Trix 25600: DB-Baureihe V 60
Die Deutsche Bundesbahn verspürte in der Mitte der 1950er Jahre einen Mangel an leistungsfähigen Diesellokomotiven im Verschubbereich, weshalb mit absoluter Priorität die Konstruktion einer neuen Dieselloktype betrieben wurde. Die Bauform sah eine dreiachsige Lok mit Blindwelle vor. In der Arbeitsgemeinschaft Agm V 60 waren alle namhaften deutschen Lokomotivfirmen vertreten. Schon nach einer kurzen Erprobungszeit verschiedener Vorauslokomotiven mit Motoren gleicher Leistung von Maybach, Daimler-Benz, KHD, MaK und MAN, konnte mit dem Serienbau begonnen werden. Als Antriebsmaschine der Serie dient ein 12-Zylinder-Dieselmotor der Firma Maybach mit einer Nennleistung von 650 PS. Der Motor ist im langen Vorbau der Lok eingebaut, im kurzen Vorbau befinden sich die Hauptluft- und Kraftstoffbehälter. Für den Einsatz im Güterzugdienst konnte eine Zugheizanlage entfallen. Die Vorwärmung der Maschinenanlage übernimmt ein Koksofen bzw. Ölbrenner. Von den insgesamt 941 Lokomotiven der Baureihe V 60 haben 623 Lokomotiven ein Reibungsgewicht von 48 bis 49,5 Tonnen; im Gegensatz zu den schweren Maschinen mit 53 Tonnen Reibungsgewicht. Die leichteren Maschinen mit wurden bei der Deutschen Bundesbahn zunächst als Baureihe 260 bezeichnet, ab 1987 als Baureihe 360. Der nachträgliche Einbau von Funkfernsteuerung brachte die neue Baureihe 364 hervor. Derart umgebaute Loks behielten dabei ihre Ordnungsnummer. Die schwere Bauart mit 53 Tonnen Reibungsgewicht wurde zuerst als Baureihe 261, ab 1987 als Baureihe 361 geführt. Lokomotiven mit Funkfernsteuerung gehörten der Baureihe 365 an.
Modellvorstellung
Die Verschublokomotiven, pardan Rangierloks, der Baureihe V 60 bzw. 260/261 gehören bei der Herstellergruppe Märklin/Trix schon längst zum Standardsortiment, oder andere meinen, sie sind Brot- und Buttermodelle. Die Herstellergruppe Märklin/Trix hat im Neuheitenprogramm von 2025 eine komplette Konstruktion dieser Diesellokbaureihe angekündigt und bei dieser Ankündigung verschiedene Vorzüge der Neukonstruktion vorgebracht, auf die es noch einzugehen sind. Das Modell erscheint als Dreileiter-Wechselstrom-Modell bei Märklin unter der Artikelnummer 38600, die Zweileiter-Gleichstrom-Ausführung bei Trix wird unter der Artikelnummer 25600 geführt. Das neue Modell weist einen UVP von € 399,– auf.
Verpackung
Die Auslieferung erfolgt in der bekannten Verpackungsform von Märklin. Nach dem Abzug des Kartonschubers wird die stabile Plastikverpackung zugänglich, in welchem das Modell mit nochmaligen Plastikschuber mit zwei seitlichen Styroporeinsätzen sicher für den Transport eingelegt ist. Zwischen dem Blistereinsatz und der Lok sind eine dünne Folie sowie ein weißes Stoffstücke aus Filz gegen Scheuerungen am Modell dazwischengelegt. Dem Modell liegt ein Zurüstbeutel bei, in welchem vier Bremsschläuche vorzufinden sind. Die Betriebsanleitung und die sonstigen Dokumente sind in der Kartonschachtel in einem seitlichen Schlitz eingeschoben und werden durch eine zusätzliche Kartonhülle umschlossen.
Technik
Die Bauform des Vorbildes grenzt den Spielraum für den Platzbedarf der Antriebskomponenten maßgeblich ein. Diese Bauteile sind alle unter den beiden halbhohen und schmalen Vorbauten unterzubringen. Das Lokgehäuse ist über zwei seitliche Schrauben an der Fahrzeugunterseite auf ca. der Höhe der Blindwelle befestigt.Nach dem Lösen dieser kann das Gehäuse nach oben abgezogen werden. Es ist ein Formteil. Doch sollte man beim Abnehmen beachten, daß dieses noch mit einer Kabelverbindung mit der Zentralplatine verbunden ist.
