im Straßengewerbe durch die Anhebung des Gesamtgewichtes nicht mehr ausreichte, entstand 1990 auf Basis des T1 die neue Taschenwagengeneration T3. Diese Type ist um fast zwei Meter länger und hat eine LüP von 18.340 mm sowie eine Lastgrenze von 69 Tonnen, womit jeder heute zulässige Auflieger transportiert werden kann. Allerdings erwies sich diese Fahrzeuglänge für den Containertransport als ungünstig.

Die HUPAC AG beschaffte dagegen den T4 mit einer Ladelänge von 18.280 mm und einer Lastgrenze von 69 Tonnen für Container und 38 Tonnen für Auflieger. Hupac gibt für den Taschenwagen IV eine Länge über Puffer von 20.000 mm sowie eine Nutzlast von 68 Tonnen an. Diese Wagen wurden ab 2003 in Dienst gestellt.

Der Doppelgelenktaschenwagen der Gattung Sdggmrss 736, auch T2000 genannt, stellt eine konstruktive Abwandlung des T4 dar, der allerdings je Seite nur einen 45′-Container aufnehmen kann und aus zwei Fahrzeughälften besteht. Die Entwicklung des Wagens erfolgte ab 1987 gemeinsam zwischen Novotrans (französische KLV-Betreibergesellschaft) und der deutschen Kombiwaggon. Kombiwaggon wurde damals als Joint-Venture zwischen der DB und dem KLV-Betrieber Kombiverkehr geführt; letzt genannter schied 1985 aus. Ab 1987 wurden zunächst reine Tragwagen für Container und Wechselbehälter der Gattungen Sggmrs 714/Sggnos 715) beschafft, ab 1991 folgten kombinierte Trag- und Taschenwagen der Gattungen Sdggmrs 739/Sdggnos 744). Diese Bauform wurde seitens Kombiverkehr genutzt, um bis 1997 diese zu einem Doppeltaschenwagen weiterzuentwickeln, der als T2000 bezeichnet wurde. Kombiverkehr beschaffte von diesem Wagen 32 Exemplare und reihte diese als Privatwagen bei der Deutschen Bundesbahn unter der Wagengattung Sdggmrs 4955 ein. Weitere Wagen dieser Gattung wurden in großen Stückzahlen von der Ahaus-Alstätter-Eisenbahn (AAE) als Sdggmrss 104′ Megapack beschafft. Die AAE setzt an die 1.000 solcher Fahrzeuge ein.


Modellvorstellung

Daß heute eine Vorbildrecherce für eine Neukonstruktion gleich zweifach verwendet wird, ist durchaus sinnvoll. Nach der Neukonstruktion des T 2000 in der Baugröße H0 ist mit den Neuheitenprogramm 2018 das Vorbild auch in der Baugröße N angekündigt worden. Die Modellumsetzung ist dabei längst überfällig, fehlte es doch auch in dieser Spurweite an modernen Containertragwagen.

 

Die ersten Modelle sind als Neuheit 2018 angekündigt worden, weitere ein Jahr später. Stellvertretend für alle bisher angekündigten Modelle wird der orange lackierte WASCOSA-T 2000 präsentiert. Das Modell ist als Neuheit 2019 gelistet und wird mit zwei Fercam-Auflieger ausgeliefert. Es wird unter der Artikelnummer 825010 geführt, der UVP ist mit € 77,90 ausgewiesen. Der Wagen und die beiden Auflieger finden Platz in einer Standard-H0-Plastikverpackung von Fleischmann.

Der Doppeltaschen-Gelenkwagen wurde aus Metalldruckguß gefertigt. Das verleiht dem Wagen etwas mehr Gewicht. Gegenüber dem H0-Modell waren jedoch bei der Modellumsetzung Kompromisse notwendig. Dies hat aber den Vorteil, daß das Modell ohne Zurüstteile auskommt. Sämtliche Klappriegel, die sehr detailiert dargestellt sind, sind bereits werkseitig beim Modell angebracht und unterschiedlich farblich behandelt. Bereits werkseitig montiert sind die Aufstiegshilfen an den Wagenenden. Der Hebebock ist ebenfalls schon im Modell verbaut, bereits in die Taschen berücksichtigt sind die Unterlegkeile für die Aufliegerachsen.

Das vorliegende Modell ist als Wascosa-Fahrzeug ausgeführt, dafür spricht schon die orange Lackierung des T 2000. Der Güterwagen erhielt die Fahrzeugnummer 37 80 499 3 798-4 und die Halterkürzel D-RBSAF. Alle weiteren Anschriften sind nur sehr schwer zu entziffern.


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