DR-Mitteleinstiegswagen Bmh: Trix 23180 / 23181

Die Deutsche Reichsbahn beschaffte in den 1970er- und 1980er-Jahren insgesamt 1.279 Bmhe-
Mitteleinstiegswagen, welche im namensgebenden Raw Halberstadt angefertigt worden waren. Mit einer Länge über Puffer von 26,40 Metern erreichten diese Personenwagen eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Entgegen des geplanten Einsatzes in Eilzügen und im Nahverkehr, fuhren sie in ihren Anfangszeiten hauptsächlich als internationale Schnellzugwagen.

Es gab ursprünglich nur Wagen als 2. Klasse-Ausstattung. Mit dem politischen Umbruch entstanden ab 1989 neue Anforderungen an den Zugverkehr, so dass sich die DR mit ihren Bmh-Wagen dem Umbauprogramm der Silberlinge anschloss. Die Schwerpunkte lagen bei der verbesserten Reisemöglichkeit für behinderte Fahrgäste. Die Wagen sollten zudem mehr Platz für Fahrräder und Kinderwagen bieten und eine neue Toilettenanlage bekommen. Für mehr Sicherheit wurde eine neue Türschließ- und Türblockiereinrichtung eingebaut und der Brandschutz verbessert. Auch Maßnahmen gegen Vandalismus gehörten zum Programm. Bei vielen der ehemaligen 2. Klasse-Wagen wurde die Klasseneinteilung beibehalten . Weil die DR keine gemischtklassigen Wagen dieser Bauart hatte, entstanden zusätzlich auch 1./2. Klasse-Wagen. Ein Muster der modernisierten Wagen wurde bereits 1991 fertiggestellt und erhielt das Gattungszeichen AByu, welches die Bezeichnung „y-Wagen“ für alle derart umgebauten Mitteleinstiegswagen prägte.

1991 fertigte das Raw Wittenberge einen gemischtklassigen Wagen, während der reine 2.-Klasse-Wagen im Raw Potsdam hergerichtet wurde. Für den Innenraum des nun als Bmhu 51 50 31-45 000-9 bezeichneten Wagen wurde das Design „Hannover“ von der DB übernommen. Die alte Sitzaufteilung blieb erhalten. Ende des Jahres 1991 begann der Serienumbau, bei dem weiterhin das Design „Hannover“ mit Sitzbänken in der ursprünglichen Sitzaufteilung verwendet wurde. Die DB AG reihte diese Wagen als Byu 438 in ihren Bestand ein. Bei den Byu 439 wurden Einzelsitze verwendet, die den Sitzen in den Doppelstockwagen der ersten Bauserien entsprechen.

Die noch nicht umgebauten Wagen wurden außerdem auf Leihbasis an die Deutsche Bundesbahn gegeben. Nachdem die DB AG die Halberstädter Mitteleinstiegswagen Ende 2015 das letzte Mal als Personenwagen bemühte, verkaufte sie zahlreiche von ihnen nach Ungarn und in andere südosteuropäische Länder.


Modellvorstellung

Es ist schon irgendwie interessant, wie sich Kooperationen zwischen verschiedenen Modellbahnherstellern auf das Sortiment, die Produktpflege und auch auf das Neuheitenprogramm auswirken. Die Halberstädter Mitteleinstiegswagen wurden 2025 gleich zweimal als Neukonstruktion angekündigt, und zwar als maßstäbliche Langwagen von Piko und in der verkürzten Form im Mittelmaßstab von 1:93,5 von Märklin/Trix. Daß beide Unternehmungen, so konträr diese auch sind, kooperieren, ist positiv zu sehen und hilft, gemeinsame Synergien zu nutzen, um die Entwicklungskosten zu optimieren.

Jedenfalls sieht das Neuheitenprogramm aus Göppingen bei Märklin und Trix die Neukonstruktion der Halberstädter Mitteleinstiegswagen im Mittelmaßstab von 1:93,5 vor und berücksichtigt dabei alle bisher technischen Errungenschaften und Modalitäten, die die Hersteller bislang bei seinen „verkürzten“ Neukonstruktionen im Reisezugsektor implementiert hat.

Die DR-Wagen wurden sowohl bei Märklin als auch bei Trix angekündigt, wobei hierbei nur die Trix-Wagen zur Vorstellung gelangen. Trix hat im Jahr 2025 von dieser Wagenbauart ein dreiteiliges Wagenset mit der Artikelnummer 23180 zum UVP von € 299,– angekündigt. Das Set besteht dabei aus zwei Wagen in dunkelgrüner Lackierung (TGL 2233) und einem Wagen in chromoxidgrüner Farbgebung (TGL 2235). Der Zustand der Wagen wird auf das Ende der 1980er Jahre datiert. Darüber hinaus ist noch ein Einzelwagen unter der Artikelnummer 23181 zum UVP von € 99,99 angekündigt, der ebenfalls in der dunkelgrünen Grundfarbgebung nach TGL 2233 ausgeführt ist. Die Modelle des Dreiersets sind in einer Kartonumverpackung abgelegt. Jedes Modell ist dabei in einer zweiteiligen Blisterverpackung abgelegt und werden durch eine zusätzlich umgelegte Folie geschützt. Zum Lieferumfang gehört eine Betriebsanleitung sowie auch jeweils ein Zurüstbeutel, indem Bremsschläuche, Zughaken und Heizkabel beiliegen.

