Trix 16114: DB 111 137 (S-Bahn-Design)

Die Lokomotiven der Baureihe 111 stellen die moderne Variante bzw. Ausführung der bereits bewährten Baureihe 110.1 bzw. 110.3 der Deutschen Bundesbahn dar. Der Grundriß wurde zugunsten eines neugestalteten Führerstandes wesentlich verändert. Dieser bietet dem Lokführer ein Höchstmaß an Sicherheit und persönlichem Komfort. Ein neues Lüftungssystem für die Fahrmotoren und eine geänderte Gerüstanordnung ermöglichen eine bessere Zugänglichkeit zu den elektrischen Geräten. Beim Einbau der elektrischen Bremse ist vor allem die Leistungssteigerung von 1.200 auf 2.000 kW bemerkenswert, womit der Verschleiß an Bremsklötzen merklich herabgesetzt wurde. Eine automatische Fahr- und Bremssteuerung (AFB) entlastet den Lokführer bei seiner täglichen Arbeit. durch neuartige Meßtechniken bestätigte Erkenntnisse führten zur konstruktiven Gestaltung der neuen Drehgestelle. Die dadurch erhielte Reduktion der auf die Schiene wirkenden Querkräfte bedeutet die Schonung von Fahrweg und Fahrzeug. Das Bundesbahn-Zentralamt München übernahm im Dezember 1974 mit der 111.001 das erste Fahrzeug einer neuen Generation von Schnellzuglokomotiven, die aber vorwiegend im Regionalzugdienst Verwendung fanden. Erbauer des mechanischen Teiles Krauss-Maffei, Henschel und Krupp, beim elektrischen der 226 Stück umfassenden Flotte sind Siemens, BBC und AEG.


Modellvorstellung

Die Auslieferung von Neuheiten dauert oftmals länger als gedacht, insbesondere dann, wenn zu Corona-Zeiten die gesamte Weltwirtschaft durcheinander gebracht wird und die Produktion in Fernost stattfindet. Dies ist aber beim Märklin/Trix nicht der Fall, denn die Produktion findet in Göppingen oder in Györ statt. Aber dennoch wurde das gegenständliche Modell der S-Bahn 111 im Neuheitenjahr 2019 zum 60jährigen Jubiläum angekündigt. Als UVP wurde damals mit € 279,99 festgelegt.

Verpackung

Trix/Minitrix liefert das Modell in der üblichen Plastikverpackung aus. Der Deckel ist beidseitig mittels Klebepunkte befestigt. Das Modell liegt in der Ausnehmung des Blistereinsatzes und ist zusätzlich mit Plastikfolien umwickelt. Als zusätzliche Transportsicherung ist noch ein einsteckbarer Deckel dazwischen gelegt. Die Betriebsanleitung sowie weitere Dokumente sind unter dem Blistereinsatz abgelegt.

Technik

Das Lokgehäuse aus Kunststoff ist ein Bauteil und wurde auf dem Chassis aufgesteckt. Zur Abnahme des Gehäuseteils genügt das leichte auseinanderspreitzen der Seitenwände. Aber Achtung, das Lokgehäuse ist mittels Kabelverbindungen mit der Platine verbunden, da der Lautsprecher an der Dachunterseite platziert ist. Die Fahrzeugplatine ist am Chassis mit zwei Kreuzschrauben festgeschraubt und hat an der Oberseite eine 14polige Digitalschnittstelle. Der eingebaute Decoder arbeitet mit den Datenformaten DCC und Selectrix. Auf der Platine befindet sich ein Umschalter für den Oberleitungsbetrieb. Ob das Modell über den Oberleitungsbetrieb konzipiert ist, geht aus den mitgelieferten Unterlagen nicht klar hervor.

Im Metallrahmen unter der Platine ist der Mittelmotor mit zwei großen Schwungmasse untergebraucht. Die Kraftübertragung erfolgt über die beidseitigen Wellenstummel auf das Zahnradgetriebe der Drehgestelle. Es sind alle vier Achsen angetrieben, die zweite und die dritte Achse haben jeweils einen Haftreifen. Die Auslieferung erfolgt mit Kurzkupplungskulisse.

Fahrverhalten

Die Fahreigenschaften der 69 Gramm schweren Hochgeschwindigkeitslokomotive können sich ohne weiteres sehen lassen. Das Modell durfte seine Proberunden auf einem Gleisoval auf dem kleinsten Radius des „piccolo“-Gleissystems von Fleischmann erbringen.

Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 126 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 21 % zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 50 % um gerade einmal ca. 71 % zu niedrig.

Optik

Die Kopfform des Minitrix-Modell ist sehr gut getroffen. Das Modell ist mit zahlreichen Gravuren versehen. Die Lüftergitter sind am Gehäuse angesetzt, am Lüfterrahmen sind die Befestigungspunkte sichtbar. Verschiedene Details sind aber am Lokkasten angespritzt, des betrifft die Handläufe, UIC-Dosen oder die Scheibenwischer. Bei den Griffstangen der Führerstandstüren sind ebenfalls angraviert und silbern eingefärbt, unklar ist, ob es angesetzte Teile sind. Der Dachgarten ist sauber umgesetzt und kann sich sehen lassen. Am Dach sind verschiedene Bauteile extra angesetzt, das Lüftergitter am Dach dient als Austrittsquelle für den darunter befindlichen Lautsprecher. Die Isolatoren und die Dachleitung sind filigran ausgeführt, am Dach sind zwei Scherenstromabnehmer montiert. Die Regenrinnen sind nur über den Führerstandstüren angebracht.

Farbgebung und Bedruckung

Die S-Bahn-Lackierung bei der Baureihe 111 war schon immer etwas besonderes und bestand aus den Farbtönen Orange und Kieselgrau. Das Modell ist tadellos lackiert und mehrfarbig bedruckt. Das Modell ist mit der Betriebsnummer 111 137-6 versehen. Die Lok ist im Bw Düsseldorf 1 der BD Köln stationiert. Im Revisionsraster stehen die Untersuchungsdaten REV MF 03.05.89.

Beleuchtung

Minitrix hat seine S-Bahn 111 mit warmweise LED ausgestattet. Die Stirnbeleuchtung wechselt richtungsabhängig mit den roten Schlußlichtern. Im Digitalbetrieb sind noch weitere Lichtspiele wie Führerstandsbeleuchtung möglich.


Bilder