SBB RABe 502: Roco 7700007

Die SBB hat am 12. Mai 2010 größte Rollmaterialbestellung in ihrer Geschichte ausgelöst. Auftragnehmer war die Firma Bombardier Transportation (ab Januar 2021: Firma Alstom). Der Auftrag bestand für 59 Doppelstockzüge für den Fernverkehr, davon waren 50 Garnituren je 200 Meter lang, neun wiesen eine Länge von 100 Meter auf. Das Auftragsvolumen wurde mit rund 1,9 Milliarden Franken beziffert. Dem Entscheid ging ein aufwendiges Ausschreibungsverfahren nach internationalen Verträgen und Schweizer Gesetzgebung voraus. Da es bei der Ablieferung zu massive Verzögerungen kam, mußte der Hersteller als Kompensation noch drei zusätzliche Garnituren auf eigene Kosten liefern.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilte im November 2017 eine befristete Betriebsbewilligung für das Schweizer Netz. Der fahrplanmäßige Betrieb wurde am 9. Dezember 2018 aufgenommen. Damals standen die ersten Züge auf der Linie IR 13/37 zwischen Chur, St. Gallen, Zürich und Basel im fahrplanmäßigen Einsatz. Seit dem Sommer 2022 stehen insgesamt 23 Züge mit der Bezeichnung „IC200“, 30 Züge des Typs „IR200“ und die neun Züge des Typs „IR100“ im Einsatz.

Der FV-Dosto, wie die Bombardier-Doppelstocktriebzüge im Fachjargon genannt werden, ist auf den Strecken des IC1 zwischen Genf und St. Gallen sowie IC2/21 zwischen Basel/Zürich und Lugano im Einsatz, zudem abwechselnd auf anderen IR und RE-Strecken. In Doppeltraktion können die Züge bis 400 Meter lang verkehren und weisen somit bis 1.300 Sitzplätze auf.

Die Unterschiede vom Typ „IC200“ bzw. „IR200) findet sich in den geänderten Ausführungen beim attraktiven Familienwagen, dem modernen Restaurant und dem Gepäckabteil. Alle Fahrzeuge sind druckertüchtigt und verschonen die Fahrgäste von Druckwellen speziell auf Tunnelstrecken. Der FV-Dosto ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h zugelassen. In der Schweiz ist es üblich, Lokomotiven oder anderes Rollmaterial zu taufen. Die FV-Dosto erhalten daher Taufnamen von Schweizer Städten. Die Fahrzeuge machten seit der Indienststellung laufend Probleme und brillierten durch ihre ungenügende Zuverlässigkeit. Seit 2018 versucht man stetig an der besseren Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu arbeiten, wenngleich die Zugausfälle weniger wurden. Der FV-Dosto bildet aber heute das zuverlässige Rückgrat im Fernverkehrs der Schweiz.


Modellvorstellung

Roco hat den FV-Dosto der SBB im Rahmen einer Sonderankündigung mit dem Namen „Fernverkehr“ bekanntgegeben. Es ist dies der zweite SBB-Triebzug, den die Salzburger als H0-Modell umsetzen. Der erste, moderne Triebzug war noch der RABe 500 aus schweizer Produktion, von dem es schon lange mehr eine Neuauflage gab.

Die Modellankündigung wurde im Neuheitenprospekt 2025 nochmals wiederholt. Dabei hat der Hersteller zum RABe 502 weitere Details zum Modell publiziert. Die Highligts werden im Detail mit den Hinweis auf:
* komplexe Nachbildung des Dachbereichs,
* filigrane Gravuren der Lüftergitter sowie separat angesteckte Antennen,
* detailreiche Nachbildung der Schweinwerfer und Lichtfunktionen,
* Nachbildung der Leitungen bei den Wagenübergängen,
* tief gravierte Drehgestellblenden, und
* originalgetraue Nachbildung des Innenraums
avisiert.

