Brawa 50300 / 50301 / 50302 / 50304: DB KKds 55 / Uacs 946

Die damals noch junge Deutsche Bundesbahn, die 1949 nach den Kriegswirren gegründet wurde, beschäftigte sich nach dem Umbau der EKW 49 zur Bauart KKd 49 sehr rasch mit einer Neuentwicklung neuer Staubsilogutwagen. Bei dieser Neukonstruktion sind die Erkenntnisse aus dem Umbau und dem Betrieb der KKd 49 eingeflossen, als Resultat entstand die Wagenbauart KKds 55. Die Wagen waren ursprünglich für den Transport von Tonerde gedacht, wurden aber auch für den Transport von pulverisierten Stoffen, Aluminiumoxid und Zement verwendet. Die neuen Staubsilowagen laufen auf zwei Drehgestellen der Bauart 931 Minden-Dorstfeld. Der Fahrzeugrahmen besteht aus zwei Außenrahmen, bei denen die Staubbehälter in das Grundgerüst der tragenden Konstruktion des Wagens mit einbezogen sind. Durch den fehlenden Innenlangträger können die Behälterböden weit unter das Gleis herunterzogen werden und erhöhen somit das Volumen. Die vier gleich großen Silobehälter sind mit einer Entleerungseinrichtung mit Auflockerungsboden in jedem Behälter ausgestattet. Die Entladung des Ladegutes erfolgt mittels Druckluft aus den Behältern. Die Behälter sind zusätzlich über seitliche Aufstiegsleitern und Plattformen betretbar.

Die Firma Talbot hat diese Wagen in einer Kleinserie von 24 Wagen gefertigt und an die Deutsche Bundesbahn ab 1954 abgeliefert, die zunächst als KKds 55 bezeichnet wurden und ab 1968 als Bauart Uacs 946 geführt wurden. Die Ausmusterung dieser Kleinstserie erfolgte bis 1998. Weitere Wagen dieser Bauform wurden auch als Privatwagen beschafft und verwendet.


Modellvorstellung

Die Wagenbauart wurde vor ca. 50 Jahren als Modell vom damaligen Nürnberger Hersteller Fleischmann hergestellt. Das Modell mag für damalige Verhältnisse zeitgemäß gewesen sein, war aber schon lange nicht mehr erhältlich. Umso mehr war es erfreulich, daß sich Brawa im Jahr 2020 dieser Wagengattung angenommen hat und diese als wohlwollende Formneuheit angekündigt hat. Im Neuheitenprospekt des Jahres 2020 waren zugleich sechs verschiedene Modellvarianten angekündigt. Je zwei Modelle sind in den Epochen III (50300 und 50301), IV (50302 und 50303) und V (50304 und 50305) angekündigt, wobei eines dieser Epoche V-Modelle als Privatbahnfahrzeug entspricht. Weitere Modelle sind im Neuheitenprospekt 2021 enthalten. Hierbei sind weitere Modellausführungen der Epochen III (50306 und 50307) sowie V (50308 und 50309) enthalten sind. Die Modelle 50304 und 50309 sind DB-Fahrzeuge mit Ausbesserungsflecken versehen, der Artikel 50308 stellt wiederum ein Privatbahnwagen der Saarfeldspatwerke Ruppert GmbH & Co KG dar. Die ersten Modelle wurden zum UVP von € 54,50 angekündigt, der im Folgejahr auf € 57,50 erhöhte. Während die Preissteigerung infolge des aufwendig ausgeführten Wagens noch zu rechtfertigen ist, ist jedoch Kritik an der Liefermenge der Modelle zu äußern. So hat es Brawa nicht geschafft, von allen Modellserien die Produktion derart zu steuern, um den Bedarf der interessierte Käuferschaft restlos zu befriedigen. Diese mangelnde Flexibilität hinsichtlich der Anpassung der Produktionsmengen ist bei diesem Hersteller auch bei anderen Modellen schon passiert.

Das Brawa-Modell ist in der bekannt robusten Verpackung ausgeliefert. Das Modell liegt in einem Blistereinsatz und ist mit einer dünnen Folie umwickelt, darüber ist ein Plastikdeckel eingesetzt. Unter dem Blistereinsatz ist die Betriebsanleitung und ein Zurüstbeutel abgelegt. Das Modell wird bereits vollständig zugerüstet ausgeliefert, was in Anbetracht des Detailreichtums auch notwendig ist. Das aus Plastik erstellte Modell weist in den Silobehältern Belastungsgewichte auf. Der Fahrzeugaufbau mit den Behältern ist als eine Einheit ausgeführt, in das Modell sind zahlreiche extra angesetzte Bauteile eingesetzt. Dazu zählen die oben aufgesetzten Behälterdeckel, die Ventile, die Geländer, die Trittroste, die Aufstiege und Trittstufen, aber auch die extra angesetzte Bremsanlage am Wagenboden und die entsprechenden Ventile für die Behälter. Die dreidimensional durchgebildeten Drehgestelle weisen Bremsbacken in der Radlaufebene auf, wiewohl die Bauart 931 der Drehgestelle als Neukonstruktion gelten. In den Fahrzeugrahmen ist natürlich eine Kurzkupplungskulisse integriert.#

Die Farbaufteilung des Modells ergibt sich aus den Bauteilen, weshalb nur die Anschriften und die Bedruckung näher betrachtet werden. Die Anschriften sind alle trennscharf ausgeführt, Bremssteller sind mehrfarbig ausgeführt. Negativ ist festzuhalten, allerdings bei den einseitig ausgeführten Manometern die Skalierung in den Anzeigegläsern fehlen. Es ist lediglich ein weißer Punkt zu sehen.


Bilder 50300

Das Modell ist im Ablieferungszustand gehalten und als KKds 55 mit der Wagennummer 358 001 beschriftet. Als Heimatbahnhof der Bf. Bergheim/Erft. angeschrieben. Im Revisionsraster wird das Abnahmedatum REV 12.10.54 angegeben.


Bilder 50301

Diese Modell scheint in der Übergangsphase zur Epoche IV angesiedelt zu sein, indem zur alten Gattungsbezeichnung KKds 55 auch die neue zugedachte Bauartbezeichnung Ucs angeschrieben ist, als die Wagennummer lautet auf 358 019. Als Heimatbahnhof ist wiederum Bergheim/Erft. angeschrieben. Bei den Revisionsanschriften werden die Angaben REV xxxxx gemacht.


Bilder 50302

Die Auslieferung der weiteren Modelle dieser Neukonstruktion erfolgt genauso chaotisch wie bei den oberen Artikel oder gerade aktuell in Auslieferung befindlicher Ged. Güterwagen. Ungeachtet dieser Problematik, die gewissenmaßen zum Kundenfrust führt, ist die Modellausführung als Epoche IV-Wagen erhältlich. Der als Uacs 946 beschriftete Wagen ist mit der Wagennummer 31 80 930 5 004-1 und den Revisionsdaten REV P 12.11.72 versehen.


Bilder 50304

Brawa bietet ein Modell dieses Wagentyps in der Ausführung der Epoche V an. Die Besonderheit bei diesem Modell sind die zahlreichen Ausbesserungsflecken am Staubsilowagen mit der Wagennummer 31 80 930 5 005-8 bei gleicher Wagengattung. Das DB-Logo ist bei dieser Modellausführung nicht mehr angebracht, im Revisionsraster sind die Angaben 4 REV EPD X 22.04.93 ausgewiesen.