Trix 25061 & 23628: DB-Baureihe 06 & Wagenset
Mit der Baureihe 06 entstand die größte, schwerste und leistungsstärkste Schnellzuglokomotive der Deutschen Reichsbahn. Es war aber eine Gattung mit einem nur geringen Nutzwert. Schon bald zeigte sich nämlich, daß gar kein Bedarf an solchen Kolossen vorhanden war und daß der Aufwand in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzeffekt stand.
Aus diesem Grunde wurden von der Baureihe 06 nur zwei Exemplare bei Krupp im Jahr 1936 in Angriff genommen, die im Jahr 1939 zur Auslieferung gelangten. Dabei trugen beide Maschinen eine Stromlinienverkleidung.
Das Hauptproblem bei der Baureihe 06 war, wie dies ebenfalls schon bei der Baureihe 45 der Fall war, daß immer wieder Schäden am Kessel auftraten. Beide Lokomotiven waren gegen Ende des Zweiten Weltkrieges durch Bombenangriffe erheblich beschädigt worden, sie wurden daher nach 1945 ausgemustert und verschrottet.
Modellvorstellung
Märklin/Trix hat für die IMA in Friedrichshafen am ersten November-Wochenende 2025 die Baureihe 06 als mhi-Exklusiv-Modell angekündigt. Obwohl die Baureihe 06 bereits mit Stromlinienverkleidung von einem anderen schwäbischen Hersteller produziert wurde, von denen man nachsagt, daß die Zinkpest die Gehäuse zerschmettern läßt, orientiert sich Märklin bei seiner Modellkonstruktion auf ein fiktives Vorbild der DB vom November 1950. Offenbar war bei der DB die Wiederinbetriebnahme der bei Kriegsende beschädigten Relikte geplant. Die sog. Rekonstruktion hätte im entkleideteten Zustand erfolgen sollen. Genau dieser Zustand dient dem Branchenführer für die Realisierung dieses mhi-Exklusiv-Modells in der DB-Ausführung und mit der Loknummer 06 002. Das Modell ist mit einem Schlepptender der Bauart 2′ 3 T38 gekuppelt, verfügt über Witte-Windleitbleche und Indusi. Der UVP für den Koloss unter Deutschlands Dampflokomotiven wurde mit € 699,– veranschlagt.
Verpackung
Die Auslieferung erfolgt in der bekannten Verpackungsform von Märklin bzw. Trix. Da es sich um ein Club-Modell handelt, ist die Verpackung schwarz ausgeführt. Nach dem Abzug des Kartonschubers wird die stabile Plastikverpackung zugänglich, in welchem das Modell mit nochmaligen Plastikschuber mit zwei seitlichen Abdeckungen sicher für den Transport eingelegt ist. Über das Modell wurde noch eine Folie gelegt, seitlich wurden schwarze Filzstücke angelegt. Das Modell wird mit einem Zurüstbeutel und einer Pipette ausgeliefert. Im Zurüstbeutel befinden sich die Kolbenschutzrohre, die laut Hersteller jedoch nur beim Vitrinenmodell angesetzt werden sollen (Mindestradius für den Anlageneinsatz beachten!), und Bremsschläuche. Die Betriebsanleitung und die sonstigen Dokumente in der Kartonschachtel in einem seitlichen Schlitz eingeschoben und werden durch eine zusätzliche Kartonhülle umschlossen.
Technik
Der Hersteller setzt bei der technischen Ausstattung seiner Neukonstruktionen auf bewährte Antriebskonzepte, wobei die technischen Komponenten zweigeteilt sind. Im Langkessel ist der geregelte Hochleistungsmotor untergebracht. Der Mittelmotor mit großer Schwungmasse treibt über einen Wellenstummel das Modell über ein Schnecken-/Zahnradgetriebe an. Dieses greift direkt auf die Letzte Kuppelachse ein, welches zugleich mit zwei Haftreifen versehen ist. Die anderen Kuppelachsen werden über die Kuppelstange mitgenommen. Die Abnahme des Lokgehäuses (Langkessel mit Führerhaus) gestaltet sich dermaßen, indem zwei Schrauben unterhalb des Führerstandes und eine am Zylinderblock zu lösen sind. Anschließend ist das Abziehen dieses Fahrzeugteiles nach oben möglich. Damit werden die verbauten Teile im Langkessel ersichtlich wie den geregelten Hochleistungsmotor, der serienmäßig eingebaute Rauchgenerator mit geschwindigkeitsabhängigen, dynamischen Rauchausstoß einschließlich der dazwischen befindlichen Lokplatine.
