Trix 18660: DBP Post 4 mg

Nachdem sich die junge DB Anfang der 1950er Jahre für 26,4 m lange Wagen als Standard für Reisezugwagen entschieden hatte, sah alsbald auch die Deutsche Bundespost die Vorteile dieser langen Wagen. Sie beauftragte daher eine Konstruktionsgemeinschaft unter Federführung der Waggonfabrik Uerdingen mit der Entwicklung von 26,4 m-Bahnpostwagen für Schnellzüge. Dem Stand der Technik entsprechend gab es folgende Forderungen wie u.a. die Verbreiterung der Schiebetüren für den Behälterverkehr, Erhöhung des Ladegewichtes von 20 auf 25 t, Wagenkästen passend zum Erscheinungsbild der DB-Wagen, Einbau einer Luftheizungs- und Entstaubungsanlage sowie Gummiwulstübergänge mit Rolljalousien.

Heraus kamen Bahnpostwagen, die äußerlich hervorragend mit den neuen DB-Wagen harmonierten. Ihre Wagenkästen waren in geschweißter Profilstahlkonstruktion in selbsttragender Schalenbauweise aufgebaut, wobei die Schürzen Bestandteil der Tragkonstruktion bildeten. Ihre Fensterscheiben bestanden aus Sicherheitsglas mit Drahteinlage und schlossen mit der Außenwand nahezu bündig ab. Besonderer Wert wurde auf eine gute Wärme- und Schallisolation gelegt. Ihr Innenraum besaß eine funktionale Dreiteilung in Briefraum, Aussackraum und Packraum. Die Ausstattung erfolgte nach modernsten Gesichtspunkten wie Gepäckaufbauten im Dachraum, Packgestänge, Packroste, Brieffachwerke, Sortier-, Klapp- und Aussacktische, Beutelspannen, Briefbeutelstangen sowie Ladeluken. Alle Außentüren waren als breite, einflügelige Schiebetüren in Leichtmetallkonstruktion ausgebildet. Bemerkenswert war die zum größten Teil unterflur angebrachte Luftheizungs- und Entstaubungsanlage. Genügend Leuchtstofflampen in einer bisher nicht erreichten Beleuchtungsstärke bewirkten eine gute Ausleuchtung an allen Arbeitsplätzen. Entsprechend ihrem Verwendungszweck waren die Bahnpostwagen zur Beförderung von Postsendungen aller Art eingerichtet. Sämtliche Postsendungen (Briefe, Päckchen und Pakete) wurden vor und während der Fahrt bearbeitet. Naturgemäß erfolgte der Einsatz dieser Wagen hauptsächlich in die Nachtstunden, da die Hauptmasse der Postsendungen nachmittags bzw. abends von den Absendern ausgeliefert wurde und am nächsten Morgen den Bestimmungsort erreichen sollte. Zum Teil standen die Wagen in speziellen Postzügen im Einsatz, doch auch ihre Beistellung in D- und E-Zügen sowie anderen Zugarten der Deutschen Bundesbahn gehörte zum Tagesgeschäft. Erst 1997 ging die Ära der Bahnpost zu Ende, da die Deutsche Post nun mit einer grundlegenden Umstrukturierung die Sortierung in neu geschaffenen, automatisierten Briefverteilzentren favorisierte, die nicht mehr an die Schiene angebunden waren.


Modellvorstellung

Minitrix bearbeitet seit einigen Jahren das Segment der Baugröße N speziell für Deutschland sehr offensiv mit einigen Neustruktionen und versucht mit einer weitere Neukonstruktion eines deutschen Postwagens speziell in diesem Produktsegment sich ein wichtiges Standbein zu schaffen. Nach der erfolgreichen Modellumsetzung eines Postwagens mit der Gattungsbezeichnung Post mr-a, folgte eine weitere Ausführung in der Ausführung und der Gattungsbezeichnung Post 4mg-bl/26. Bei der Neukonstruktion handelt es sich um einen Wagen im Ablieferungszustand von 1963 in der damals noch grünen Farbgebung. Der UVP für den Einzelwagen beträgt € 49,99.

Die Auslieferung erfolgt diesmal in einer robusten Blisterverpackung, in welcher das Modell in einem entsprechenden Plastikeinsatz mit umwickelten Folien eingelegt sind. Darunter ist die Betriebsanleitung abgelegt und zwei Zurüstbeutel. Darin enthalten sind die Trittstufen für die Seitentüren, aber auch andere Anbauteile. Die Ansteckfahnen für die Beladungssignalisierung sind in einer eigener Tüte abgelegt. Die Position der Teile wird anhand der gut bebilderten Anleitung erklärt.

Die Modelle sind aus Kunststoff gefertigt und weisen feine Gravuren am Wagenkasten auf. Als besondere Augenweide gelten vor allem die vielen Türen samt der Griffschnallen oder auch die Fenstereinsätze. Die Fensterstege sind filigran ausgeführt, die Einsätze sitzen paßgenau in den Öffnungen. Griffstangen oder sonstige erhabene Fahrzeugteile sind an der Kastenform angraviert und werden durch farbliche Behandlung hervorgehoben. Sogar der Bremssteller ist farblich dargestellt. Die Drehgestelle sind mit dem Wagenkasten verschraubt, eine Kurzkupplungskulisse ist bei allen Wagen vorhanden. Die aufgedruckten Zuglaufschilder geben den Tourenlauf der Postwagen wieder. Feine Gravuren sind auch am Fahrzeugdach erkennbar. Die weiteren Fahrzeugangaben werden jeweils zu den Bildern der einzelnen Fahrzeuge gemacht.

Das Modell ist mit der Gattungsbezeichnung Post 4mg beschriftet und weist die Wagennummer 6417 Stg auf. Als Heimatbahnhof ist Stuttgart Hbf. angeschrieben. Im Revisionraster stehen die Angaben REV 401 18. 1.59. Das Modell ist mit einen Zuglaufschild bedruckt. Darauf ist der Wagenlauf „Stuttgart – Frankfurt – Heidelberg – Stuttgart“ zu lesen.


Bilder