Baureihe 91.3-18: Piko 47150
Nach den Lokomotiven T 9, T 9.1 und T 9.2 folgte zur Jahrhundertwende die neue Gattung T 9.3. Man verließ die Adamsachse zugunsten des Krauss-Helmholtz-Gestelles. Allein die Preußische Staatsbahnen erwarb 2.055 Maschinen der Gattung T 9.3, mehr als 150 Stück gingen an andere Bahnverwaltungen. Darunter befanden sich auch zehn Lokomotiven, welche die Württembergische Staatsbahn nachbauen ließ. Die Reichsbahn übernahm noch 1.500 dieser Maschinen von Preußen als Baureihe 91.3-18, dazu zwei Stück T 9.1, die falsch eingereiht wurden. Von den Saarbahnen kamen 31 Lokomotiven, und aus Württemberg die erwähnten 10 Fahrzeuge. Nach 1945 schmolz die Zahl der T 9.3 rasch zusammen. Bei der DB wurde die letzte Maschine im Jahr 1964 ausgeschieden, bei der DR waren einige Lokomotiven im Jahre 1968 meist als Werklokomotiven, noch im Einsatz.
Werksfoto Piko

Modellvorstellung
Piko hat die preuß. T 9.3 bereits im Vorjahr als Top-Neuheit für die Baugröße H0 präsentiert. Im Neuheitenprogramm 2026 findet sich nunmehr die Modellausführung in der kleineren Baugröße TT, wobei auch hier der Formenbau schon sehr weit fortgeschritten ist, daß der Hersteller schon ein akzeptables Muster präsentierten konnte. Die Auslieferung wird allerdings noch etwas auf sich warten lassen und sind für das zweite und dritte Quartal 2026 vorgesehen.
Piko hat vorerst ein Modell der Deutschen Reichsbahn als Epoche III-Fahrzeug sowie interessanterweise auch ein Modell in der CSD-Ausführung für die Epoche III angekündigt. Daß sogleich ein Modell als CSD-Modell erscheint, offenbart wohl den aktuellen Trend in der Modellbahnindustrie, daß gerade die früheren Länder hinter dem Eisernen Vorhand wohl gänzlich neue Zukunfts- und Marktperspektiven liefern.
Das DR-Modell, welches laut Katalogbild die Loknummer 91 697 erhalten wird, wird in zwei technischen Ausführungen mit TT-Kurzkupplung angeboten. Die analoge Modellausführung wird unter der Artikelnummer 47150 und zum UVP von € 269,– geführt. Dasselbe Modell mit dem PIKO TrainSound onboard weist die Artikelnummer 47151 und den erhöhten UVP von € 389,– auf.
Die gleichzeitig angekündigte CSD-Lok unterscheidet sich optisch durch den geänderten Tenderaufbau. Das analoge Modell wird mit der Artikelnummer 47152 und dem UVP von € 269,– auf den Markt kommen. Die digitale Modellvariante weist die Artikelnummer 47153 und den UVP von € 389,– auf.
Verpackung
Die Auslieferung erfolgt in der derzeit üblichen Kartonverpackung. Darin ist der Blistereinsatz eingeschoben. Das Modell steht auf einem stabilen Plastikgleis (Grundplatte) und wird von dieser mit seinen montierten Führungspunkten sowie mit einem weiteren Befestigungsteil am Dampfdom festgehalten. Dazwischen befindet sich eine dünne Folie. Am Blistereinsatz ist noch ein Zurüstbeutel in einer Verpackungsmulde eingeklebt. Die Betriebsanleitung und das Ersatzteilblatt sind unterhalb des Trennkartons in der Kartonverpackung abgelegt.
Technik
Die Antriebskomponenten sind unter dem Lokgehäuse des Modells verstaut. Für die Abnahme der Gehäuseteile sind mehrere Schritte erforderlich, die dem „geübten Piko-Anwender bzw. -Verwender“ schon geläufig sein sollten. Zuerst ist das Oberteil des Führerhauses abzunehmen, um im zweiten Schritt die darin versteckten Schrauben zu lösen. Zusätzlich ist noch eine dritte Schraube auf der Unterseite in Höhe der Zylinderblöcke zu entfernen. Danach kann das Gehäuse nach oben abgenommen werden. Piko hat die Gehäuseteile teilweise in Kunststoff (Führerhaus) bzw. aus Metall (Wasserkaten mit Lokkessel) gefertigt.