Roco hat den RABe 502 entgegen früheren Konstruktionen nicht mehr in mehrere Sets geteilt, sondern liefert den Triebzug komplett mit acht Fahrzeugteilen aus. Die Modelle sind in einer kunstvoll gestalten Kartonverpackung mit Styroporeinsatz abgelegt, wobei die Modelle in der Reihenfolge der Wagenreihung vorzufinden sind. Dem Modell liegen noch Zurüstbeutel und eine Betriebsanleitung bei.

Das Modell wird herstellerseitig in drei verschiedenen Ausführungen gefertigt. Die analoge Modellausführung für das Zweileiter-Gleichstromsystem wird unter der Artikelnummer 7700007 und zum UVP von € 1.490,90 geführt. Das Modell ist auch mit Digitaldecoder und Loksound für das Zweileiter-Gleichstrom-System erhältlich und weist die Artikelnummer 7710007 auf, der UVP dafür beträgt € 1.690,90. Die Dreileiter-Wechselstrom-Ausführung mit Digitalausrüstung ist zum selben UVP unter der Artikelnummer 7720007 erhältlich.

Verpackung

Die Auslieferung des RABe 502 erfolgt in einer kunstvoll gestalteten, äußerst stabilen Kartonverpackung, in welcher neben Schutzfolien zwei Styroporkörper eingelegt sind. Jede Ebene nimmt vier Fahrzeuge auf, wobei im oberen Einsatz beide Triebköpfe vorzufinden sind. Die Mittelwagen liegen alle chronologisch in den Styroporkörpern. Nach dieser Reihenfolge kann die Garnitur problemlos zusammengesetzt werden. Hilfreich sind auch die kleinen, quadratischen Chargenaufkleber des Herstellers, indem nach der Artikelnummer aufsteigend die Buchstaben A bis H angeführt sind. Alle Modelle sind von einer stabilen Plastiksteifen umgeben, die wohl als mehrfacher Schutz der Modelle dient. Die Betriebsanleitung und das Ersatzteilblatt liegt unter dem zweiten Styroporeinsatz.

Technik

Die achtteilige Garnitur ist untereinander durch die elektrische Kupplung verbunden. Sieben der acht Wagen sind antriebslos, dienen aber der Stromaufnahme. Der vorletzte Mittelwagen ist als Antriebseinheit konzipiert. Dieser ist allein schon durch das höhere Eigengewicht des sog. F-Wagens erkennbar. Die verwendete Kupplung läßt sich durch die beiden massiv ausgeführten Führungsstecker sehr einfach verbinden. Es liegt dem Zug sogar eine Kupplungshilfe bei. Die Kupplung dient zur Übertragung des elektrischen Stroms für die Motoreinheit.

Roco ist beim Kastenaufbau bewährten Konstruktionsprinzipien gefolgt. Alle Gehäuse sind auf das Chassis aufgesteckt. Die Wagenkästen lassen sich durch seitliches Auseinanderspreizen vom Wagenboden bzw. Fahrwerk abnehmen. Diee Triebköpfe sind das Herzstück des Zuges. In beiden Triebköpfen ist je eine PluX16-Digitalschnittstelle verbaut, einer weitere findet sich in der Antriebseinheit. In der Antriebseinheit ist ein Mittelmotor mit zwei großen Schwungmassen im Zinkdruckrahmen eingelegt. Der Antrieb auf die vier Achsen erfolgt über den Kardanantrieb und via Stirnrad-/Schneckengetriebe.

Fahrverhalten

Der SBB-Triebzug weist eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h auf. Das Modell erreicht bei 12 V Gleichstrom eine Modellgeschwindigkeit von umgerechnet ca. 92 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 54 % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 30 % um 84 % zu niedrig.

Die Modelle weisen ein unterschiedliches Eigengewicht auf. Das Gewicht eines Triebkopfes beträgt 186 Gramm, ein antriebsloser Mittelwagen bringt es auf 187 Gramm, die angetriebene Wageneinheit ist 396 Gramm schwer.

