Trix 25135: DB VT 88.9 „Schweineschnäuzchen“
Die damaligen SAAR-Bahnen beschafften im Jahr 1934 nochmals vier Wismarer Schienenbusse, jedoch in verstärkter Ausführung. Wagenkasten und Achsstand wurden dem gegenüber vergrößert. Die Antriebsmotoren mit einer Leistung von je 50 PS stammten nicht mehr von Ford, sondern von Humboldt-Deutz und arbeiteten nach dem Diesel-Prinzip. Während bei den kleineren Schienenbussen stets nur mit dem vorderen Motor gefahren wurde, konnte bei den längeren Wagen nach Belieben der hintere oder der vordere, bei Bedarf auch beide Motoren zusammen laufen. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Mylius-Getriebe. Der VT 135 079 ging im Krieg wahrscheinlich verloren, die drei anderen Fahrzeuge waren nach 1945 im Raum München eingesetzt, bevor sie 1951 als T 4 bis 6 zur Wittlager-Kreisbahn kamen. Bei der DB trug der VT 135 077 die Bezeichnung VT 88 900, der VT 135 080 wurde zum VT 88 901 und der VT 135 078 zum VT 88 902.
Die Modellumsetzung des sog. „Schweineschnäuzchen“, wie der VT 88.9 auch noch liebevoll genannt wird, zählt zu den Überraschungen im Neuheitenprogramm 2025 von Märklin/Trix. Das Modell wurde als weitgehende Metallkonstruktion mit zahlreichen technischen Features avisiert. Im Rahmen der Erstankündigung wurde noch ein Modell eines Wismarer Schienenbusses in modifizierter Ausführung für die Chemin de Fer à Vapeur des Trois Vallées (CFV3V) in Mariembourg in Belgien angekündigt. Bei diesem Modell (Artikelnummer 25138) handelt es sich um eine Formvariante ohne Dachaufbauten gegenüber der DB-Variante. Beide Modelle entsprechen aber dem Typ „Hannover A“. Das DB-Modell wird bei Trix unter der Artikelnummer 25135 geführt, die Märklin-Ausführung weist die Artikelnummer 39135 auf. Der UVP des Fahrzeuge wurde mit € 389,– kalkuliert.
Verpackung
Die Auslieferung erfolgt in der bekannten Kartonverpackung des Herstellers. Nach dem Abzug des Kartonschubers wird die stabile Plastikverpackung zugänglich. Diese Blisterverpackung ist nochmals in einem Plastikschuber geschoben und dient als Transportsicherung. Das Modell ist in der Blisterverpackung wiederum mit einer dünnen Folie umgeben, welche als Transport- bzw. Scheuerschutz dienen. Sämtliche Betriebsanleitungen bzw. Beschreibungen und die Garantieurkunde sind in der extra eingesetzten Kartonhülle der Umverpackung abgelegt bzw. darin eingeschoben.
Technik
Die beengten Verhältnisse der Konstruktion machen es erforderlich, daß sämtliche Antriebskomponenten als auch technische Bauteile auf kleinstem Raume platzschonend im Modell unterzubringen sind. Um dem Fahrzeug ein möglichst hohes Eigengewicht zu verleihen, wurde der Kastenaufbau aus Metall gefertigt. Das Gehäuse ist über zwei Schraubenverbindungen mit dem Fahrwerk verbunden. Die Schrauben befinden sich jeweils an der Unterseite des halbhohen Motorvorbaus. Nach dem Entfernen dieser ist das Gehäuse nach oben abziehbar.
Das nun in Erscheinung tretende Innenleben besteht aus mehreren Bauteilen. Auf der Dachhöhe ist die Fahrzeugplatine mit der Digitalschnittstelle vom Typ 21MTC samt Lautsprecher angeordnet. Bei diesem Bauteil ist auch die Innenbeleuchtung berücksichtigt worden. Sämtliche Kabelverbindungen werden über einen kaschierten Seitenkanal zum Fahrzeugrahmen geführt.