Das Tendergehäuse bietet Platz für die Digitalschnittstelle und den Lautsprecher. Verbaut ist eine 21MTC-Steckleiste. Der Tender ist ebenfalls am Fahrzeugrahmen mittels Schraubenverbindungen befestigt. Die Zugänglichkeit dazu wird durch den entfernbaren Aufbau des Kohlebunkers auf dem Tenderkasten gewährleistet. Zusätzlich ist noch eine weitere Verkleidung zu entfernen. Dann ist die Decoderschnittstelle und der Lautsprecher problemlos zugänglich. Der Decoder gestattet einen Einsatz des Modells unter analogen wie digitalen Bedingungen und ist somit RailCom-fähiger DCC-/mfx-Decoder mit umfangreichen Betriebs- und Soundfunktionen. Da das Modell schon serienmäßig mit einem Raucheinsatz versehen ist, gestattet dieser unter digitalen Bedingungen einen geschwindigkeitsabhängigen, dynamischen Rauchausstoß. Für den besseren und sicheren Betrieb auf Digitalanlagen erhielt das Modell auch einen Pufferspeicher eingesetzt.
Das Modell ist mit drei Kurzkupplungskulissen ausgestattet. Die fehlende vierte betrifft das Vorlaufdrehgestell. Die Lok-Tenderkupplung ist als NEM-Kurzkupplungsverbindung ausgeführt und ermöglicht mit dem Klickprinzip zwei Abstände. Der Unterschied bedeutet eine Änderung der Loklänge von mehreren Millimeter. Der Hersteller empfiehlt das Modell erst ab einem Kurvenradius von 438 mm einzusetzen. Das entspricht dem Radius 2. Der Einsatz im sog. „Schweineradius“ mit 360 mm sollte nicht erstrebenswert sein. An der Tenderrückseite ist eine Märklin-Kupplung im NEM-Schacht eingeschoben.
Fahrverhalten
Das Vorbild ist auf dem Schienennetz für eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h zugelassen. Das Modell erreicht bei 12 V Gleichstrom eine Modellgeschwindigkeit von umgerechnet ca. xxx km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. xxx % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 30 % um xxx % zu niedrig. Das Eigengewicht dieser Neukonstruktion beträgt 606 Gramm.
Optik
Das optische Aussehen der Reichsbahn-Schnellzuglokomotive wird durch die Detaillierung der Metallgehäuse und durch die verschiedenen Anbauteile einerseits bzw. durch den sehr langen Lokkessel mit den für die DB typischen Witte-Windleitblechen andererseits zum Ausdruck gebracht. Obwohl der Langkessel bereits viele freistehende Leistungen aufweist, wurden dennoch einzelne Teile aus Kunststoff in das Bauteil eingesetzt. Gerade die komplette Neukonstruktionen gestattet hierbei ein völlig neues Vorgehen bei der Umsetzung der Details. Die Umlaufbleche weisen eine filigrane Oberflächenstruktur auf, weniger sichtbar, aber dafür fühlbar. Der freie Blick zwischen Lokkessel und Fahrwerk ist auch bei dieser Konstruktion gewährleistet. Die Frontpartie mit dem Vorschau wurde in offener Ausführung umgesetzt, auf dem zwei zierlich ausgeführte Frontlampen eingesetzt sind. Einige Details sind auch an der Rauchkammertüre zu erkennen.
Das Fahrwerk besteht aus Metallrädern mit feinen Speichen und aus ebenfalls filigran gefertigten Gestänge. Das ebenfalls neukonstruierte Fahrwerk ist konstruktiv so ausgelegt, daß die Lokomotive speziell in engen Radien oder engen Weichenstraßen anstandlos befahren oder durchfahren kann. Die recht detaillierte Nachbildung läßt auch bis an die Schienenoberkante reichende Sandfallrohre erkennen. Die Bremsbacken sind auf der Ebene der Radlauffläche situiert. Sowohl das Vorlaufdrehgestell als auch das Nachlaufgestell weisen ebenfalls verschiedene Detaillierungen auf, wobei das Nachlaufgestell durch die optische Tiefenwirkung punkten kann.
Die Schnellzuglokomotive ist mit einem Kohlen-Schlepptender der Bauart 2′ 3 T38 gekuppelt. Das Tendergehäuse ist ebenfalls aus Metall gefertigt. Als Hingucker seien die Achsaufhängungen des fünfachsigen Tenderfahrwerks zu nennen, die ebenfalls dreidimensional durchgebildet sind. Schwer erkennbar sind die zierlich ausgeführten Tenderachsen. Der Blick auf die Oberseite des Tenders zeigt die korrekte Darstellung dieser Bauteile, welche im Vergleich zu anderen Konstruktionen filigraner ausgefallen sind.
