Trix 25027: DR 02 0314-1

Noch vor der 18 201 wurde die in Mitteldeutschland verbliebene Lokomotive 18 314 der Gattung bad. IVh für die VES-M in Halle als Versuchslokomotive rekonstruiert. Mit den großen Treibrädern und den bekannt guten Laufeigenschaften war die Lokomotive für Schnellfahrversuche hervorragend geeignet. Außer einem neuen Kessel von der Baureihe 22, in vollkomen geschweißter Ausführung, wurde auch eine Riggenbach-Gegendruckbremse eingebaut. Die Lokomotive erhielt eine Teilverkleidung und eine niedrige Umlaufschürze. Die Vorderpartie der Maschine hat eine frappierende Ähnlichkeit mit der Baureihe 10 der Deutschen Bundesbahn. Die Domverkleidung entspricht jener der Baureihe 01.5. 1967 erfolgte die Umrüstung der Lok auf eine Ölhauptfeuerung. Drei Jahre später bekam sie ihre neue Betriebsnummer 02 0314-1, bevor sie dann gegen Ende 1971 abgestellt wurde und erst 1984 nach Westdeutschland verkauft wurde. Das Einzelstück kann seit 1986 als Dauerleihgabe des HEF im Auto- und Technikmuseum in Sinsheim bewundert werden.


Modellvorstellung

Märklin überraschte den Modellbahnsektor wieder völlig überraschend mit einer gänzlichen Neukonstruktion einer „exotischen“ Dampflokomotive, welche aber bei der Deutschen Reichsbahn als Versuchslok des VES-M zum Kultstatus geworden ist. Nachdem das Vorbild im Museum steht, war es auch möglich, das Vorbild optimal zu vermessen, ebenso besteht durch die Umsetzung einer bad. IVh die Möglichkeit für den Hersteller, auch weitere Varianten dieser Grundbauart à la longue zu realisieren. Die ehemalige Schnellfahrlok 18 314, beschriftet als 02 0314-1 – die Umzeichnung fand 1970 statt – ist als sowohl bei Märklin (Artikelnummer 39027) als auch bei Trix (Artikelnummer 25027) erhältlich. Der Exot wird für phantastische € 599,– UVP angeboten.

Verpackung

Die Auslieferung erfolgt in der bekannten Verpackungsform von Märklin bzw. Trix. Nach dem Abzug des Kartonschubers wird die stabile Plastikverpackung zugänglich, in welchem das Modell mit nochmaligen Plastikschuber mit zwei seitlichen Abdeckungen sicher für den Transport eingelegt ist. Über das Modell wurde noch eine Folie sowie mehrere Filzstücke gelegt. Das Modell wird mit einem Zurüstbeutel ausgeliefert, in welchem die beiden Tauschteile für die Verkleidung unter dem Führerhaus abgelegt sind (Anmerkung: Die Teile sind im Rahmen einseitig eingesteckt und mit einer Schraube befestigt.). Im Sackerl befinden sich die Kolbenschutzrohre (keine Angabe zum notwendigen Mindestradius für den Anlageneinsatz!) und zwei Ersatzschrauben. Die Betriebsanleitung und die sonstigen Dokumente in der Kartonschachtel in einem seitlichen Schlitz eingeschoben und werden durch eine zusätzliche Kartonhülle umschlossen.

Technik

Der Hersteller setzt bei der technischen Ausstattung seiner Neukonstruktionen auf bewährte Antriebskonzepte, wobei die technischen Komponenten zweigeteilt sind. Im Langkessel ist der geregelte Hochleistungsmotor untergebracht. Ein fünfpoliger Mittelmotor mit großer Schwungmasse treibt über einen Wellenstummel das Modell über ein Schnecken-/Zahnradgetriebe an. Dieses greift direkt auf die dritte Kuppelachse ein, welches zugleich mit zwei Haftreifen versehen ist. Die anderen Kuppelachsen werden über die Kuppelstange mitgenommen. Die Abnahme des Lokgehäuses (Langkessel mit Führerhaus) gestaltet sich dermaßen, indem zwei Schrauben unterhalb des Führerstandes und eine Schraube unter dem Vorlaufdrehgestell zu lösen ist. Anschließend ist das Abziehen dieses Fahrzeugteiles nach oben möglich. Beim Abnehmen dieses Gehäuseteiles ist aber Vorsicht geboten, es existiert eine Kabelverbindung.

Das Tendergehäuse bietet Platz für die Digitalschnittstelle und den Lautsprecher. Verbaut ist eine 21MTC-Steckleiste. Der Tender ist ebenfalls am Fahrzeugrahmen mittels Schraubenverbindungen befestigt. Die Zugänglichkeit dazu wird durch den entfernbaren Aufbau des Ölbunkers auf dem Tenderkasten gewährleistet. Zusätzlich ist noch eine weitere Verkleidung zu entfernen. Dann ist die Decoderschnittstelle und der Lautsprecher problemlos zugänglich. Der Decoder gestattet einen Einsatz des Modells unter analogen wie digitalen Bedingungen und ist somit DCC- und mfx-fähig. Da das Modell schon serienmäßig mit einem Raucheinsatz versehen ist, gestattet dieser unter digitalen Bedingungen einen geschwindigkeitsabhängigen, dynamischen Rauchausstoß.

