Fleischmann 708702: ÖBB Reihe 86

Das Typenprogramm der Deutschen Reichsbahn sah für den gemischten Dienst auf stark befahrenen Nebenstrecken die Baureihe 86 vor. Bis zum Jahre 1943 waren nahezu alle deutschen Lokomotivfabriken in die Produktion der insgesamt 774 Maschinen beteiligt. Die ersten Lieferungen waren noch mit Bissel-Laufachsen ausgerüstet, die Maschinen mit den Betriebsnummern 86 293 bis 296 und ab der Nummer 86 336 erhielten aber Krauss-Helmholtz-Gestelle. Dadurch konnte die Höchstgeschwindigkeit von 70 bis 80 km/h heraufgesetzt werden, die Gesamtlänge wuchs auf 13.920 mm. Eine große Anzahl von Lokomotiven ging während des Krieges verloren oder verblieb danach im Osten. Zur DB kamen 385 Lokomotiven, die bis 1968 bis auf einen bescheidenen Rest ausgemustert und zur 086 umgezeichnet waren. 1974 schied die letzte Maschine aus. Von den 175 Lokomotiven der DR waren zum Zeitpunkt der Einführung der Computernummer noch viele unter Dampf. Die letzte Zugfahrt mit einer DR 86 fand am 25. September 1976 statt. In Österreich verblieben nach 1945 27 Maschinen, die bis 1972 im Plandienst waren. Die ÖBB-Loks erhielten eine Saugluftbremse und waren in den Heizhäusern Bischofshofen, Linz, Selzthal, Hieflau und St. Veit an der Glan beheimatet.


Modellvorstellung

Fleischmann führt die Baureihe 86 in der Baugröße N seit 1993 im Programm. Die lange Produktionsdauer von mehr 25 Jahren hat bis dato eine Vielzahl an Modell-, Farb- bzw. Beschriftungsvarianten hervor gebracht. Die aktuelle Modellausführung betrifft eine Modellausführung einer ÖBB-Lok. Das Modell ist als Analogfahrzeug mit der Artikelnummer 708702 zum UVP von € 179,90 verfügbar, die digitale Version mit eingebautem DCC-Decoder (Artikelnummer 708782) kostet € 219,90; letztere ist auch unter analogen Anlagenbedingungen einsetzbar.

Verpackung

Die ÖBB 86.453 wird in der üblichen Fleischmann-Blisterbox ausgeliefert. Das Modell liegt paßgenau im Plastikeinsatz und wird neben dem Oberteil der Blisterbox noch zusätzlich durch eine darauf liegende Plastikfolie geschützt. Das Modell wird ohne Zurüstteile ausgeliefert und ist somit sofort einsetzbar. Unter dem Plastikeinsatz befindet sich auf dem Kartoninlet abgedruckte Betriebsanleitung, das Ersatzteilblatt sowie eine Garantieerklärung.

Technik

Das vorliegende Modell basiert auf der einstigen Fleischmann-Konstruktion. Die Antriebskomponenten sind im Langkessel untergebracht. Um diesen abzunehmen, ist es notwendig, die Zentralschraube zwischen der ersten und zweiten Kuppelachse zu lösen, danach läßt sich das Gehäuse von vorne weg nach oben abziehen. Der Motor ist am hinteren Fahrzeugende platziert. Die Kraftübertragung erfolgt über den langen Wellenstummel direkt auf die Zahnräder der zwei mittleren Kuppelachsen. Die anderen Kuppelachsen werden über die Kuppelstange mitgenommen. Die dritte Kuppelachse ist beidseits mit Haftreifen versehen. Alle Kuppelachsen weisen ein leichtes Seitenspiel auf. Die Kuppelachsen 1 und 3 liegen star im Rahmen, die anderen Kuppelachsen sind gefedert eingesetzt. Das Modell verfügt über keine Kurzkupplungskulisse, die Beweglichkeit der Kupplung resultiert jedoch aus dem Seitenspiel des Vorlauf- und Nachlaufdrehgestells. Für den Digitalbetrieb ist eine sechspolige Schnittstelle vorgesehen.

Fahrverhalten

Das Eigengewicht beträgt 55 Gramm. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 70 bis 80 km/h (Werte in Klammer). Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von xxx km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um xxx % (ca. xxx %) zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 50 % – ist sie sogar um xxx % (ca. xxx %) zu hoch. (Daten folgen)

Optik

Die markante Fleischmann-Konstruktion ist detailreich ausgeführt. Sämtliche Gehäuseteile wie Führerstand, Langkessel und der Frontbereich sind mit zahlreichen Gravuren versehen, besonders die Nietreihen sind dezent nachgebildet. Der Wasserkasten ist bei diesem Modell geschweißt ausgeführt. Die Kesselleitungen sind erhaben dargestellt. An der Lokrückwand ist ein hoher Kohlekasten aufgebaut. Am Führerhausdach ist ein Lüftungsaufsatz angesetzt. Bei der Rauchkammertüre sind ebenfalls alle freistehenden Teile in die Gehäuseform erhaben dargestellt. Der Langkessel verfügt über vier Dome, in denen weitere Baugruppen bzw. Fahrzeugteile extra eingesetzt sind. Die Frontlampen sitzen vorne am Fahrzeugrahmen auf, die hinteren Lampen sind an der Tenderrückwand fixiert. Das Laufwerk zeichnet sich durch Speichenradsätze in filigraner Ausführung aus. Die Steuerung sowie deren Gestängeteile sind ebenfalls sehr filigran ausgeführt.

Farbgebung und Bedruckung

Die Lackierung ist bei einer Dampflok selbsterklärend, da die Farbtrennung vielfach durch unterschiedlich eingefärbte Kunststoffteile erfolgt. Das Modell ist sauber bedruckt, sämtliche Anschriften sind mittels einer Lupe trennscharf lesbar. Die ÖBB-Betriebsnummer lautet auf 86.453. Die Lok ist in St. Veit an der Glan beheimatet. Die letzte Revision fand in der HW Knittelfeld am 20.10.68 statt.

Beleuchtung

Die Beleuchtung erfolgt noch mit Glühlampen.