Es wird die Zentralplatine mit dem eingesteckten Digitaldecoder sichtbar. Unter der Zentralplatine ist im Fahrzeugrahmen der Mittelmotor mit einer frontseitigen Schwungmasse versehen. Der rückwärtige Wellenstummel übertragt das Drehmoment auf ein Zahnrradgetriebe und anschließend auf die letzte Kuppelachse. die anderen Kuppelachsen sowie die Blindwelle werden über die Kuppelstange mitgenommen. Der angetriebene Radsatz ist beidseitig mit Haftreifen bestückt. Die Treibachse ist starr eingelagert, verfügt aber über ein leichtes Seitenspiel. Die anderen Kuppelachsen weisen ein unterschiedliches Seitenspiel auf, wobei die erste Achse wieder starr eingelagert ist und die Mittelachse sogar vertikal gefedert ist.
Das Modell verfügt an beiden Rahmenenden über integrierte NEM-Kurzkupplungskulissen. Das Modell ist aber serienmäßig schon mit digital steuerbaren Telex-Kupplung ausgestattet, um damit realen Rangier- bzw. Verschubbetrieb erledigen zu können.
Fahrverhalten
Das Eigengewicht beträgt 199 Gramm. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 60 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. 41 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 31 % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – ist sie sogar um ca. 61 % zu langsam.
Optik
Das Modell von Märklin/Trix ist die jüngste Vertreterin einer Diesellokomotive der Baureihe V 60. Das neue Modell punktet allein schon durch ihre Filigranität und den Detailreichtum, was man bei dieser Herstellergruppe nicht immer als selbstverständlich annimmt. Das Modell basiert auf einem aus Metall gefertigten Rahmen und dem aus Kunststoff gefertigten Gehäuseteil. Die Vorbauten verfügen über etliche feine Gravuren und fallen durch ihre extra angesetzten Griffstangen auf. Diese mögen zwar nicht so filigran sein, wie dies heute Mitbewerber vorzeigen, dafür zeichnen sich diese durch ihre Robustheit aus. Die Oberseite der Vorbauten gibt die Abdeckklappen samt Scharnierbefestigungen wieder, zudem ist ein engmaschiges Gitternetz für die Kühlluftansaugung an der Oberseite zu erkennen. Auf die Verwendung von feinen Ätzteilen wurde verzichtet. Am Dach befinden sich nur nur der Auspuff und die Typhone, sondern verschiedene Fahrzeugantennen und angesetzte Konsolen bzw. Abdeckungen. Die Fahrzeugumläufe sind ebenfalls mit feinen Gravuren versehen. Sämtliche Trittflächen und -stufen haben eine angedeuete Riffelmuster. Alle Griffstangen bzw. Geländer sind aus robusten Stahldraht gefertigt und lassen sich leicht deformieren. Der Blick in den Führerstand mit seinen paßgenauen Fenstereinsätzen offenbart einen nachgebildeten Sifa-Schaltkasten.
Das Fahrwerk weist eine optische Tiefenwirkung auf. Die Kuppelachsen sind mit filigranen Speichen versehen. Filigran wirken auch die Kuppelstangen. Sehr schön zur Geltung kommen die Gegengewichte der Blindwelle. Als Besonderheit wird der bewegliche Schmierpumpenantrieb hervorgehoben. An der Pufferbrust sind jeweils feine Nietimitationen zu erkennen.
Farbgebung und Beschriftung
Die neue Diesellokomotive ist vorbildgerecht, indem der aufgetragene Seidenlack gut deckend aufgetragen ist. Die purpurrote Farbgebung wird durch mehrere gelbe Zierlinien durchbrochen. Sämtliche Anschriften sind gut deckend aufgetragen und lupenrein lesbar. Die als V 60 334 beschriftete Lokomotive ist beim BW Stuttgart in der BD Stuttgart stationiert. Neben dem Anschriftenfeld für die Beheimatung ist noch das Abnahmedatum der Lok angeschrieben, welches am 26. 2.57 war. Die letzten Untersuchungsdaten des AW Kassel werden mit den Angaben Letzte Br. Unt. 26. 2.60 angegeben. Der Hersteller hat das Modell fast im Ablieferungszustand verwirklicht. Zu sehen ist auch das Fabriksschild.
Beleuchtung
Das Märklin/Trix-Modell ist mit wartungsarmen, warmweißen und roten LED ausgestattet, die je nach Fahrtrichtung entweder vorne weiß (Spitzenbeleuchtung) bzw. hinten rot (Schlußlicht) leuchten. Mit dem Digital-Decoder lassen sich auch andere Beleuchtungsbilder darstellen, u. a. die Führerstandsbeleuchtung.
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