Das Modell ist mit drei Kurzkupplungskulissen ausgestattet. Die fehlende vierte betrifft das Vorlaufdrehgestell. Die Lok-Tenderkupplung ist als NEM-Kurzkupplungsverbindung ausgeführt und ermöglicht mit dem Klickprinzip zwei Abstände. Beim verkürzten Abstand reduziert sich dieser um ca. 2 bis 3 Millimeter. Beim Betrieb bei 360 mm Radien ist der vergrößerte empfohlen, zudem wurde für diese Kurvengängigkeit der Kompromiß mit dem Führerstandsverkleidungen gefunden. An der Tenderrückseite ist eine Märklin-Kupplung eingeschoben.

Fahrverhalten

Das Vorbild ist auf dem Schienennetz für eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h beidseitig zugelassen. Das Modell erreicht bei 12 V Gleichstrom eine Modellgeschwindigkeit von umgerechnet ca. 66 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 56 % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 30 % um 86 % zu niedrig. Das Eigengewicht dieser Neukonstruktion beträgt 530 Gramm.

Optik

Das Überraschungsmodell dieses Jahres ist wiederum als filigrane Metallkonstruktion. Das betrifft einerseits den Langkessel und das Tendergehäuse. Alle Gehäuseteile weisen feine Gravuren auf und sind mit zahlreichen Ansetzteilen versehen. Die besondere Kesselform ist hervorragend wiedergegben, in welchem auch verschiedene Detaillierungen erkennbar sind. Die Kesselleistungen sind freistehend ausgeführt und eingesetzt. Eingesetzt sind auch einzelne Ätzteile (Gitterroste) am Dach des Führerhauses und am Öltender. Sehr schön getroffen ist auch der vordere Teil des Rahmens mit seiner Teilverkleidung. Auch hier finden sich feine Gravuren am Modell. Dasselbe gilt auch für den Tenderaufbau.

Wenn man das Modell aus der Verpackung nimmt, so weist das Modell auf den ersten Blick dennoch einem optischen Mangel auf, der der Bogenläufigkeit des Märklin-Radius R1 geschuldet. Die Führerstandsverkleidung ist beim Vorbild bis auf die Achslage heruntergezogen. Um das Modell aber dennoch betriebssicher betrieben zu können, wurde dieser Bereich mit einem Steckteil samt Ausschnitt für die Nachlaufachse versehen. Dieser Kompromiß ist zwar optisch unschön, kann aber durch das Tauschteil korrigiert werden.

Der weitere Blick richtet sich auf das Laufwerk der einst bad. IV h. Das Modell ist mit feinen Speichenrädern aus Metall versehen, ebenso aus Metall gefertigt ist das Gestänge der Maschine. Die filigrane Umsetzung samt markanter Bauteile im Steuerungsbereich sind als wahre Augenweide festzuhalten. Metallräder sind auch beim seitenverschiebbaren Vorlaufdrehgestell und im zentral gelagerten Nachlaufdrehgestell zu finden. Die dreidimensionale Durchbildung ist auch bei den Drehgestellen des Tenders schön erkennbar. Abschließend sei noch den mit dezenten Details ausgestattete Aschkasten verweisen.

Farbgebung und Beschriftung

Besondere Dampflokomotiven erhielten bei der Deutschen Reichsbahn eine besondere Farbgebung, welche in den Farbtönen Grün und Schwarz ausgefallen ist. Die Achsen und auch die Laufwerke der Drehgestelle sind dabei Rot gehalten. Die Beschriftung ist lupenrein ausgeführt. Das vorliegende Modell der 02 0314-1 reiht sich in frühe Epoche IV ein. Als Heimatdienststelle ist das Bw Halle P bzw. die Rbd Halle angeschrieben. Das letzte Untersuchungsdatum wird mit dem Datum vom 10.05.70 des Raw Meiningen für die letzte Bremsuntersuchung ausgewiesen. Sämtliche Anschriften sowie Aufdrucke sind sauber, trennscharf und mehrfarbig aufgetragen.

Beleuchtung

Das Dampflokmodell ist mit wartungsarmen, weißwarmen LED bestückt. Die Ansteuerung erfolgt fahrrichtungsabhängig, dreimal weißes Spitzenlicht vorne bzw. zweifach hinten. Zudem gibt es noch eine Führerstandsbeleuchtung sowie eine Fahrwerksbeleuchtung.


Bilder


Bilder mit geschlossener Schürze bei der Nachlaufachse