Kesselwagen Bauart Deutz – ESU-Pullman 36201/36203/36218 bis 36220

ESU 36219 – ÖMV-Kesselwagen

ESU hat die Deutz-Kesselwagen nach deutschen oder DB-Vorbilder bzw. Einsteller bisher nur in Dreiersets aufgelegt. Mit der Ankündigung dieser Sets wurden auch zwei Einzelwagen für Österreich bzw. der ÖBB als Neuheit gelistet. Der ÖMV-Kesselwagen ist unter der Artikelnummer 36219 zum UVP von € 34,95 im Fachhandel zu erwerben.

Der erste Einzelwagen betrifft die Ausführung des österreichischen Mineralölkonzerns „ÖMV“. Der Wagen ist in einer schwarzen Grundfarbe gehalten und fällt durch die beiden blauen Kontrastflächen auf, in welchem das bekannte ÖMV-Logo zu sehen. Das alte ÖMV-Logo wurde als Wort- und Bildmarke geschaffen, indem die Firmenbuchstaben die Form eines Bohrturmes nachbilden.

Der ÖBB-Einzelwagen erhielt die Betriebsnummer 532 251P. Er wird als Privatwagen geführt und ist in diesem Erscheinungsbild der Epoche III zugeordnet. Als Heimatbahnhof ist Deutsch-Wagram angeschrieben. Im Revisionsraster stehen die Daten: REV Dw 18.08.65. Lackierung wie Bedruckung sind am Modell sauber aufgebracht. Sämtliche Anschriften sind trennscharf dargestellt und lupenrein lesbar.


Bilder


ESU 36220 – OEVA-Kesselwagen

Als zweiter Einzelwagen nach einem österreichischen Vorbild ist der in der Epoche IV-Beschriftung ausgeführte Kesselwagen von OEVA zu anzuführen. Das Modell ist unter der Artikelnummer 36220 zum UVP von  € 34,95 im Fachhandel erhältlich.

Der Wagen ist in der selben Aufmachung gehalten wie die Schwestermodelle. Er unterscheidet sich optisch durch ein geändertes Erscheinungsbild und den Anschriften. Der Kessel ist diesmal silbern lackiert, auf der rechten Fahrzeugseite ist das Firmenlogo „OEVA“ in roter Farbe und im durchbrochenen roten Kreis aufgedruckt. Auf der Anschriftentafel ist die Betriebsnummer als Computernummer ausgeführt. ESU hat bei diesem Modell die Wagennummer 23 81 736 6 025-5P ausgewählt. Der Wagen ist ebenfalls in Deutsch-Wagram beheimatet und die Revisionsanschriften lauten auf: REV Dw 22.07.82.


Bilder


Für den Transport von brennbaren Flüssigkeiten kristallisierte sich schon der Kriegsbeginn ein Bedarf nach Kesselwagen in Leichtbauweise heraus. Die Fa. Westwaggon in Köln-Deutz entwickelte nach diesen Vorgaben einen zweiachsigen Wagen. Die „Leichtigkeit“ des Wagens wurde insbesondere durch die Schweißtechnik erreicht. Der geschweißte Tank erreichte dadurch eine hohe Stabilität, sodaß auf eine schwere Rahmenkonstruktion verzichtet werden konnte. Die Kopfstücke waren mit dem Kessel verschweißt und nahmen zugleich die Stoß- und Zugvorrichtungen auf, wobei als Aufprallschutz noch zusätzliche Wannen ausgebildtet wurden. Die Fa. Westwaggon als Entwickler der Bauart „Deutz“ fertigte zwsichen 1941 und 1944 ca. 2.000 Kesselwagen, wobei eine Vielzahl der Wagen zunächst an private Einsteller ging, vielfach an die Treibstoffindustrie. Die letzten Fahrzeuge verschwanden Anfang der 1990er Jahre.


Modellvorstellung

Schon der Einstieg in die Produktion von Personenwagen war als Überraschung zu werten, noch viel mehr war die Ankündigung dasselbe im Bereich der Güterwagen zu tun, noch überraschender. Jedenfalls kündigte der Neu-Ulmer Hersteller zur Spielwarenmesse die Produktion der Kesselwagen der Bauart Deutz mit gleich drei verschiedenen Wagensets an. Das erste Kesselwagenset (36200) umfaßt drei Bahndienstwagen der Epoche III in hellgrauer bzw. grüner Farbgebung des Kessels. Das zweite Set (36201) ist ebenfalls der Epoche III zuzuordnen und besteht aus je einem Kesselwagen der Ölfirmen Shell, Esso und Aral. Der erste Zweiachser verfügt über einen gelben Kesselanstrich, die beiden anderen sind wiederum hellgrau lackiert. Das Set 36203 ist das einzige Set, deren Wagen eine Epoche IV-Beschriftung erhielten. Die drei Wagen sind zwar farblich ident, tragen jedoch unterschiedliche Sujets, von denen zwei der Firma VTG mit unterschiedlichem Logo und einer der Firma EVA angehören. Die Sets sind zum UVP von € 99,90 angekündigt.

