DR-Kesselwagen Zas [7695]: Albert-Modell 796004 bis 796007

Die Deutsche Reichsbahn hat den späten 1980er Jahren die Waggonbaufirma Niesky beauftragt, einen neuen Großraumkesselwagen mit einer Länge über Puffer von 16,36 Metern, einem Ladevolumen von 85 m³ und bei einem Eigengewicht von 25,5 Tonnen zu fertigen. Die Kesselwagen sollten zudem noch eine Lauffähigkeit von 120 km/h aufweisen. Die Firma Waggonbau Niesky hat von diesem vierachsigen Neubaukesselwagen 343 Exemplare gebaut. Sie wurden für den Transport von Kerosin, Benzin, Methanöl und Dieselkraftstoffen verwendet. Die Wende Deutschlands und damit einhergehend die Auflösung der Deutschen Reichsbahn Anfang der 1990er Jahre führte zu einer neuen Eigentumsverteilung dieser Kesselwagenbauart. Je 33 Kesselwagen sind an die Waggonvermietungsgesellschaften Nacco bzw. VTG bekommen, weitere 34 Kesselwagen verblieben bei ERMEWA. Der Großteil von 243 Fahrzeugen wurde an die Firma KVG veräußert (heute GATX). Alle Wagen wurden dann bei der Deutschen Bundesbahn als Privatwagen eingestellt, nach 2007 änderten sich die Immatrikulierungen. Die Kesselwagen sind seither mit den neuen Halterkennungen D-ERMD, D-GATXD, D-TWG, D-VTGCH, D-VTGD und D-WASCO im Einsatz.

Modellvorstellung

Der Ungarische Modellbahnhersteller Albert Modell überrascht seit gut zehn Jahren immer wieder mit interessanten Modellen, die man als Modellbahner bzw. Eisenbahnfreund nicht auf dem Schirm hatte. Der Hersteller hat früher ohne irgendeine Ankündigung gänzliche Neukonstruktion produziert und dann an einige wenige Händler ausgeliefert, vielfach mögen es auch Auftragsarbeiten gewesen sein. Da es sich aber um Modellkonstruktionen oder Modellausführungen gehandelt hat, die eine Breite Schicht von Modellbahnern interessierte, war der Unmut groß, wenn das Wunschmodell schließlich schon bei Auslieferung und Bekanntwerden schon ausverkauft war. Meistens waren es dann noch kleine Serien von 200 Stück pro Modell.

Seit geraumer Zeit verfolgt der Hersteller hinsichtlich der Modellumsetzung und auch bei der Ankündigung einen anderen Weg. Bevor neue Modelle erscheinen, werden diese nun in gut aufgemachten, mehrseitigen PDF-Prospekten angekündigt. Positiv ist dabei auch, daß der Hersteller sogleich bekannt gibt, wie die Modelle auch beschriftet sein werden. Dies ist insofern positiv zu werden, da Albert Modell sehr gerne Modelle auflegt, die als Inlandswagen des jeweiligen Landes beschriftet, die nur in diesem Land einen Sinn machen. Und da, es gibt Modellbahner, die sehr auf die Ausführung des Austauchverhältnisses von Eisenbahnfahrzeugen achten. Ein weiterer Aspekt betrifft auch die korrekt Angabe der Epoche, auch hierbei entwickelt sich Albert Modell nun zum Musterschüler und kann die beiden Epochen V und VI sauber trennen. Immerhin haben sich die Anschriften zwischen beiden Epochen massive geändert, womit man als Modellbahner auch eine starke Grenze einziehen kann. Aber kommen wir noch wieder lieber zu den neukonstruierten Kesselwagen der Firma Waggonbau Niesky im Osten von Deutschland.

Albert Modell hat zu den Wagen als Begleittext annonciert, daß sie vom Vorbild vier Varianten des Wagens modelliert haben: Die ersten 53 Wagen wurden mit anderen Handläufen an der Verschieberbühne oder Bremsstand hergestellt als bei den übrigen. Außerdem gab es beide Versionen mit und ohne seitlich sichtbare Überlaufrohre. Das Modell besteht je nach Modellausführung aus 111 bzw. 112 Einzelteilen. Der Hersteller war eigenen Aussagen zufolge sichtlich bemüht, auf alle Details zu achten und hat versucht, Kompromisse so weit wie möglich zu vermeiden.

