Fleischmann 6260065: ÖBB-Nightjet-Garnitur

Die schlechte Qualität im Nachtzuggeschäft hat fast zum Zusammenbruch eines ganzes Geschäftsfeldes bei den Eisenbahnen geführt. Im Jahr 2016 haben die ÖBB entschieden, unter dem Markennamen „nightjet“ ein überschaubares Zugangebot auf die Beine zu stellen. Die Umsetzung dieser Nachtzugverbindungen war aber nicht ohne gebrauchtem Rollmaterial von der DB AG möglich. Mit diesen Wagen und den eigenen Schlaf- und Liegewagen wurde mehrere Destinationen geschaffen, wobei in der Regel die Zugpaare einer Blockzugbildung unterstanden. Im Laufe der Jahre war den ÖBB aber bewußt, daß das Rollmaterial in die Jahre kommt. Deshalb mußten neue Fahrzeuge beschafft werden, wobei die ÖBB sich wiederum auf das unwirtschaftliche Wendezugkonzept à la Railjet einließ.

Die getätigte Ausschreibung hat Siemens gewonnen. Das Konzept sieht siebenteilige Garnituren mit zwei Schlafwagen, drei Liegewagen, einem Multifunktionswagen mit Behindertenabteile und Sitzbänken sowie einen Sitzwagen im Steuerwagen. Die neuen Garnituren sollten als Wendezüge betrieben werden, doch fehlt seit der Betriebsaufnahme die Zulassung für den geschobenen Betrieb.

Die neue Garnitur wird seit Dezember 2023 auf verschiedenen Relationen nach Deutschland eingesetzt, gefolgt von einer Binnenverbindung in Österreich. Zuletzt ist noch das Zugpaar Wien – Rom bzw. München – Rom hinzugekommen. Die Betriebsaufnahme erfolgte nicht problemlos. Selbst nach einem Jahr Inbetriebnahme machen die neuen Siemens-Garnituren genügend Probleme zum Leidwesen der zahlenden Kunden. Was die Kunden betrifft, diese werden für die gebotene Minderqualität noch ordentlich löhnen.

Die ÖBB haben zunächst 13 Garnituren bestellt. Nach der Ablieferung der Tageszüge (Railjet 2) erfolgte der Bau der weiteren 20 bestellten Garnituren, deren erste Garnitur schon im Jänner 2025 zu sehen war.


Modellvorstellung

Die Herstellergruppe aus Salzburg hat bereits in der Baugröße H0 unter dem Markennamen Roco den siebenteiligen Wendezug in verschiedenen technischen Ausführungen umgesetzt. Da die Konstruktionsdaten schon vorlagen, war es die logische Konsequenz, auch die verkleinerte Modellausführung im Maßstab 1:160 bzw. der Baugröße N ins Modell umzusetzen.

Fleischmann hat die siebenteilige Wendezuggarnitur als Neukonstruktion für das Jahr 2025 angekündigt und die Auslieferung noch zeitgerecht vor Weihnachten 2025 vorgenommen. Die Auslieferung der sieben Modelle erfolgt in einer kunstvoll gestalteten Kartonverpackung. Die Wagenmodelle sind in zwei Ebenen darin eingelegt. Zum Schutz der Fahrzeuge wurden entsprechende Schutzmatten beigelegt. Die Betriebsanleitung die sieben Zurüstbeutel sind unter dem zweiten Blistereinsatz deponiert. Die Zurüstbeutel beinhalten die Kupplungsstücke. Die 64 Seiten starke Betriebsanleitung ist in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch abgefaßt und beinhaltet auch das Ersatzteilblatt.

Die Modelle liegen sogleich folgerichtig in den Blistereinsätzen, wobei auch die korrekte Zusammenstellung anhand der Darstellung in der Betriebsanleitung ersichtlich ist. Die Modelle sind sofort einsetzbar, es ist lediglich das Kupplungsteil (Ersatzteilbeutel) in die Wagen einzusetzen. Die Modelle kommen – bei den vorliegenden Analogmodellen – ohne elektrische Kupplungsverbindung aus. Laut Herstellerangabe handelt es sich um Magnetkupplungen.

Die Wendezuggarnitur besteht aus sieben Wagen. Die beiden Schlafwagen unterscheiden sich zwischen der Ausführung als Endwagen mit dem stirnseitigen Wagenübergang und in der Ausführung als Mittelwagen. Die drei Liegewagen gehören alle derselben Bauform an, gefolgt von einem Multifunktionswagen mit den Schlafabteilen für Rollstuhlfahrer samt Großraumsitzabteil und dem Steuerwagen mit der Großraumbestuhlung.

Zur Ausführung gelangte die Garnitur 12, wie dies schon beim Roco-Modell der Fall war. Beim Roco-Modell wurde bei einem Wagen eine falsche Selbstkontrollziffer umgesetzt. Für diesen Fehler kann der Hersteller allerdings nichts, da diese beim Vorbild wirklich falsch angeschrieben war. Mittlerweile verfügt das Vorbild die richtige Selbstkontrollziffer. Da der ÖBB-nightjet auch ein Modell mit dem ÖBB-Gütesiegel ist, wäre es sogar eine Obliegenheit der ÖBB Werbung GmbH gewesen, den Hersteller auf die Änderung beim Vorbild extra hinzuweisen! Diese Informationspflicht ergibt sich nun auch ohne dem ÖBB-Gütesiegel und findet seine Verpflichtung im Informationsfreiheitsgesetz. Ungeachtet dessen hätte aber auch der Hersteller danach trachten können, ob es hierbei zu einer Änderung beim Vorbild gekommen ist. Alle sieben Wagen wurden als Garnitur in Betrieb genommen. Daher weisen die sieben Wagen im Revisionsraster die Abnahmedaten mit den Angaben 8 REV Sm 24.11.23 auf.

Die Modelle sind aus Kunststoff gefertigt und weisen feine Gravuren auf. Die Gehäuse sitzen auf dem Chassis mit integrierter Inneneinrichtung. Die Gehäuseteile lassen sich durch beidseitiges spreizen nach oben abziehen. In das Chassis sind die Fahrzeugschürzen eingesteckt. Laut Betriebsanleitung und der Ersatzteilliste hat lediglich der Steuerwagen eine Fahrzeugplatine mit integrierter LED-Innenbeleuchtung eingebaut. Im Steuerwagen ist auch eine Digitalschnittstelle des Typs Next 18 integriert. Die Modelle sind sauber lackiert und auch sauber bedruckt.

Fleischmann hat die ÖBB-Nightjet-Garnitur in zwei technisch unterschiedlichen Ausführungen produziert. Die analoge Modellausführung ist unter der o. g. Artikelnummer zum UVP von € 699,– erhältlich. Dem gegenüber ist die digitale Modellausführung unter der Artikelnummer 6270065 verfügbar, diese Modellausführung ist mit dem UVP von € 849,90 versehen.


Bilder 6260065/1 – A-ÖBB 73 81 70-91 112-0 WLAmz

Bilder 6260065/2 – A-ÖBB 73 81 70-91 212-0 WLAmz

Bilder 6260065/3 – A-ÖBB 73 81 52-91 312-0 Bcmz

Bilder 6260065/4 – A-ÖBB 73 81 52-91 412-8 Bcmz

Bilder 6260065/5 – A-ÖBB 73 81 52-91 512-5 Bcmz

Bilder 6260065/6 – A-ÖBB 73 81 38-91 612-2 ABmpvz

Bilder 6260065/7 – A-ÖBB 73 81 80-91 712-7 Bfmpz