Der Mittelmotor liegt über den beiden hinteren Kuppelachsen und ist frontseitig mit einer Schwungmasse versehen. Die Antriebswelle trägt rückseitig eine Welle. Der Antrieb erfolgt dann über Zahnräder auf die letzte Kuppelachse, wobei die vorderen über die Kuppelstangen mitgenommen werden. Alle Kuppelachsen weisen ein leichtes Seitenspiel auf, keines dieser ist jedoch vertikal gefedert. Auf die Berücksichtigung von Haftreifen wurde verzichtet.
Die Fahrzeugplatine befindet sich hinter dem Motor auf der Fußbodenhöhe des Führerstands. Piko hat dafür eine Digitalschnittstelle vom Typ Next18 vorgesehen. Während andere Modelle optional für den Einbau eines Dampfgenerators vorgesehen sind, wurde bei dieser Konstruktion aus Platzgründen darauf verzichtet. Das Vorlaufdrehgestell ist im Fahrwerk integriert und verfügt über einen zentralen Drehpunkt. Das Modell ist beidseitig mit NEM-Kurzkupplungskulissen ausgestattet. Das Modell hat ein Gewicht von 89 Gramm.
Optik
Nachdem Piko das Vorbild der Baureihe 91.3-18 bereits erfolgreich als H0-Modell verewigt hat, war es nur konsequent und logisch, daß die Sonneberger dieses Dampflokmodell auch für die kleinere Baugröße TT fertigen werden. Daher findet sich die Baureihe 91.3-18 als Neukonstruktion im Rahmen des Jahresneuheitenprogramms von 2026. Das vorliegende Modell kann sich auch in dieser Baugröße sehen lassen, auf den ersten Blick hinterläßt die Neukonstruktionen einen recht ordentlichen Eindruck. Positiv ist auch hier zu bemerken, daß das neue Modell wiederum ohne extra anzusetzende Teile auskommt und der Hersteller ein praktisch vollständig zugerüstetes Modell an den Fachhandel ausliefert. Lediglich die üblichen Teile für die Pufferbrust sind zu montieren.
Da Piko das Modell sowohl aus Kunststoff- als auch Metallteilen fertigte, ist festzuhalten, daß alle Bauteile hervorragend umgesetzt wurden. Das Lokgehäuse mit dem Kessel ist aus Metall, in dieses sind verschiedene Gravuren (Nieten) umgesetzt worden oder man findet auch mehrere, extra angesetzte Leitungen und andere Bauteile eingesetzt. Die Lokpfeife befindet sich hinter dem Schornstein, vor dem Führerhaus sind die Sicherheitsventile zu sehen. Die Auswaschluken weisen zierliche Gravuren auf. Der Blick auf das Führerhausdach offenbart weitere Details wie feine Nietreihen oder Nachbildungen von Scharnieren, Kranösen udgl. Selbstverständlich hat Piko wiederum die Rückwand der Feuerbüchse nachgebildet.
Das Modell gestattet einen freien Durchblick durch das Führerhaus. Auf der Rückseite des Führerhaus wurden flächenbündige Fensterscheiben eingesetzt. Der freie Blick zwischen Kessel und Fahrwerk ist nur teilweise möglich. Das Fahrwerk besteht aus feine Metallradsätze mit glänzenden Radsternen. Das Gestänge ist ebenfalls aus Metall gefertigt. Die Bremsklötze sind sauber nachgebildet, die nach unten führenden Sandfallrohre konnten an sich nicht entdeckt werden. Die wenigen Trittflächen am Vorschuh weisen wiederum feine Riffelungen für den Trittschutz auf. Darauf sind die vorderen Scheinwerfer gesetzt, während die hinteren am unteren Ende des Kohlenbunkers angebracht sind. Der Kohlebunker ist bis auf die Dachhöhe des Führerhauses hochgezogen.
Farbgebung und Beschriftung
Die Farbaufteilung bzw. die Lackierung orientiert sich bei einer Dampflok an den Bauteilen, durch welche die Farbtrennkanten bestimmt sind. Die Bedruckung ist bei der neuen 91 697 der DR tadellos gelungen. Die Lok ist dem Bw Reichenbach in der Rbd Dresden zugewiesen. Die letzten Untersuchungsdaten sind mit dern Angabe „Letzte Br. Unt. Hl 15. 1.66“. Am Modell sind noch zusätzlich, DR-typische Anschriften aufgebracht. Die Beschriftung ist sauber umgesetzt.
Beleuchtung
Die Beleuchtung erfolgt mittels warmweiße LED, die richtungsabhängig leuchten.
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