Fleischmann 721210 / 721213: DB-Baureihe 211 / SETG

Die schlichten Lokomotiven der Baureihe V 100 waren maßgeblich beteiligt am Verschwinden von Dampflokomotiven auf Nebenbahnen. Das Haupteinsatzgebiet der ab 1961 in Serie gelieferten Maschinen der BR V 100.10 und V 100.20 lag im leichten Reise- und Güterzugdienst. 1968 wurden die Loks als Baureihe 211 in das neue Nummernschema der Deutschen Bundesbahn eingeordnet. Die leistungsstärkeren Varianten der Baureihe V 100.20 verrichteten auch auf Haupt- und Steilstrecken ihren Dienst. 1994 übernahm die DB AG die Maschinen in den Bestand. Obwohl die letzte Maschine der BR 211 bei der DB AG im Jahr 2001 nach fast 40 Jahren ausgemustert wurde, sind die Loks noch heute bei vielen Privatbahnen in ganz Europa im Einsatz. Hier sind sie oft bei Gleisbaufirmen anzutreffen, da der erhöhte Mittelführerstand gegenüber Lokomotiven mit Endführerstand eine bessere Übersicht bietet.


Modellvorstellung

Der Salzburger Modellbahnhersteller hat die Baureihe V 100.10 als Neukonstruktion für das Jahr 2023 angekündigt. Die Bekanntgabe als Neukonstruktion umfaßte einige Wesenswerkmale, die das neue Modell aufweisen soll. Im Prospekt werden daher freier Führerstandsdurchblick, Bremsbacken in exakter Lage auf der Radlaufebene sowie feinste Griffstangen und Auftritte genannt, wobei letztere teilweise aus Metall gefertigt werden. Das Digitalmodell verfügt noch zusätzlich über einen Loksound, nicht zu vergessen sind dann noch die schaltbaren „Lichtspiele“.

Fleischmann hat deshalb unter der Artikelnummer 721210 ein Modell der purpurroten 211 236-5 der DB angekündigt, wobei das Modell mit dieser Artikelnummer die analoge Modellausführung verkörpert. Die Ausführung mit Loksound wird unter der Artikelnummer 721280 geführt. Der UVP beträgt daher € 157,90 bzw. € 282,90.

Verpackung

Fleischmann liefert seine neukonstruierte DB-Diesellok in der bekannten Blisterbox aus. Nach Öffnen des Deckels ist die Lok durch Herausziehen der Plastikfolie sofort entnehmbar. Unter dem passgenauen Plastikeinsatz befinden sich das Ersatzteilblatt, die Betriebsanleitung und die Garantieerklärung. Im beiliegenden Zurüstbeutel finden sich Bremsschläuche, Heizkabel und Frontschürzen. Der Karton-Einsatz der Blisterbox dient wiederum als gut illustrierte Wartungsanleitung.

Technik

Um an Innenleben des Modells zu gelangen, muß das Lokgehäuse abgenommen werden. Das aufgesetzte Kunststoffgehäuse ist an der Unterseite des Modells mit zwei Kreuzschrauben befestigt. Die Entfernung beider Schrauben ermöglicht den Abzug des Gehäuses nach oben. Es wird die Zentralplatine auf dem Niveau der Vorbauten sichtbar. Unter diese ist ein Mittelmotor eingesetzt. Die Übertragung des Drehmomentes erfolgt über verlängerte Wellen auf das Zahnradgetriebe in den Drehgestellen. Es werden alle vier Achsen angetrieben. nimmt an einem Lokende die Digitalschnitte vom Typ NEXT 18 auf. An den Stirnenden ist eine Kurzkupplungskulisse verbaut.

Fahrverhalten

Das Eigengewicht beträgt 43 Gramm. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 100 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ließen das Modell ungefähr die Vorbildgeschwindigkeit mit 121 km/h fahren. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit daher um ca. 21 % zu hoch, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 50 % – ist sie um ca. 29 % zu langsam.

Optik

Die Modellkonstruktion gibt das Vorbild sehr gut wieder. Es ist unverkennbar, daß der Hersteller am Kunststoffgehäuse feine und tiefe Gravuren an den Vorbauten und dem Führerhaus hinterlassen hat. Die zahlreich existierenden Details umfassen die Darstellung feiner Lüftergitter, die unterschiedlich großen Abdeckklappen mit den damit zusammenhängenden Verschlüssen oder auch das mit Tiefenwirkung versehen Rotorblatt des Kühlblocks. Des weiteren wurden in das Modell verschiedene Anbauteile eingesetzt. Gut sichtbar ist vor allem die Funkantenne, die freistehenden Griffstangen bei den Verschieberauftritten und die extra eingesetzten Griffstangen bei den Türen in die Lokführerkabine.

Die feinen Fenstereinsätze sind mit schmalen Fensterstege versehen und weisen Alu-Listen auf. Wie schon angekündigt, ist es auch gelungen, den freien Durchblick durch das Führerhaus zu gewährlisten. Im abgerundeten Fahrzeugtank sind die Trittstufen berücksichtigt. Die Drehgestelle sind mit einer Tiefenoptik ausgestattet und authentisch umgesetzt.

Bedruckung und Lackierung

Das vorliegende Modell ist sauber lackiert und bedruckt. Die Anschriften sind unter Lupe einwandfrei lesbar. Das Modell ist im Erscheinungsbild der Epoche IV mit Computernummer gehalten. Fleischmann hat seiner V 100 die Loknummer 211 236-5 spendiert. Die Lok ist dem Bw Osnabrück bzw. der BD Hannover zugeordnet. Im Revisionsraster ist als letztes Untersuchungsdatum REV Brm 22. 4.81 aufgedruckt.

Beleuchtung

Das Beleuchtungskonzept besteht aus LED-Lichtkörpern. Die Spitzenbeleuchtung besteht aus drei warmweißen LED-Lampen, das Schlusslicht wird mittels zweier roter LEDs dargestellt, welche richtungsabhängig leuchten.


Bilder


Modellvorstellung Fleischmann 721213 – SETG V 84

Fleischmann hat im Rahmen dieser Neukonstruktion neben der DB-Lok auch eine Ausführung des österreichischen Gesellschaft SETG aufgelegt, deren Loks durch das hellgrün/weiße Design auffallen. Umgesetzt wurde die V 84, welche zuvor bei der Salzburger Lokalbahn im Dienst stand von von dieser erworben wurde. Das Modell ist daher mit den Fahrzeuganschriften wie der Halterkennung mit A-SRA und der Loknummer 92 81 2000 084-1 bedruckt, welche noch aus den Zeiten der SLB herrührt. Am Führerhaus ist die interne Kurznummer mit V 100.53 angeschrieben. Die Lackierung ist tadellos umgesetzt, sämtliche Anschriften sind gut lesbar. Im Revisionsraster stehen die Angaben Br3 TEC 14.10.20. Das Modell der SETG V 100.53 ist als analoge Variante zum UVP von € 157,90 verfügbar. Die Modellausführung mit Loksound weist die Artikelnummer 721283 und den UVP von € 282,90 auf.