Märklin/Trix 22903: DB-Baureihe 56.2-8

Die Baureihe 56.2-8 ist aus dem Umbau der in großer Stückzahlen vorhandenen preußischen Baureihe G 8.1 entstanden, indem bei der Spenderlok zusätzlich eine Vorlaufachse nachträglich eingebaut wurde. Die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft rüstete damit 688 Lokomotiven um, welche fortan freizügiger einsetzbar waren. Gleichzeitig konnte auch die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h (Erhöhung um 15 km/h) erhöht werden, womit die Lokomotiven auch vor Reisezügen einsetzbar wurden. Die Umbauzeit erstreckte sich über viele Jahre, der letzte Umbau fand erst im Jahre 1941 statt. Nach Beendigung des Krieges waren noch 410 Lokomotiven vorhanden. Die DB übernahm 358 Lokomotiven, die bis 1967 im Einsatz standen und nicht ins neue Nummernschema übernommen wurden. Eine kleine Flotte an Loks verblieb bei der Deutschen Reichsbahn in Mitteldeutschland, weitere Lokomotiven verblieben auch noch im benachbarten Ausland wie Österreich.

Modellvorstellung

Märklin/Trix hat das Modell der Baureihe 56.2-8 als Jahresneuheit 2021 angekündigt und dabei erwähnt, daß es zu einer Neukonstruktion der Rauchkammertüre kommt. Mit dieser Ankündigung wurde das Modell auch technisch insofern verbessert, daß das Trix-Modell sowohl im DCC- als auch mit dem mfx-fähigen Decoder auf Digitalanlagen einsetzbar ist, wobei im Digitalbetrieb weitere Funktionen mit umfangreichen Betriebs- und Soundfunktionen zur Verfügung stehen. Dasselbe Modell ist bei Märklin unter der Artikelnummer 37518 angeboten. Der UVP beträgt jeweils € 439,–.

Verpackung

Die Auslieferung erfolgt in der bekannten Märklin-/Trix-Verpackung. Nach dem Abzug des Kartonschubers wird die stabile Plastikverpackung zugänglich, in welchem das Modell mit abermaligen Plastikschuber sicher für den Transport fixiert wurde. In der Plastikverpackung ist noch ein Zurüstbeutel beigelegt, darin finden sich geschlossene Frontschürzen und die dazugehörigen Bremsschläuche, um das Modell entweder als Vitrinenstück oder vorbildgerechter Frontschürze darzustellen. Die Betriebsanleitung und weitere Dokumente sind wie gewohnt im Kartonschuber seitlich in die Kartonschachtel eingeschoben.

Technik

Das Modell entspricht in der technischen Konzeption bisherige Modellkonstruktionen. Die technischen Komponenten verteilen sich beim vorliegenden Modell auf den Langkessel und den Tender. Im Langkessel befindet sich der geregelte Hochleistungsmotor. Ein Mittelmotor mit seiner Schwungmasse treibt über einen Wellenstummel das Modell über ein Schnecken-/Zahnradgetriebe an. Dieses greift direkt auf die vierte Kuppelachse ein, welches zugleich mit zwei Haftreifen versehen ist. Ebenfalls mit zwei Haftreifen bestückt ist die erste Kuppelachse. Die anderen Kuppelachsen werden über die Kuppelstange mitgenommen. Die Radsätze mit den Haftreifen sitzen starr im Rahmen, die beiden mittleren Radsätze weisen ein leichtes Seitenspiel mit leichter Federung auf.

Die Abnahme des Lokgehäuses (Langkessel mit Führerhaus) gestaltet sich bei beidem Fahrzeug wie folgt: Im ersten Schritt ist die Vorlaufachse zu entfernen, die über eine Zentralschraube hinter dem Zylinderblock situiert ist. Damit ist wird eine der beiden Zentralschrauben zugänglich. Die erste ist vor dem Zylinderblock (verdeckt durch das Vorlaufdrehgestell) und die zweite befindet sich zwischen dritter und vierter Kuppelachse. Erst dann läßt sich das oben aufgesetzte Gehäuseteil entnehmen. Der Motor ist dabei hinter der Kesselrückwand in den Bereich der Feuerbüchse/Langkessel eingeschoben und mittels Schrauben fixiert.