Optik

Das grundsätzliche Aussehen der Garnitur erinnert in etwa an die SBB-Doppelstockwagen, wenn man von den Fahrzeugfronten der beiden Triebköpfe absieht. Deren Silhouette wurde natürlich vorbildgetreu nachgebildet, wobei die geschwungene Kontur vom Dachansatz zur Kupplungshöhe unverkennbar ist. Die große Frontscheibe ist das Kernelement, wobei die Scheinwerfer hinter Glas positioniert sind. Der Scheibenwischer ist als eingesetztes Anbauteil montiert.

Die Wagenkästen weisen grundsätzlich eine glatte Oberfläche auf. Doch sind auch feine Gravuren vorhanden, die am meisten bei den großen Schiebetüren erkennbar sind. Feine Gravuren betreffen auch die seitlichen Abdeckungen inkl. der nachgebildeten Lüfterschlitze in vertikaler Ausführung. Einzelne Drucktaster oder Bedienelemente sind erhaben umgesetzt. Die Seitenfenster sitzen bündig im Wagenkasten, allerdings ist sowohl die Gummidichtung als auch der Niveauunterschied mittels Tastsinn ergründbar. Bei den Wagenübergängen wurden verschiedene Anbauteile bereits eingesetzt. Die druckdichten Faltenbalgübergänge liegen dicht an dicht beim Wagenübergang auf.

Die Drehgestelle sind in den Wagenboden eingesetzt. Die Nachbildung der Drehgestelle basiert dreidimensional mit extra angesetzten Bauteilen, um eine optimale Tiefenwirkung zu erzielen. Um die Achswellen der Radsätze sind teilweise Nachbildungen der Scheibenbremsen zu sehen, sofern diese nicht als angetriebene Achse beim Vorbild ausgebildet ist. Am Wagenboden sind verschiedene Leitungsstränge und unterflurig angebrachte Wartungsdeckel nachgebildet.

Farbgebung und Beschriftung

Die acht Modelle sind alle sehr sauber lackiert und weißen, falls erforderlich, saubere Farbtrennkanten auf. Hervorragend umgesetzt sind auch die teils mehrfarbigen Anschriften. Diese sind unter der Lupe trennscharf abzulesen und auch an den Drehgestellen angebracht.

Roco hat die Garnitur 21 umgesetzt. Die Triebköpfe sind mit den Fahrzeuganschriften CH-SBB RABe 502 94 85 0502 221-0 bedruckt. Eine Heimatdienststelle ist keine angeschrieben. Ein Revisionsraster ist nicht angebracht.

Beleuchtung

Die Modelle sind mit LED-Leuchtkörper ausgestattet. Die Signalisierung erfolgt nun mittels LED. Das Spitzenlicht wird mit warmweißen LED dargestellt, das Schlußlicht mit roten; wobei die Darstellung auf die SBB-Normen abgestimmt ist. Eine Innenbeleuchtung ist nicht vorgesehen.


Bilder Roco 7700007/1

Der erste Triebkopf ist mit den Fahrzeuganschriften RABe 502 und 94 85 0502 221-0 CH-SBB beschriftet.


Bilder Roco 7700007/2

Dieser Mittelwagen mit dem 1. Klasse-Abteil trägt die Fahrzeugnummer 94 85 8502 221-3.


Bilder Roco 7700007/3

Dieser Mittelwagen des RABe 502 wurde mit der Wagennummer 94 85 6502 221-7 bedruckt.


Bilder Roco 7700007/4

Der vierte Zwischenwagen wurde mit der Wagennummer 94 85 7502 221-5 versehen.


Bilder Roco 7700007/5

Der fünfte Zwischenwagen ist als 2. Klasse Wagen ausgebildet und weist die Betriebsnummer 94 85 5502 221-9 auf.


Bilder Roco 7700007/6

Der vorletzte Zwischenwagen weist die Wagennummer 94 85 4502 221-2 auf.


Bilder Roco 7700007/7

Beim letzten Zwischenwagen wurde die Wagennummer 94 85 3502 221-4 angeschrieben.


Bilder Roco 7700007/8

Der zweite Triebkopf weist dieselbe Fahrzeugnummer auf, wie der erste ganz oben.