Die Modelle sind aus Kunststoff gefertigt und mit zahlreichen Details versehen. Beim ersten Anblick des Modells fallen aber besondere Details ins Auge, bei dem man schon hinterfragen muß, ob dies auch so korrekt umgesetzt wurde? Korrekt sind jedenfalls die drei um den Kessel umlaufenden, massiven Profile, die wohl der Stabilität der Kesselkonstruktion geschuldet sind. Die Konstrukteure haben dem neuen Modell auch massive Schweißnähte in horizontaler zwischen diesen Profilen nachgebildet, die wohl nach dem Abgleich von Vorbildfotos wohl mehr als überdimensioniert umgesetzt wurden. Diese Ausführung hätte schon bei der Erstellung der ersten Muster auffallen müssen und trübt den Gesamteindruck dieser Neukonstruktion von Kesselwagen massiv ein. Daß es auch besser geht, beweisen andere Hersteller regelmäßig mit feinen Gravuren und dezenten Modellumsetzungen von Schweißnähten.

Es gibt aber auch positives am Modell zu berichten. Die Verschieberbühne sowie die Aufstiegsleiter zum Kesselscheitel einschließlich dem darauf montierten Steg sind als sehr feine Ätzteile realisiert worden und werten das Modell optisch sehr auf. Man beachte dabei auch die gelben Markierungen. Positiv fallen auch die feinen Nachbildungen der Domöffnungen auf. Das Modell verfügt über eine vollständig nachgebildete Bremsanlage sowie NEM-Kurzkupplungskulissen. Abgesehen davon sind in das Modell noch weitere Detaillierungen vorzufinden, wie etwas bei der rückwärtigen Seite des Fahrzeugrahmens. Außerdem sind in das Modell mehrere Anbauteile eingesetzt worden.

Die Auslieferung erfolgt in einer neuartigen Verpackung. Das Modell ist paßgenau in einem Blistereinsatz eingelegt. Es ist zudem noch mit einer dünnen Folie gänzlich umwickelt, was das Modell vor Abschürfungen am Blistereinsatz sowie anderen Einwirkungen schützen soll. In einer Ausnehmung des Blistereinsatzes wird ein Zurüstbeutel mitgeliefert, darin befinden sich in der Regel die Bremsschläuche und die Zughaken.

Diese Kesselwagenbauart ist in zahlreichen Ausführungen lieferbar. Albert-Modell hat nur vier Modelle für die Epoche V aufgelegt und betreffen Ausführungen der Deutschen Reichsbahn und eingestellte KVG-Kesselwagen bei der Deutschen Bundesbahn. Alle vier Modellvarianten sind unten in Bildern zu sehen.

Lieferbar sind des weiteren noch mehrere Epoche VI-Modelle. Diese werden wie folgt beschriftet sein:

* 796008 – Kesselwagen Ermewa 33 80 796 5 030-9 D-ERMD, hellgraue Lackierung, Aufschrift „JET – A1“
* 796009 – Kesselwagen Ermewa 33 80 796 5 070-5 D-ERMD, mittelgraue Lackierung, Aufschrift „JET – A1“
* 796010 – Kesselwagen GATX 33 80 796 5 022-6 D-GATXD, mittelgraue Lackierung
* 796011 – Kesselwagen GATX 33 80 796 5 194-3 D-GATXD, dunkelgraue Lackierung
* 796012 – Kesselwagen Wascosa 33 80 796 5 039-0 D-WASCO, mittelgraue Lackierung
* 796013 – Kesselwagen Wascosa 33 80 796 5 249-5 D-WASCO, beige Lackierung
* 796014 – Kesselwagen Nacco 33 80 796 5 029-1 D-NACCO, mittelgraue Lackierung mit schwarzen Rahmen
* 796015 – Kesselwagen Nacco 33 80 796 5 279-2 D-NACCO, mittelgraue Lackierung


Bilder Albert-Modell 796004

Das erste Modell dieser Kesselwagenbauart ist mit der Wagennummer 35 50 796 5 016-2P bedruckt. Der Wagen ist noch bei der Deutschen Reichsbahn im Regelbestand eingestellt. Am Modell ist noch die Gattungsbezeichnung Zas [7965] bzw. der Heimatbahnhof mit Großkorbetha angeschrieben. Der Privatwagen wurde von der „VEB Leuna-Werke „Walter Ulbricht“ eingestellt. Im Revisionsraster sind die Untersuchungsdaten mit den Angaben 4 REV WBN 18. 6.88 vermerkt.


Bilder Albert-Modell 796005

Der zweite Kesselwagen ist mit der Wagennummer 35 50 796 5 118-6P beschriftet. Die anderen Anschriften sind bis auf die Revisionsdaten 4 REV WBN 11. 5.90 ident.


Bilder Albert-Modell 796006

Der erste KVG-Kesselwagen ist mit der Wagennummer 33 80 796 5 026-7P beschriftet. Heimatbahnhof ist Altenburg. Im Revisionsraster stehen die Angaben 4 REV 108 30.11.05.


Bilder Albert-Modell 796007

Dieses Modell wurde mit der Wagennummer 33 80 796 5 061-4P bedruckt. Der Heimatbahnhof ist ident. Die Untersuchungsdaten sind mit 4 REV 108 16.12.05 festgehalten.