Die Modelle sind aus Kunststoff gefertigt. Die Wagenenden sind hierbei leicht verjüngt. Am Fahrzeugkasten sind nicht nur feine Gravuren ersichtlich, allerdings stechen die Türpartien mit den doppelflügeligen Schwenktüren durch die sehr erhabene Darstellung sehr in die Augen. Sehr schön nachempfunden sind die Scharniere an den Türen und auch die erhaben dargestellten Türgriffe. Sämtliche Griffstangen sind als erhabene Teile extra angesetzt. Das Fensterband sitzt paßgenau in der Seitenwand. Die Fensterstege sind als wuchtige wie dezente Alurahmen mit unterschiedlichen Materialstärken ausgeführt, wobei vor allem der Blick auf den Bereich der unteren Rundung zu legen ist. Bis auf die Türfenster sind alle Fenster im Fahrgastraum als Übersetzfenster ausgeführt, allerdings wurde auf die Nachbildung der Fenstergriffe verzichtet. Die Trittstufen weisen eine glatter Oberfläche auf. Die Inneneinrichtung wurde mehrfarbig ausgeführt.

Das Dach besteht aus einer glatten, abgerundete Oberfläche, wobei die Schweißnähte eher überdimensioniert ausgeführt sind. Der Wagenboden ist sehr detailgetreu gestaltet worden, indem verschiedene Aggregatgruppen am Fahrzeugrahmen eingesetzt sind. Die Bremsanlage ist vollständig nachgebildet. Zudem sind einzelne Leitungsstränge ersichtlich. An beiden Wagenenden ist eine Kurzkupplungskulisse integriert. Die Stirnseiten nehmen die Schlußlichter und die Ausnehmung für das Heizkabel auf. Das Übergangsblech weist keinerlei Gravuren auf. Unverkennbar sind die großen Fensterscheiben bei den Übergangstüren. Die Drehgestelle sind dreidimensional durchgebildet und weisen durch die angespritzten Bauteile eine eher flache Struktur auf. Sie entsprechen der Bauart Görlitz V.

Märklin/Trix liefert seine Wagen serienmäßig mit einer LED-Innenbeleuchtung aus, in denen auch Pufferkondensatoren eingebaut sind. Ein Modell im Dreierset ist sogar serienmäßig mit einer LED-Zugschlußbeleuchtung versehen. Die Pufferhöhen entsprechen alle der NEM. Die NEM-Kurzkupplungskulissen weisen eine trennbare, stromführende Kurzkupplung auf. Alle Detailangaben zu den Reisezugwagen werden beim jeweilige Modell angeführt. Alle Modelle sind sauber lackiert und auch bedruckt.


Bilder 23180/1

Das erste Modell ist in der Farbgebung dunkelgrün ausgeführt. Das Modell ist mit der Gattungsbezeichnung Bmh und der Wagennummer 50 50 21-11 325-1 bedruckt. Der Heimatbahnhof wird mit dem Bww Neustrelitz in der Rbd Schwerin angegeben. Die Untersuchungsdaten weisen die Angaben der Abnahme mit der Anschrift REV Wbg 2. 8.89 bzw. Unt Wbg 2. 8.89 auf.


Bilder 23180/2

Das Schwestermodell unterscheidet sich lediglich in den Anschriften wie der Wagennummer 50 50 21-11 560-3 und den Untersuchungsdaten mit REV Wbg 11. 7.90 bzw. Unt Wbg 11. 7.90.


Bilder 23180/3

Das dritte Modell in diesem Wageset ist in chromoxidgrüner Farbgebung lackiert. Das Modell ist ebenfalls im Ablieferungszustand ausgeführt und ist daher mit den Untersuchungsdaten REV Wbg 26. 1.90 bzw. Unt Wbg 26.1.90 bedruckt. Der beim Bww Neustrelitz beheimatete Wagen weist die Wagenanschriften Bmh 50 50 21-11 974-6 auf. Dieses Modell verfügt über die LED-Zugschlußbeleuchtung.


Bilder 23181

Der Einzelwagen ist in der dunkelgrünen Lackierung nach TGL 2233 ausgeführt und weist die DR-Wagenanschriften Bmh 50 50 21-11 651-0 auf. Der Wagen gehört zum Bww Neustrelitz bzw. zur Rbd Schwerin. Im Revisionsraster stehen die Angaben REV Wbg 25.10.90 bzw. Unt Wbg 25.10.90.