Der Antriebsstrang ist im Fahrzeugrahmen zwischen beiden Treibachsen eingelassen und wird durch die Imitation der Inneneinrichtung entsprechend kaschiert. Ein Mittelmotor mit zwei Schwungmassen überträgt sein Drehmoment mittels Wellen gleich direkt in die beiden Einzelachsen, die beide ohne Haftreifen auskommen.
Das Modell wird serienmäßig mit einem RailCom-fähigen Decoder ausgeliefert, der auch die Datenformate DCC und mfx verarbeitet. Das Modell verfügt über zahlreiche Sound- und Lichtfunktionen. Das Modell ist für einen sicheren Betrieb auf langen Weichenstraßen mit ggf. stromlosen Abschnitten mit einem Pufferspeicher ausgestattet.
Fahrverhalten
Die Neukonstruktion weist ein Eigengewicht von 186 Gramm auf. Das Fahrverhalten des Triebwagens ist tadellos. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 60 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom werfen eine Modellgeschwindigkeit von ca. 23 km/h aus. Demzufolge ist das Modell gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 62 % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – um ca. 92 % zu langsam.
Optik
Die Optik des Wismarer Schienenbusses wird durch die einfache Bauform mit Verjüngungen an den Kastenenden bestimmt, d. h., der Kastenaufbau macht nach dem jeweils äußeren Fahrgastfenster einen Knick und bildet mit der abgerundeten Fahrzeugfront die Fahrerkabine. Der halbhohe Motorvorbau ist ebenfalls aus Metall gefertigt und weist feine Gravuren bei den seitlichen Abdeckverkleidungen auf. Am Wagenkasten ist lediglich eine erhabene Zierlinie dargestellt.
Die Türbereiche sind detailreich ausgestaltet. Hierbei fallen verschiedene, extra angesetzte Bauteile auf, was in der Regel Griffstangen oder Trittflächen sind. Durch den vorhandenen Dachaufbau wurde in der Seitenwand noch eine Aufstiegsleiter in den Wagenkasten eingesetzt, deren Filigranität erst durch die seitliche Ansicht so richtig zur Geltung kommt. An der Fahrzeugfront sind mehrere Stirnlampen montiert, ergänzt durch Griffstangen und die Scheibenwischer oder auch längs der Gepäckfläche am Dach die beiden Trittleisten.
Der frontseitige Kuhfänger ist mit dem Fahrzeugrahmen verbunden, sehr schön umgesetzt wurde der Kühlergriff und das Firmensignet. Am Wagenboden wurden einzelne Aggregatkästen berücksichtigt.
Farbgebung und Beschriftung
Das Modell ist in den damals klassischen Farbtönen Purpurrot, silbern und schwarz der noch jungen DB lackiert worden. Zur Auflockerung sind zwei Zierlinien im Farbton Elfenbein vorhanden, im selben Farbton sind auch die Anschriften ausgeführt.
Der Triebwagen ist mit der Betriebsnummer VT 88 902 Nürnberg bedruckt und weist die Gattungsbezeichnung C auf. Auf der Seitenwand ist der Schriftzug DB angebracht. Die Revisionsdaten werden durch die Angabe Unt. AW Nür 23.10.49 bzw. Nächste Unt. 23.10.50 bzw. Letzte Br. Unt. 23.10.49 angegeben.
Beleuchtung
Der Wismarer Schienenbus wurde mit wartungsarmen warmweißen und roten LED bestückt. Der Lichtwechsel erfolgt Fahrtrichtungsabhängig. Mit dem Digitaldecoder sind auch die unterschiedlichen Lichtsignale steuerbar. Das Modell verfügt grundsätzlich über eine Innenbeleuchtung. Im Digitalbetrieb sind noch weitere Funktionen möglich, u. a. auch die Ansteuerung der Führerstandsbeleuchtung.
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