ESU liefert seine Kesselwagen in einer Kartonverpackung aus, darin sind die Wagen in einer zweifachen Plastikverpackung verstaut. Die Wagen werden werkseitig komplett zugerüstet ausgeliefert, sodaß nur mehr die Bügelkupplungen als eigener Ersatzteil- bzw. Zurüstbeutel mitgeliefert werden.

Die Kesselwagen hinterlassen sofort einen optisch hervorragenden Eindruck. Zum Herausheben aus der Verpackung empfiehlt es sich, diese an den Puffern anzugreifen. Die Fahrzeuge sind aus Kunststoff gefertigt und haben ein Eigengewicht bei 47 Gramm. Die Modelle sind hervorragend konstruiert und graviert und zeichnen sich durch eine Vielzahl an Details aus. Beim genaueren Betrachten fällt sofort auf, daß die Laufgitter bzw. die Laufplanken aus Ätzteile bestehen. Die Fahrzeuge verfügen über zahlreiche, extra angesetzte Anbauteile wie Armaturen, Signalhalterungen, ein dimensionierte Geländer und Griffstanden aus stabilen Material. Die Anschriftentafel sind ebenfalls extra angesetzt. Die berücksichtigte Kurzkupplungskulisse wurde hinter bzw. unter die Kopfstücke versteckt, die Bremsanlage bzw. die Ausfüllstutzen sind vorbildgerecht nachgebildet. Die Metallachsen sind in Metall-Lagern gebettet.

Die monotone Lackierung läßt sich bei den Kesselwagen problemlos umsetzen. Die Bedruckung ist bei allen Wagen sauber aufgebracht und auch – unter der Lupe – problemlos lesbar. Beim VTG-Wagen mit dem neueren Logo dürfte allerdings die schwarze Hintergrundfläche für das Logo zu niedrig ausgefallen sein. Die Anschriften sind dabei mehrfarbig gehalten.

Die Wagen weisen folgende Betriebsnummern und Revisionsanschriften auf:

  1. 21 80 070 2 716-0P – 4 REV 107 10.12.71
  2. 21 80 070 2 705-3P – 4 REV 107 18.09.74
  3. 23 80 737 7 606-0P – 4 REV 201 19.06.74

Der Heimatbahnhof der VTG-Wagen ist Hamburg-Rothenburgsort, jener des EVA-Wagen Brühl-Ost.


Bilder – Wagen 1 „VTG“ – altes Logo


Bilder – Wagen 2 „VTG“ – neues Logo


Bilder – Wagen 3 „EVA“


ESU 36201

Das zweite Dreierset betrifft die Ausführungen deutscher Mineralölfirmen. Die Wagen sind als Epoche III-Modelle ausgeführt und tragen die Eisentumskennungen von „ARAL“, „ESSO“ und „SHELL“. Die Privatwagen der beiden erstgenannten Einsteller verfügen über einen hellgrau-lackierten Kessel, jener des dritten Wagens ist in der bekannten, gelben Lackierung gehalten. Die Modelle weisen folgende Betriebs- und Revisionsdaten sowie den Heimatbahnhof auf:

  1. Einsteller „ARAL“, 503 104P, Bochum-Riemke, REV 110 3.8.52
  2. Einsteller „ESSO“, 584 940P, Hamburg-Unterelbe, REV 110 7.11.59
  3. Einsteller „SHELL“, 583 423P, Hamburg-Süd, REV 108 1.7.59

Bilder 36201/1 – ARAL


Bilder 36201/2 – ESSO


Bilder 36201/3 – SHELL


ESU-Set 36218

Zum Jahresende hat ESU zwei weitere Sets herausgebracht, von denen stellvertretend jenes der Wageneinsteller VTG und EVA vorgestellt wird. Das Set gelangte unter der Artikelnummer 36218 zum selben UVP in den Fachhandel und besteht aus zwei Wagen der Wagenvermietungsgesellschaft VTG und einer von EVA. Die Wagen weisen folgende Betriebsdaten auf:

  1. 21 80 070 5 149-1P – 4 REV 107 09.10.68
  2. 21 80 070 5 156-6P – 4 REV 107 17.04.69
  3. 23 80 737 7 610-2P – 4 REV 201 09.02.71

Der Heimatbahnhof der VTG-Wagen ist Hamburg-Rothenburgsort, jener des EVA-Wagen Brühl-Ost.

Bilder 36218/1 – VTG – altes Logo

Bilder 36218/2 – VTG – altes Logo

Bilder 36218/3 – EVA