ÖBB-Reihe 1110: Fleischmann 7560038
Die Reihe 1010 – ebenso die Reihe 1110 – wurden 1952 als erste Nachkriegs-Schnellzugloks bei den ÖBB in Auftrag gegeben. Als Vorbild fungierte die heute noch im Einsatz stehende Gotthardmaschine Ae 6/6 der SBB. Das primäre Einsatzgebiet war die Westbahn von Wien bis nach Buchs SG bzw. Passau. Die geforderten Einsatzmöglichkeiten auf der Ennstalstrecke (Amstetten – Bischofshofen) mit dem damaligen Achslastlimit von 18 t führte zur sechsachsigen Ausführung. Ab 1961 erfolgte der Einsatz auf der Südbahn und am Semmering, jedoch führten die dortigen Engradien (189 m) zu Speichenrissen und zu starken Verschleißerscheinungen an den Spurkränzen infolge mangelnder querelastischer Ausführung der Drehgestelle. Zwei Ausführungen kamen zustande – lenkergeführte Drehgestelle ohne Realdrehzapfen (1010.01 und 02) sowie konventionelle Drehgestelle mit Drehzapfen an der Mittelachse mit dem Andreaskreuz (1010.03 bis 20). Alle Maschinen durchliefen während ihrer Dienstzeit zahlreiche bauliche Veränderungen. Die nachhaltigste, optische Veränderungen geschah infolge von Hauptausbesserungen im TS-Werk Linz. Die 1010.005, 011, 012, 015 bis 017 und 019 erhielten einen Neubaukasten mit ausgebauchter Stirnfront als Rammschutz und eine Neulackierung im Valousek Design. Mehrere als angeblich abgestellte Museumsloks werden heute im Güterverkehr eingesetzt.
Die Reihe 1110 wurde zeitgleich mit der Reihe 1010 beschafft. Beide weisen im mechanischen Bereich nur geringfügige Unterschiede auf. Verbesserungen wurden an den Drehgestellen vorgenommen. 1110.11 bis 1110.30 erhielten nach Tests Drehgestelle mit ideellen Drehzapfen, die zuvor bei der 1110.05 zur Anwendung gekommen waren. Außerdem fiel diese Serie durch die tiefreichende Frontschürze auf, womit das Flugschneeproblem ein für allemal gelöst werden konnte. Als Antriebssystem diente der bewährte BBC-Hohlwellen-Federantrieb. Im elektrischen Betrieb wurden die Anforderungen an Güterzugloks realisiert.
Die um zwanzig km/h niedrigere Höchstgeschwindigkeit sowie das geänderte Übersetzungsverhältnis beim Antrieb prädestinierte sie für den Güterzugeinsatz auf Gebirgsstrecken westlich von Salzburg. Alle Maschinen wurden in tannengrüner Lackierung abgeliefert und erhielten ab den sechziger Jahren eine blutorange Lackierung mit Zierstreifen in Elfenbein. In den neunziger Jahren wurde das Blutorange durch Verkehrsrot ersetzt. Die 1110.004, 015 und 018 erhielten bei Hauptausbesserungen im TS-Werk Linz eine geänderte Silhouette samt Neulack im Valousek-Design.
Modellvorstellung
Fleischmann hat für das Jahr 2025 gleich zwei besondere Neuheiten für die N-Bahner angekündigt. Wer ein Freund der modernen Eisenbahn ist, wurde mit dem neuen Nightjet der neuen Generation der ÖBB schon beglückt, für die Freunde älterer Epochen wurde noch vor Weihnachten 2025 zeitgerecht die neukonstuierte ÖBB-E-Lok der Reihe 1110 an den Fachhandel abgeliefert.
Als erstes Modell dieser Loktype wurde die tannengrün lackierte 1110.17 mit schwarzem Fahrwerk und Frontschürze sowie mit silbernen Dach angekündigt. Das Modell ist in zwei Ausführungen erhältlich. Die analoge Modellausführung ist unter der Artikelnummer 7560038 zum UVP von € 239,90 erhältlich. Die digitale Modellausführung wird unter der Artikelnummer 7570038 und zum UVP von € 339,90 vorgehalten.
Verpackung
Die neue ÖBB 1110 wird in der üblichen Fleischmann-Blisterbox ausgeliefert. Das Modell liegt paßgenau im Plastikeinsatz und wird neben dem Oberteil der Blisterbox noch zusätzlich durch eine darauf liegende Plastikfolie geschützt. Der beigelegte Zurüstbeutel besteht aus zwei Frontschürzen sowie ein paar Anbauteilen für die Pufferbrust. Ungeachtet dessen ist das Modell sofort einsatzbereit. Die Betriebsanleitung ist wieder auf dem Kartoninlet abgedruckt, das Ersatzteilblatt liegt extra dabei.