Das Tendergehäuse bietet Platz für die Digitalschnittstelle und den Lautsprecher. Verbaut ist eine 21MTC-Steckleiste. Der Tender ist ebenfalls am Fahrzeugrahmen mittels Schraubenverbindungen befestigt. Die Zugänglichkeit dazu wird durch den entfernbaren Kohlekastenaufbau auf dem Tenderkasten gewährleistet. Hier gilt es, zwei kleine Kreuzschrauben zu entfernen. Ungeachtet dessen ist aber der verbaute Decoder problemlos zugänglich. Der Decoder gestattet einen Einsatz des Modells unter analogen wie digitalen Bedingungen und ist somit DCC- und mfx-fähig.

Das Modell ist beidseitig mit einer Kurzkupplungskulisse ausgestattet. Darin befindet sich beidseitig die bekannte Märklin-Kurzkupplung eingesetzt. Die Verbindung zwischen Lok und Tender erfolgt ebenfalls über eine Kurzkupplungsverbindung. Abschließend ist noch zu erwähnen, daß der Schornstein für den nachträglichen Einbau des Märklin-Rauchsatzes 72270 vorbereitet ist.

Fahrverhalten

Das Fahrverhalten der Lok war unterschiedlich. Der erste Einsatz auf der Anlage verlief ruhig und ohne Nebengeräusche, bei den Testfahrten zum Messen der Geschwindigkeit war ein Zwitschern zu hören, deren Ursache noch auf den Grund zu gehen sein wird. Das 388 g schwere Modell zeichnet sich durch einen ruhigen und taumelfreien Lauf aus. Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben einen umgerechneten Wert von ca. 49 km/h. Die berechnete Modellgeschwindigkeit ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 30 % zu niedrig, gegenüber dem NEM-Wert – unter Berücksichtigung der Erhöhung um 30 % – ist die Modellgeschwindigkeit um ca. 60 % zu gering.

Optik

Die optische Ausgestaltung des aktuellen Modells zeigt ein den aktuellen Ansprüchen detailliertes Fahrzeug, bei dem ein Mix an unterschiedlichen Werkstoffen wie Metalldruckguß und angesetzte Kunststoffteile in Kombination treten. Der Langkessel ist wie schon erwähnt aus Metall gefertigt. Neben einzelner an der Außenhaut angravierter Leitungen sind auch zahlreiche freistehende Leitungen und Stellstangen bzw. erhabene Anbauteile wie Pumpen, Ventile und Dampfpfeife angesetzt. Die Umlaufbleche weisen filigrane Gravuren auf, wenig sichtbar, aber doch vorhanden ist der freie Durchblick zwischen Rahmen und Kessel und durch das Fahrwerk.

Das Fahrwerk besteht aus Metallrädern mit feinen Speichen und aus ebenfalls filigran gefertigten Gestänge. Die recht detaillierte Nachbildung läßt auch bis an die Schienenoberkante reichende Sandfallrohre erkennen. Die Bremsbacken sind auf der Ebene der Radlauffläche situiert. Als Hingucker gilt nicht nur der Kohlekastenaufbau mit feinen Nietreihen, sondern auch der detailreich ausgeführte Tenderrahmen. Das Tendergehäuse ist ebenfalls aus Metall gefertigt, lediglich der Kohlekastenaufbau ist aus Kunststoff und in das Tendergehäuse eingeklipst. Der Blick auf die Oberseite des Tenders offenbart weitere Feinheiten bzw. Detaillierungen wie den Klappdeckel für den Wasservorrat oder auch die an der Rückwand berücksichtigten Aufstiegshilfen, ergänzt durch extra angesetzte Lampen.

Farbgebung und Beschriftung

Die Farbgebung ist bei einer Dampflok bereits konstruktiv vorgegeben. Die Beschriftung ist lupenrein und korrekt aufgetragen, außerdem entsprechen die Angaben für DB-Loks. Die Neukonstruktion wird als 56 814 ausgeliefert, die neben dem DB-Schriftzug auch noch die damals üblichen Gattungsschilder trägt. Das Epoche-III-Modell gehört zur ED Augsburg und ist beim Bw Nördlingen beheimatet. Die letzten Untersuchungsdaten der Lok stehen am Tender, die letzte Bremsuntersuchung fand am 5. Mai 1950 bei Krupp Essen statt. Die Anschriften sind übrigens sauber, trennscharf und mehrfarbig aufgetragen.

Beleuchtung

Das Modell ist mit wartungsarmen, weißwarmen LED beleuchtet. Die Lok verfügt an beiden Lokenden jeweils nur zwei Laternen. Im Digitalbetrieb läßt sich beispielsweise die Lichteinstellung Rangierlicht extra schalten.


Bilder