Liliput 344350ff: Zweiachsige Schmalspurwagen ZB + ÖBB + FB

Zu Beginn des in Österreich entstandenen Schmalspurnetzes wurden ab 1889 verschiedene Typen von Schmalspurpersonenwagen gebaut. Die ersten Wagen der 3. Klasse wurden mit acht Seitenfenster ausgeführt, gemischt-klassige Personenwagen oder Salonwagen hatten sieben, bei der Steyrtalbahn bis zu zehn. Die Wagen waren ursprünglich mit Holz verkleidet, später wurden diese zugunsten einer Blechverkleidung modifiziert. Die jeweiligen Betrieber beschafften Wagen mit und ohne Oberlichten. Die Wagen erwiesen sich aufgrund ihrer zierlichen Bauweise, speziell im Fensterbereich, für den rauen Alltagsbetrieb als zu filigran, weshalb nach dem 1. Weltkrieg es zu Neubauten der Wagenkästen kam, die auf den bestehenden Fahrwerken aufgesetzt wurden.

Die Flachdachwagen entstanden ab ca. 1925. Sie stellten zunächst Prototypen dar und sollten den Fuhrpark an Schmalspurfahrzeuge erneuern und dabei die achtfenstrigen Wagen ersetzen. Zwölf Wagen wurden mit offenen Plattformen gebaut, vier Stück mit geschlossenen Plattformen kamen zur Mariazellerbahn und trigen deshalb den Spitznamen „Steierwagerln“. Da sich auch diese Wagen infolge der großen Anzahl der Türen nicht bewährte, wurde diese Subserie zugunsten der neu entstandenen Haubendachwagen nicht mehr weiter verfolgt. Auch hier gab es die Ausführungen mit und ohne Oberlichte.

Die ersten Haubendachwagen sind zeitgleich mit den Flachdachwagen entstanden. Sie zeichneten sich durch einen klaren Fahrzeugaufbau und robuste Bauweise aus. Sie konnten sich mit ihrer einfach Konstruktion durchsetzen und wurden in mehr als 100 Einheiten beschafft, wobei die ÖBB im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsprogrammen diese Wagen dann mit Neubaukästen (sog. Spantenwagen) auf alten Fahrgestellen ausstatten ließ. Die Wagen hatten bei der BBÖ Oberlichten erhalten, jene der StLmB und der SKGLB hatten dagegen keine. Zahlreiche Fahrzeuge dieser Wagenflotte sind heute noch vorhanden und finden sich zumeist auf Museumsbahnen wieder. Zu ÖBB-Zeiten wurden einige davon zu Barwagen umgestaltet.

Als letzte zweiachsige Ausführung sind noch die Tonnendachwagen aus den 1930er Jahren zu erwähnen. Der Großteil der Wagen enstand jedoch durch Umgestaltung in den 1950er- und 1960er-Jahren durch Umbauten aus älteren Wagen. Sie hatten zumeist Ganzfenster, bei den ÖBB auch Übersetzfenster. Die Tonnendachwagen waren auf alle Schmalspurbahnen anzutreffen und waren meistens mit in Kombination mit vierachsigen Tonnendach- oder Pinzgauerwagen anzutreffen, wobei auch stilreine Zweiachserzüge vor allem im Waldviertel oder auf der Feistritztalbahn und im Steyrtal anzutreffen waren. Die Tonnendachwagen haben bis ca. 1990 im Planverkehr überlegt und bilden heute den Grundstock des Wagenmaterials für viele Museumsbahnen.


Modellvorstellung

Obwohl diese Wagenserien gut 40 Jahre und länger im Liliput-Sortiment zu finden sind, erfreuen sich die Wagen nach wie vor großer Beliebtheit. Liliput hat die Wagen in überarbeiteter Ausführung überraschenderweise im Herbst 2017 neu an den Fachhandel ausgeliefert und dabei Varianten der Zillertalbahn, der ÖBB und der Öchsle-Museumsbahn angekündigt. Während die drei Museumswagen nur als Set zu erhalten sind, sind alle anderen Fahrzeuge als Einzelfahrzeuge erhältlich. Der UVP des Sets beträgt € 118,90, jene der Einzelwagen jeweils € 42,90.

Die Modelle werden in der bekannten Liliput-Verpackung in Form einer Kartonschachtel ausgeliefert. Das Modell ist ein einer zweischaligen Blisterverpackung eingelegt. Dem Modell liegt weder eine Betriebsanleitung noch eine Zurüstbeutel bei. Die Kupplungen sind schon in die Führungen eingesetzt. Jedes Modell ist einzeln verpackt, das gilt auch für das Dreierset.

Die Modelle sind komplett aus Kunststoff gefertigt. Die Wagen weisen den bisher bekannten Fertigungsstandard auf und haben im Bereich der Geländer eine Überarbeitung erfahren. Die Modelle sind sauber lackiert und beschriftet. Die Beschriftung ist lupenrein ausgeführt. Die Wagen der Zillertalbahn sind im aktuellen Erscheinungsbild gehalten, jene der ÖBB im Letztzustand der Epoche IV/V und waren auf der Pinzgaubahn im Einsatz. Die Fahrzeuge der Öchsle-Museumseisenbahn sind ebenfalls vorbildgerecht umgesetzt und wurden lackierungs- und beschriftungsmäßig an die Reichsbahnnormalien angepaßt und umgesetzt.


Bilder 344350 – ZB B 15, Wappen „Gemeinde Jenbach“


Bilder 344351 – ZB B 18, Wappen „Gemeinde Fügen“


Bilder 344352 – ZB B 13, Wappen „Gemeinde Mayrhofen“


Bilder 344353 – ÖBB Bi 3641-3


Bilder 344354 – ÖBB Bi 3867-4


Bilder 344355 – ÖBB Bi 3871-6


Bilder 344356 – StLmB Bi 66 (Feistritztalbahn)


Bilder 344500/1 – KBi 3692 Stuttgart


Bilder 344500/2 – KBi 3694 Stuttgart


Bilder 344500/3 – KBi 3724 Stuttgart


Bilder 344360 – ZB AB 2


Bilder 344361 – ZB ABi/s 2


Bilder 344362 – ZB Bi/s 13