Piko 40520: DB 216 010-9

Die ersten sechs Prototyp-Lokomotiven der Baureihe V 160 waren im Oktober des Jahres 1958 bei Krupp bestellt und in den Jahren 1960 und 1961 an die Deutsche Bundesbahnen geliefert worden. Eine zweite Serie mit vier Maschinen wurde 1959 bei Henschel in Auftrag gegeben. Bis zur Betriebsnummer V 160 009 blieben die Lokomotiven in ihrer äußeren Gestaltung unverändert und wiesen die abgerundete Form beim Vorbau auf. Die letzte Lok der Vorserien-Ausführung von Henschel, die V 160 010 – spätere 216 010-9, unterschied sich dann aber noch recht wesentlich von den anderen Maschinen. Sie wurde am 22. März 1963 an die DB abgeliefert. Der Rahmen und die Kraftstoffbehälter blieben gegenüber den ersten Lokomotiven unverändert. Neu gestaltet wurde dagegen die Frontpartie im Bereich der Führerstände. Man verließ die bauchige, abgerundete Form und übernahm die gefälliger wirkende Konzeption der Stirnpartie der V 320. von der späteren Serienausführung unterscheidet sich die V 160 010 in der Ausbildung des Rahmens und durch den anderen Verlauf des Zierstreifens. Bei dieser letzten Vorserienlok konnten bereits die Betriebserfahrungen mit den ersten Maschinen verwertet und beispielsweise verstärkte Gelenkwellen eingebaut werden.

Modellvorstellung

Der großartige Erfolg bei der Umsetzung der letzten Vorserien V 160 in der Baugröße H0 führte zur Realisierung dieses Einzelstückes als N-Modell. Die als 216 010-9 angeschriebene Maschine wurde daher als Neukonstruktion 2021 in den aktuellen Katalog aufgenommen und erfreut somit alle Epoche IV-Bundesbahn-Fans. Piko legt die Neukonstruktion als Analogmodell zum UVP von € 139,99 auf. Liebhaber des Modells mit Loksound erhalten das Modell mit der Artikelnummer 40521 zum UVP von € 239,99.

Verpackung

Die Auslieferung der neukonstruierten 216 010-9 erfolgt in der bekannten Piko-Blisterbox, in welchem das Modell nach Abzug des Oberteiles und der Abnahme des Schutzdeckel aus der paßgenauen Plastikeinlage entnommen werden kann. Unter dem Plastikeinsatz befindet sich die Bedienungsanleitung und ein Zurüstbeutel. Im Zurüstbeutel befinden sich die an den Fahrzeugecken extra anzusetzenden Trittstufen.

Technik

Die Antriebskomponenten des Modells sind im Lokgehäuse untergebracht. Das Gehäuse ist am Chassis festgeschraubt. Zwei Schrauben sind an der Unterseite zu lösen, um das Gehäuse nach oben abziehen zu können. Beim Innenleben zeigt sich die Zentralplatine. Die berücksichtigte Zentralplatine ist an der Unterseite der Platine vorgesehen, eingebaut ist eine Digital-Schnittstelle Next18. Der Mittelmotor mit den Schwungmassen sorgt für einen ruhigen Lauf. Dieser treibt über beidseitige Kardanwellen ein Stirnrad-/Schneckengetriebe an. Es werden alle vier Achsen angetrieben. Alle Achsen werden ohne Haftreifen ausgeliefert. Die Achsen 2 und 3 sind einseitig versetzt mit Haftreifen bestückt. Die Neukonstruktion ist mit einer Kurzkupplungskulisse versehen.

Fahreigenschaften

Das Modell bringt ein Eigengewicht von 98 Gramm auf die Waage. Die Testrunden auf dem kleinsten Radius des „piccolo“-Gleissystems von Fleischmann erbracht. Der Motor ist absolut sehr leise surrend.

Das Vorbild hat eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Messungen bei 12 V Gleichstrom ergaben umgerechnete Werte von ca. 94 km/h. Diese ist gegenüber der Vorbildgeschwindigkeit um ca. 22 % zu gering, gegenüber dem NEM-Wert mit der Draufgabe von 50 % um gerade einmal ca. 72 % zu niedrig.

Optik

Die vorliegende 216 010-9 gilt als Zwitter der Vorserienmaschinen und den späteren Serienloks. Piko mußte daher bei den Formen einige Besonderheiten bei der Kastenform berücksichtigen. Die Neukonstruktion ist als passables Modell zu betrachten, welches sicherlich seine Anhänger finden wird. Der Exot gilt natürlich noch als besonderer Blickfang auf der Anlage. Das Piko-Modell zeichnet sich ungeachtet dieser Besonderheiten durch feine und tiefe Gravuren am Lokgehäuse auf. Gerade die Lüftergitter weisen entsprechende Detailierung auf. Auch der Blick auf den Fahrzeugrahmen offenbart die hervorragende Umsetzung der entsprechenden Fahrzeugabdeckungen. Die zierlichen Griffstangen der Führerstandstüren sind am Lokkasten angespritzt und extra farblich behandelt. Während die H0-Ausführung noch farblich behandelte Trittstufen zum Führerstand aufweist, fehlen diese hier gänzlich.

Die Frontpartie zeigt die Ausführung mit der gekanteten Bauform. Aber auch hier sind sämtliche Griff- oder Haltestangen am Gehäuse angespritzt, ebenso die silbernen Scheibenwischer. Eine weitere Besonderheit stellen die verschieden ausgeführten Kühlergrille (wie beim Vorbild) dar, dem gegenüber sind die beim Vorbild gelochten Frontumläufe nur angedeutet. Das Modell gestattet übrigens einen Durchblich durch den Maschinenraum, außerdem wurden hinter den Fenstern 3D-Nachbildungen der Maschinenraumanlage eingesetzt. Das Dach weist ebenfalls verschiedene Detaillierungen auf. Feine Gravuren markieren nicht nur die Größen der Dachfelder, sondern es wurden verschiedene Dachöffnungen und Konsolen nachgebildet. Der Blick auf die Drehgestelle offenbart gelungene Drehgestelle mit dreidimensionaler Durchbildung und entsprechender Tiefenwirkung.

Farbgebung und Bedruckung

Die Lackierung des neuen Piko-Modells entspricht der damaligen Ausführung, wie die Fahrzeuge in Dienst gestellt wurden. Tadellos umgesetzt sind neben den silbernen Zierlinien auch die Anschriften. Die Bedruckung ist lupenrein und trennscharf aufgetragen. Während sämtliche Anschriften in weißer Farbe aufgetragen ist, sind die DB-Embleme silbern ausgeführt. Die 216 010-9 beim Bw Gelsenkirchen-Bismarck bzw. in der BD Essen beheimatet, als Ausbesserungswerkstatt ist das AW Bremen angeschrieben. Im Revisionsraster stehen als letztes Untersuchungsdatum die Angaben REV Brm U2 28.06.73.

Beleuchtung

Es versteht sich von selbst, daß die neue 216 mit einem LED-Beleuchtungskonzept ausgestattet ist. Zum Einbau gelangten warmweiße und rote LED zur Darstellung des dreibegriffigen Spitzenlichts bzw. des zweibegriffigen Schlußlichtes.


Bilder