Technik
Die technischen Komponenten befinden sich unter dem Lokgehäuse. Zum Abnehmen des Lokgehäuses sind zuerst die Puffer herauszuziehen, erst dann läßt sich das Gehäuse nach oben abziehen. Das Innenleben der Lok zeigt das bewährte Antriebskonzept des Herstellers: ein im Fahrzeugrahmen platzierter Mittelmotor mit einer großen Schwungmasse unterhalb der Platine treibt die Lokomotive an. Das Drehmoment wird über die Kardanwellen auf das Stirnrad-/Schneckengetriebe übertragen und treibt dabei nur vier Achsen an, und zwar jeweils die äußeren pro Drehgestell. Die Mittelachsen der Drehstelle sind als gefederte Laufachsen ausgeführt. Die Stromaufnahme erfolgt über alle Achsen. Die beiden Haftreifen sind jeweils einseitig auf den Radsätzen 3 und 4 eingesetzt. Die Neuauflage erhielt eine Kurzkupplungskinematik nach NEM 355 verpasst. Die Neukonstruktion ist serienmäßig mit der NEM-Kurzkupplungskulisse ausgestattet. Die Fahrzeugplatine enthält eine Digital-Schnittstelle Next 18 (also nach NEM 661).
Fahrverhalten
Das Eigengewicht beträgt 80 Gramm. Die Vorbildgeschwindigkeit beträgt 110 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. xxx km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. xxx % zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 50 % – ist sie sogar um ca. xxx % zu niedrig.
Optik
Fleischmann hat sich bei der Ankündigung der Reihe 1110 bereits selbst hohe Maßstäbe gesetzt und schon im Neuheitenprospekt mitgeteilt, welches Highlights die Neukonstruktion erfahren wird. Der erste Blick auf die Neukonstruktion offenbart ein sehr solide ausgeführtes Modell mit feinen Gravuren auf dem Lokkasten. Der Lokkasten läuft im Bereich des Führerhauses leicht konisch zusammen, die Gravuren zu die Seitenlüfter sind nach innen versetzt. Auf die erhabene Zierlinie wurde verzichtet. Am Fahrzeugrahmen finden sich weitere Details, welche erhaben umgesetzt wurden. Die Fahrzeugfront gibt die leichte Pfeilung der Stirnfront wieder. Die Stirnfront weist drei Scheinwerfer und ein Rücklicht auf.
Das Modell verfügt über paßgenaue Fenstereinsätze. Die Stirnscheiben sind gummigefaßt eingesetzt, die Seitenfenster weisen Fensterstege aus Aluminium auf. Das neue Modell kommt ohne Ansetzteile nicht aus. Die geschwungene Griffstange an der Front, die Griffstangen bei den Führerstandstüren, aber auch die dezenten Scheibenwischer sind in das Modell eingesetzt. Letztere sind sogar aus Metall gefertigt. Das Heizkabel ist auch schon werkseitig montiert. Die Feinheiten bei den Scheinwerfern sind nur bei Tageslicht bzw. unter Verwendung einer Lupe erkennbar.
Das Modell wird mit offenen Pufferbohlen werkseitig ausgeliefert, um es für beide Fahrrichtungen einsatzfähig zu halten. Die Tauschteile liegen wie erwähnt dem Modell bei. Der Blick auf das Dach offenbart zwei neu konstruierte Scherenstromabnehmer mit unsichtbarer Befestigung. Beim Stromabnehmer wurden Wanisch-Wippen verbaut. Die Dachausrüstung fällt durch die dezente Leitung auf. Der seitliche Steg ist als feines Ätzteil ausgestaltet.
Fleischmann hat sich für die Nachbildung der Drehgestellbauart mit dem ideellen Drehzapfen ausgesprochen. Diese lenkergeführten, dreiachsigen Drehgestellen fallen durch ihre hohe Tiefenwirkung mit dreidimensionaler Durchbildung positiv ins Auge.
Bedruckung und Lackierung
Das vorliegende Modell ist sauber lackiert, wobei die Formtrennkanten teilweise auch schon konstruktiv vorgegeben sind. Die mittlere Zierlinie ist im Farbton Resedagrün gehalten, im Übergang zum Rahmen ist eine weiße Zierlinie angebracht, die im Katalogbild bei der Ankündigung fehlt. Die Anschriften sind gut deckend und unter der Lupe hervorragend zu lesen. Fleischmann hat seiner Neukonstruktion die Loknummer 1110.17 vergeben. Die Lok ist in der Zfl. Innsbruck beheimatet und führt als letztes Untersuchungsdatum die Angabe Br. Unt. Lz 13. 3.72 auf.
Beleuchtung
Die Neukonstruktion ist mit LED illuminiert. Die Lok bildet den Lichtwechsel in weiß und rot ab. Beim Fahrrichtungswechsel findet die Umschaltung von dreimal weiß auf einmal rot statt.
Bilder








