Baureihe 01: Trix 25001

Nach dem Zusammenschluß der früheren Länderbahnen zur Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG), war bereits zu Beginn des Jahres 1921 der „Engere Ausschuss zur Vereinheitlichung von Lokomotiven“ gegründet worden. Erste große Aufgabe dieses Gremiums anerkannter Fachleute war die Erarbeitung eines Typenprogramms für den Bau neuer Einheitslokomotiven. Dieses Neubauprogramm enthielt mit den Baureihen 01 und 02 auch zwei Lokomotivgattungen für den Schnellzugdienst. Nach dem Bau von Vorserien zu je 10 Lokomotiven und eingehenden Versuchen entschied man sich für die Zweizylinder-Heißdampflokomotive der Baureihe 01. Davon wurden bis zum Jahr 1942 insgesamt 231 Maschinen in Dienst gestellt.

Die ersten Baulose waren mit Vorlaufrädern von 800 mm Durchmesser ausgestattet und für 120 km/h zugelassen. Ab 01 102 benutzte man Vorlaufräder von 1000 mm und verstärkte Bremsen, wodurch die zugelassene Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h hinaufgesetzt werden konnte. In den 1930er Jahren konzentrierte sich der Einsatz auf die relativ wenigen Strecken, die bereits auf 20 Tonnen Achslast ausgebaut waren. Bis zum Jahr 1939 liefen die Maschinen mit den genieteten Tendern der Bauart 2‘ 2‘ T32. Nach diesem Zeitpunkt erhielten die Neulieferungen die geschweißten Tender 2‘ 2‘ T 34, die bereits im Dienst stehenden Lokomotiven wurden nach und nach entsprechend umgerüstet. Bei der Deutschen Bundesbahn kamen 165 Lokomotiven der Baureihe 01 zum Einsatz. Die ursprüngliche Ausführung mit den großen Wagner-Windleitblechen und den Luft- und Speisepumpen in den Rauchkammernischen wurde im Laufe der Zeit umgebaut. Man tauschte die großen Windleitbleche gegen jene der Bauart Witte und änderte die Umlaufbleche zum großen Teil. Mit der Verlegung der Pumpen in die Fahrzeugmitte erreichte man eine bessere Sicht auf die Strecke. Über die Jahre waren die berühmten Pacific-Lokomotiven vielfältig in Verwendung. Im Personenverkehr wurden vom schweren Schnellzug bis zum leichten Personenzug alle Leistungen gefahren. Die Einsätze über die bekannte Steilstrecke „Schiefe Ebene“ erreichten, während des zu Ende gehenden Dampflokbetriebes bei der Deutschen Bundesbahn, Kultstatus bei vielen Eisenbahnfreunden. Die letzten Lokomotiven wurden im Juni 1973 von der DB außer Dienst gestellt.


Modellvorstellung

Das runde Jubiläum zum Bestehen der Reihe 01 der Deutschen Reichsbahn (Gesellschaft) hat die Herstellergruppe aus Göppingen dazu verleitet, ein neues Modell dieser Reichsbahn-Schnellzuglokomotive mit den großen Wagner-Windleitblechen aufzulegen. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen der Jahresneuheiten 2025 zum UVP von € 549,–. Dasselbe Modell ist bei Märklin unter der Artikelnummer 39003 verfügbar. Märklin/Trix hat zu dieser Lok noch ein passendes Wagenset angekündigt, in welchem sich als Neukonstruktion ein Postwagen der Bauart PwPost4ü-28 befindet. Dieses Set ist unter der Artikelnummer 23650 (Märklin: 42490) zum UVP von € 329,– erhältlich.

Verpackung

Die Auslieferung erfolgt in der bekannten Verpackungsform von Märklin bzw. Trix. Nach dem Abzug des Kartonschubers wird die stabile Plastikverpackung zugänglich, in welchem das Modell mit nochmaligen Plastikschuber mit zwei seitlichen Abdeckungen sicher für den Transport eingelegt ist. Drei weiße kleine Filzstücke und eine Klarsichtfolie wurden noch über das Lokmodell dazwischen gelegt. Dem Modell liegt ein Zurüstbeutel bei, welcher die beiden Kolbenschutzrohre und die Bremsschläuche beinhaltet. Die Betriebsanleitung und die sonstigen Dokumente in der Kartonschachtel in einem seitlichen Schlitz eingeschoben und werden durch eine zusätzliche Kartonhülle umschlossen. Allerdings hat sich in der Explorationszeichnung über die Ersatzteile ein Darstellungs- bzw. Beschriftungsfehler eingeschlichen.

Technik

Der Hersteller setzt bei der technischen Ausstattung seiner Neukonstruktionen auf bewährte Antriebskonzepte bisheriger Modelle. Im Langkessel ist der geregelte Hochleistungsmotor untergebracht. Ein fünfpoliger Mittelmotor mit großer Schwungmasse treibt über einen Wellenstummel das Modell über ein Schnecken-/Zahnradgetriebe an. Dieses greift direkt auf die dritte bzw. letzte Kuppelachse ein, welches zugleich mit zwei Haftreifen versehen ist. Die anderen Kuppelachsen werden über die Kuppelstange mitgenommen. Die Abnahme des Lokgehäuses (Langkessel mit Führerhaus) gestaltet sich bei dieser Modellkonstruktion als etwas komplizierter. Es muß zuerst das Vorlaufdrehgestell mit einer Schraubenverbindung entfernt werden, um an die dahinterliegende vordere Schraubenverbindung des Langkessels zu gelangen. Zwei weitere Schraubenverbindungen sind unterhalb des Führerstandes platziert. Anschließend ist das Abziehen dieses Fahrzeugteiles nach oben möglich. In der Betriebsanleitung steht zwar nichts von einer Kabelverbindung zum Motor, aber man sollte dennoch vorsichtig beim Abnehmen dieses Gehäuseteiles sein.