Farbgebung und Beschriftung
Die Farbgebung ist bei einer Dampflok bereits konstruktiv vorgegeben. Sämtliche Anschriften des Modells sind gut deckend aufgetragen und lupenrein lesbar. Das vorliegende Modell ist mit der (fiktiven) DB-Betriebsnummer 06 002 beschriftet. Als Heimatdienststelle wird das Bw Hamm ausgewiesen, welches zur ED Essen gehört. Da es sich hier um den Nachbau eines DB-Projekts handelt, ist das angeschriebene Untersuchungsdaten irreal und weist die Angabe „Letzte Br. Unt. Bwg 13. 9.51“ auf.
Beleuchtung
Das Dampflokmodell der Baureihe 06 ist mit wartungsarmen, weißwarme LED bestückt, welche fahrrichtungsabhängig leuchten. Das Spitzensignal besteht aus zwei weißen Lampen, das Schlußlicht wird über rote Lampen dargestellt. Im Digitalmodus sind die Schlußlichter und die Führerstandsbeleuchtung aber separat schaltbar. Durch den eingebauten Decoder sind auch verschiedene Geräuschkulissen abrufbar. Der eingebaute Digitaldecoder weist insgesamt 29 verschiedene Licht- und Soundfunktionen auf, welche nur im Betrieb mit einer Mobile Station 2 bzw. Central Station II/III abrufbar sind.
Bilder
Modellvorstellung 23628
Märklin/Trix hat für seine fiktive Dampflok 06 002 der DB ein dazu passende, dreiteiliges Wagenset des D 14 „Dom-Pfeil“ geschaffen, welches auch völlig unabhängig von diesem Dampflokmodell zu anderen Dampfloks oder Dieselloks des Herstellers ideal ergänzen lassen. Das Set erschien unter der Märklin-Händler-Initiative mhi und wird bei Märklin mit der Artikelnummer 42528 im Sortiment geführt. Der UVP für die drei Wagen liegt bei € 329,–.
Das Wagenset besteht aus drei Modellen der Verwendungsgruppe 29 der Deutschen Reichsbahn, die diese mit der Gattungsbezeichnung AB4ü-28 in Dienst gestellt hat. Der Wagentyp ist nach 1945 bei der Deutschen Bundesbahn verblieben, wobei die noch junge Bundesbahn schon damals versuchte, ein hochwertiges Fernverkehrsnetz aufzubauen. Um sich vom Alltagsleben und den Kriegsschäden zu distanzieren, wurde quasi als Neubeginn die Flotte der Blauen Wagen geschaffen. Alle drei Wagen weisen eine stahlblaue Farbgebung auf und weisen drei weiße Zierlinien auf. Die Wagen sind werkseitig mit Zuglaufschilder versehen, auf denen der F-Zug 14 „Dom-Pfeil“ von Hannover – Hamm (W) – Wuppertal – Köln zu lesen ist.
Märklin/Trix hat alle Modelle mit einer LED-Innenbeleuchtung serienmäßig ausgestattet und mit Pufferkondensatoren versehen. Alle Kupplungen sind stromführend ausgeführt, wobei der dritte Wagen über hochgestellte, beleuchtete Zugschlußlampen verfügt. Die Inneneinrichtung ist mehrfarbig ausgeführt. Die Auslieferung des Sets erfolgt mit einer Betriebsanleitung und einem Zurüstbeutel, indem zwei Märklin-Kupplungen sowie zwei ausgezogene Faltenbälge beigelegt sind.
Die Modelle gelten als sehr maßstäbliche und detailgetreue Abbildungen, wobei die Fahrzeuge auch über viele extra angesetzte Einzelteile verfügen wie etwa die stirnseitig eingesetzten Aufstiegsleitern, die separat eingesetzten Griffstangen in den Einstiegstüren oder die extra angesetzten Dachteile. Alle Wagen sind mit der Gattungsbezeichnung AB4üe bezeichnet.
Bilder 23628/1
Der erste Wagen ist mit der Wagennummer 11382 Han bedruckt. Hannover Hbf. ist als Heimatbahnhof ausgewiesen. Im Revisionsraster stehen die Angaben Unt. Nms 14. 4.52 bzw. Nächste Unt. 14.10.52.
Bilder 23628/2
Der zweite Schnellzugwagen ist mit der Wagennummer 11466 Han bedruckt, der sich nur durch das geänderte Untersuchungsdatum mit den Angaben Unt. Nms 30. 3.52 bzw. Nächste Unt. 30. 9.52 unterscheidet.
Bilder 23628/3
Das letzte Modell ist mit den Wagenanschriften 11365 Han versehen und verfügt an einem Wagenende über zwei beleuchtete Zugschlußlaternen auf Dachhöhe. Die Revisionsdaten werden am Fahrzeugraster mit der Angabe Unt. Nms 25. 4.52 bzw. Nächste Unt. 30.10.52 festgehalten.










