Das Tendergehäuse bietet Platz für die Digitalschnittstelle und den Lautsprecher. Verbaut ist eine 21MTC-Steckleiste. Der Decoder gestattet den Betriebseinsatz auf analogen wie digitalen Anlagen und verarbeitet nicht nur die DCC- und mfx-Datenformate, sondern ist auch RailCom-fähig. Der Zugang zur Schnittstelle wird durch den Abzug des Kohlenaufsatzes gewährleistet, indem sich dieses Teil von Tendergehäuse abnehmen läßt. Das Tendergehäuse ist wiederum über zwei Schraubenverbindungen mit dem Fahrzeugrahmen befestigt.

Das Modell ist mit drei Kurzkupplungskulissen ausgestattet. Die fehlende vierte betrifft das Vorlaufdrehgestell. Die Lok-Tenderkupplung ist als NEM-Kurzkupplungsverbindung ausgeführt und ermöglicht mit dem Klickprinzip zwei Abstände. Beim verkürzten Abstand reduziert sich dieser um ca. 2 bis 3 Millimeter. Das vorliegende Modell ist für einen Betrieb auf den 360 mm Radien von Märklin geeignet.

Fahrverhalten

Das Vorbild ist auf dem Schienennetz für eine Höchstgeschwindigkeit von 120 bis 130 km/h beidseitig zugelassen. Das Modell erreicht bei 12 V Gleichstrom eine Modellgeschwindigkeit von umgerechnet ca. 51 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 57 % zu langsam, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 30 % um 87 % zu niedrig. Nach ca. 15 Testrunden begann das Testobjekt zu Quietschen. Das Eigengewicht dieser Neukonstruktion beträgt 536 Gramm.

Optik

Das optische Aussehen der Reichsbahn-Schnellzuglokomotive wird durch die Detaillierung der Metallgehäuse und durch die verschiedenen Anbauteile einerseits bzw. durch die Wagner-Windleitblechte andererseits determiniert. Obwohl am Langkessel schon viele Leistungen in erhabener Form dargestellt werden, wurden dennoch einzelne Teile aus Kunststoff in das Bauteil eingesetzt. Jüngere Neukonstruktionen weisen dabei einen detaillierten Umsetzungsgrad auf. Die Umlaufbleche weisen eine filigrane Oberflächenstruktur auf, weniger sichtbar, aber dafür fühlbar. Der freie Blick zwischen Lokkessel und Fahrwerk ist auch bei dieser Konstruktion gewährleistet. Die verschlossene Frontpartie besteht aus geriffelten Umlaufblechen und Trittflächen zum Rüsten der Lok sowie aus zierlichen Scheinwerfern. In der Rauchkammertüre sind mehrere Teile eingesetzt, sie ist mit einem Zentralverschluß versehen.

Das Fahrwerk besteht aus Metallrädern mit feinen Speichen und aus ebenfalls filigran gefertigten Gestänge. Die recht detaillierte Nachbildung läßt auch bis an die Schienenoberkante reichende Sandfallrohre erkennen. Die Bremsbacken sind auf der Ebene der Radlauffläche situiert. Als Hingucker sind auch die Achsaufhängungen des starren Tenderfahrwerks zu nennen, die dreidimensional durchgebildet sind. Die zierlich ausgeführten Tenderachsen sind dadurch schwer zu erkennen. Das Tendergehäuse ist ebenfalls aus Metall gefertigt. Da es sich um eine geschweißte Bauform des Tenders der Bauart 2′ 2′ T34 handelt, sind bei diesem auch keine Nietverbindungen vorzufinden. Der Blick auf die Oberseite des Tenders zeigt die korrekte Darstellung dieser Bauteile, hätte aber in der Ausführung filigraner sein können.

Farbgebung und Beschriftung

Die Farbgebung ist bei einer Dampflok bereits konstruktiv vorgegeben. Die Lackierung am Kessel ist glänzend ausgeführt. Die Beschriftung ist lupenrein und korrekt aufgetragen und entspricht der Ausführung der Reichsbahn-Zeit. Das gegenständliche Modell ist mit der Loknummer 01 186 bedruckt worden. Die Lok gehört zum Bw Hamm in der BD Essen. Am Modell sind noch Untersuchungsdaten aus der Zwischenkriegszeit angeschrieben, und zwar mit der Angabe „Letzte Bremsunt. Bwg 8. 6.36“. Die Anschriften sind übrigens sauber, trennscharf und mehrfarbig aufgetragen.

Beleuchtung

Die Neukonstruktion ist mit wartungsarmen, weißwarme LED beleuchtet. Die Lok verfügt an beiden Lokenden jeweils nur zwei Laternen. Im Fahrbetrieb leuchtet aber je nach Fahrtrichtung immer das Spitzensignal. Ein Schlußlicht gab es zur damaligen Zeit nicht. Im Digitalbetrieb sind noch andere Licht- und Soundfunktionen möglich, die ausführlich in der Betriebsanleitung beschrieben sind.


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